mini|Die Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit mini|Das Rathaus von Kollnburg Kollnburg ist eine Gemeinde im niederbayerischen Landkreis Regen. Ein Teil des Gemeindegebietes, darunter das gleichnamige Pfarrdorf, ist staatlich anerkannter Erholungsort.
Geografie Lage Die Gemeinde liegt in der Region Donau-Wald inmitten des Bayerischen Waldes nördlich des 1050 m hohen Pröller zwischen Viechtach (fünf Kilometer) und Sankt Englmar (sechs Kilometer). Die beiden Städte Bogen und Regen sind jeweils 27 km entfernt, während es nach Deggendorf und Cham jeweils 31 km sind.
Gemeindegliederung
Es gibt 100 Gemeindeteile:
Mitter-, Ober- und Unterberging zählen mittlerweile zum Gemeindeteil Berging.
Kollnburg besteht aus den Gemarkungen Allersdorf, Kirchaitnach, Kollnburg und Rechertsried.
Geschichte Bis zur Gemeindegründung Die Ortsgeschichte ist eng mit der ehemaligen Burg Kollnburg verbunden, die 1153 erstmals als Chalnberch erwähnt wurde. Noch 1685 hieß es Kalmperg, während es von Bernhard Grueber und Adalbert Müller in ihrem 1846 erschienenen Buch Der bayrische Wald als Kohlenburg bezeichnet wird. In den „Beiträgen zur Statistik des Königreichs Bayern“ wird der Ort bereits ab dem Heft XXI aus dem Jahr 1869 Kollnburg bezeichnet.
Die Kollnburger (auch Kallenberger, Chalmberger) waren das erste, vom 12. bis zum 14. Jahrhundert in Kollnburg nachweisbare Adelsgeschlecht. 1363 folgten die Nußberger, die die Burg bis zu ihrem Scheitern im Böcklerkrieg 1468/69 und zum Erwerb Kollnburgs durch Herzog Albrecht IV. 1472, dann später nochmals von 1531 bis 1551 innehatten. Die Kollnburger und die Nußberger gehörten ursprünglich zu den Ministerialen der 1242 ausgestorbenen Grafen von Bogen.
Kollnburg gehörte zum Ende des 18. Jahrhunderts den Freiherrn von Kastner. Der Ort war Teil des Kurfürstentums Bayern, bildete aber eine geschlossene Hofmark, deren Sitz Kollnburg war. In den Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.
Eingemeindungen In der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Oktober 1971 die Gemeinde Rechertsried und am 1. Mai 1978 die Gemeinden Allersdorf und Kirchaitnach in die Gemeinde Kollnburg eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. sank die Einwohnerzahl minimal von 2800 auf 2795 um 5 Einwohner bzw. um 0,2 %.
Jahr Einwohner 1867 1027 1871 1060 1961 2764 1970 2695 1987 2786 1991 2838 1995 2905 2000 2970 2005 2891 2010 2894 2015 2787 2023 2775
Politik Gemeinderat In der Gemeinderatswahl am 8. März 2026 wurden folgende Wählergruppierungen für die Zeit ab 1. Mai 2026 gewählt:
CSU: 5 Sitze (37,6 % der Stimmen) FW: 6 Sitze (38,5 % der Stimmen) GPÖ: 1 Sitz (9,2 % der Stimmen) JLFK: 2 Sitze (14,7 % der Stimmen)
Der Gemeinderat setzt sich in der Wahlperiode bis 30. April 2026 wie folgt zusammen: CSU: 4 Sitze (33,42 % der Stimmen) FW: 5 Sitze (35,09 % der Stimmen) Bürger für Kollnburg: 3 Sitze (18,76 % der Stimmen) GPÖ: 2 Sitze (12,73 % der Stimmen)
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1. Mai 2020 Herbert Preuß (FW). Bei den Kommunalwahlen 2020 gewann er mit 55,1 Prozent die Stichwahl am 29. März 2020 gegen die frühere Amtsinhaberin Josefa Schmid, die seit 2008 erste Bürgermeisterin war. In der Kommunalwahl 2026 wurde Preuß (FW) mit 95,8 % der Stimmen wiedergewählt. Er war der einzige Kandidat der Wahl.
Wappen
Bau- und Bodendenkmäler
Burgruine Kollnburg: Burgruine mit Rundturm und Burgbrunnen Burgstall Kollnburg Heilige Dreifaltigkeit (Kollnburg)
Wirtschaft und Infrastruktur
Statistik Im Jahr 2020 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft sieben, im produzierenden Gewerbe 264 und im Bereich Handel und Verkehr 83 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 164 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1132. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe zwölf Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 2016 97 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 2430 Hektar, davon waren 1885 Hektar Dauergrünfläche.
Tourismus Als Erholungsort staatlich anerkannt sind die Gemeindeteile Kollnburg, Bach, Baierweg, Gnad, Hochstraß, Höfen, Hornhof, Kagermühle, Karglhof, Marktbuchen, Oed, Ogleinsmais, Reichsdorf, Reisach, Sattel, Schreinermühle, Steffelhof, Tafertshof, Unterdornach, Waldhof, Weggütl, Wieshof und Windsprach.
Bildung Es gab 2021 folgende Einrichtungen: zwei Kindertageseinrichtungen mit 107 Kindergartenplätzen und 101 Kindern eine Grundschule mit vier Klassen und sechs Lehrkräften im Zentrum von Kollnburg
Persönlichkeiten
Ehrenbürger Alfons Rabenbauer (1925–2016), Landwirt, Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Allersdorf (1972–1978), Gemeinderat Josef Wilhelm (* 1940), Landwirt, Bürgermeister der ehemaligen Gemeinde Kirchaitnach(1972–1978), zweiter Bürgermeister und Gemeinderat der Gemeinde Kollnburg Augustin Wittenzellner (* 1945), Gymnasiallehrer, Bürgermeister der Gemeinde Kollnburg (1990–2008), Gemeinderat
In Kollnburg geboren Josef Kollmer (1901–1948), Landwirt, SS-Obersturmführer Josef Biebl (* 1959), Arbeitsrechtler und Richter am Bundesarbeitsgericht Florian Pledl (* 1984), Akkordeonist von Da Rocka & da Waitler
Weblinks
Gemeinde Kollnburg
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Regen Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)