Oman ([] oder der Oman,Oman kann sowohl neutralen (wie die meisten anderen Staatennamen) als auch maskulinen Geschlechts sein. Die Schreibweise als Maskulinum mit Artikel ist in der Schweiz, nicht jedoch in Deutschland oder Österreich amtlich. Im nichtamtlichen Gebrauch ist sie jedoch im gesamten deutschen Sprachraum anzutreffen. amtlich Sultanat Oman, ) ist ein Staat in Vorderasien im Südosten der Arabischen Halbinsel. Die rund fünf Millionen Einwohner leben vorwiegend in Städten. Fast die Hälfte der Bevölkerung sind Immigranten, vorwiegend aus Indien. Die Omaner sind zu 95 Prozent muslimischen Glaubens, und zwar überwiegend Sunniten und Ibaditen. Das Sultanat ist eine absolute Monarchie und besitzt gleichzeitig eine Verfassung. Die vom Sultan ernannten Minister und die zwei nationalen Parlamente haben nur beratende Funktion. Die Staatsführung gilt als autoritäres Regime.

Oman wurde von 1970 bis 2020 vom absolutistischen Herrscher Sultan Qabus bin Said regiert. Zu seinem Nachfolger wurde nach seinem Tod sein Cousin Haitham ibn Tariq ernannt.Haitham bin Tariq 'named successor' to Oman's Sultan Qaboos, Al Jazeera, 11. Januar 2020.

Oman hat sich in den letzten Jahrzehnten von einem stark rückständigen zu einem moderat wohlhabenden Staat entwickelt. Ein Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2013 nennt Oman als das Land, welches innerhalb der letzten 40 Jahre seine soziale und wirtschaftliche Lage am meisten verbessern konnte.

Geographie

Lage Oman liegt im Südosten der Arabischen Halbinsel. Es grenzt im Nordwesten an die Vereinigten Arabischen Emirate, im Westen an Saudi-Arabien und im Südwesten an Jemen.

Zudem hat Oman eine lange Küste am Indischen Ozean und am Golf von Oman sowie eine kurze Küste am Persischen Golf.

Ausdehnung Zum Staatsgebiet gehören auch die nördlich des Territoriums der Vereinigten Arabischen Emirate an der Straße von Hormus gelegene Halbinsel Rus al-Dschibal am Kap Musandam, die von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossene Exklave Madha sowie die Gruppe der Kuria-Muria-Inseln und die Insel Masira vor der Ostküste des Landes.

Die Küste wird begrenzt durch das Arabische Meer im Süden und Osten sowie durch den Golf von Oman im Nordosten. Die Staatsgrenzen im Landesinneren sind nicht exakt festgelegt. Das Land ist etwas kleiner als Deutschland.

Naturraum mini|hochkant|Wadi Schab, Oman Al-Batina („niederes Land“), der 250 km lange schmale Küstenstreifen am Golf von Oman zwischen Maskat und Suhar, ist eine fruchtbare, vielfach bewässerte Aufschüttungsebene, deren Grundwasser von den nur zeitweise wasserführenden, schluchtartigen Wadis aus dem Omangebirge gespeist wird. Nach der anderen Seite des 600 km langen, parallel zum Golf verlaufenden Hadschar-Gebirges enden die Wadis in der abflusslosen Salzpfanne Umm as-Samin. In diesem Teil des Omangebirges wird im Dschabal Schams (3018 m) die höchste Erhebung des Landes erreicht. Das Gebirge grenzt die Küstenebene von der Wüste ab. Der zentrale, größte Teil Omans wird von der Inneren Wüste (Dschiddat al-Harasis) eingenommen. Von der Hochebene Az Zahirah (500 m) fällt das Land nach Südwesten zum Rand der Wüste Rub al-Chali ab, die Oman mit Saudi-Arabien und dem Jemen teilt. Sie reicht bis zur ebenen Küste am Arabischen Meer und trennt die südliche Provinz Dhofar vom Norden des Landes. In Dhofar erhebt sich entlang der Küste der Gebirgszug der Karaberge.

Klima Allgemein mini|Wadi Bani Khalid in der Scharqiyya-Region, nördlich der Wahiba-Wüste Passatwinde und Ausläufer des indischen Monsuns sind für das randtropische Klima Omans bestimmend. Im Binnenland ist es sehr heiß und trocken, in den Küstenebenen im Norden und in Dhofar feuchtheiß. Maskat hat im Januar Durchschnittstemperaturen von 22 °C, im Juni um 34,5 °C. Der Gharbi, ein heißer Fallwind aus dem Omangebirge, lässt während der Sommermonate die Temperaturen zeitweise unerträglich werden. Die hohe Luftfeuchtigkeit (vor allem im Sommer) führt zu Nebelbildung und gelegentlich zu Sprühregen. Der jährliche Niederschlag beträgt in den Küstenregionen um 100 mm, im Omangebirge um 500 mm.

Detailliert In der Küstenregion (Batina-Ebene, al-Chasab, Maskat, Suhar, Sur) herrscht subtropisches Klima mit warmen Wintern und heißen Sommern. Die Temperaturen liegen im Winter am Tag bei etwa 22 bis 25 °C und steigen zum Sommer hin auf durchschnittliche Tageswerte von 36 bis 39 °C. In heißeren Perioden sind Spitzenwerte von beinahe 47 °C möglich. In den Küstenebenen sind die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gering, daher sind im Sommer auch in der Nacht 30 °C üblich. Vor allem in der Region Maskat sind die Vormittagsstunden oft die heißesten des Tages. Es kann gut vorkommen, dass bereits um 8 Uhr morgens 42 °C gemessen werden, ab Mittag das Thermometer aber bei 38 °C hält. Dies ist aber nicht immer der Fall. Die Luftfeuchtigkeit an den Küsten ist das ganze Jahr über mit 60 bis 80 % hoch. Der Niederschlag ist mit rund 100 mm im Jahr sehr gering (10 bis 20 Niederschlagstage); Regen fällt meist wolkenbruchartig zwischen Dezember und März und kann zu Überflutungen führen, da der trockene, staubig-steinige Boden das Wasser nur schlecht und langsam aufnimmt. Im Sommer gibt es keinen Niederschlag. Das Meer eignet sich ganzjährig zum Baden: Im Winter hat es rund 24 °C, im Sommer bis zu 31 °C.

Das Hadschar-Gebirge im Nordosten des Landes ist das einzige nennenswerte Gebirge Omans. Die höchsten Erhebungen erreichen knapp über 3000 m. Diese Gegend ist von kühlen Wintern und warmen Sommern geprägt. In den kältesten Monaten Januar und Februar fallen die Temperaturen im Hochgebirge, vor allem in den Nächten, häufig unter den Gefrierpunkt, gelegentlich schneit es. Der Niederschlag (Herbst und Winter) kann mehrere Hundert Millimeter erreichen. Im Sommer steigen die Temperaturen auch in der Höhe an, es fällt so gut wie kein Niederschlag mehr, Tageswerte von über 30 °C sind auch in höheren Lagen möglich. In der Nacht sinkt die Temperatur rapide. mini|Der Weihrauchbaum ist an das trockene Wüstenklima gut angepasst Am südwestlichen Rand des Hadschar-Gebirges und noch in vergleichsweise gemäßigtem Klima liegen größere Städte wie Bahla, Ibra und Nizwa. Im dahinter liegenden Landesinneren bis zu den Grenzen mit Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten schließen sich die beiden Wüsten Omans an: die Rub al-Chali (wörtlich „leeres Viertel“) und die Rimal Al Wahiba. Dort herrscht heißes und trockenes Wüstenklima mit vergleichsweise kühlen Wintern und extrem heißen Sommern. Im Januar erreichen die Tagestemperaturen bis zu 25 °C und fallen in der Nacht auf 10 bis 12 °C. Die seltenen Regenfälle gehen im Winter meist in Form von kurzen, heftigen Schauern nieder, sind aber langfristig unergiebig. Im Sommer ist es tagsüber sehr heiß mit Tagesmitteln zwischen 41 und 44 °C sowie Spitzenwerten von bis zu 52 °C. Trotz einer beträchtlichen Abkühlung fallen die Werte in der Nacht kaum unter 25 °C. Die Luftfeuchtigkeit ist ganzjährig gering und beträgt im Sommer oft nur 20 %.

Die Region Dhofar um Salala, Mirbat und Taqah im Südwesten des Sultanats wird als einziger Teil der arabischen Halbinsel direkt vom Monsun beeinflusst: Es ist ganzjährig warm und feucht, beinahe tropisch. Im Winter regnet es selten und die Temperaturen bewegen sich zwischen 20 °C in den Nächten und um 27 °C tagsüber. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei mittleren 50 bis 60 % und die Meerestemperatur beträgt knapp 25 °C. Der Frühsommer ist mit Tageswerten von 31 bis 33 °C die eigentlich heiße Zeit des Jahres, auch die Nächte sind mit knapp 27 °C sehr warm. In dieser Zeit erwärmt sich das Meer auf bis zu 29 °C und die Luftfeuchtigkeit steigt an. Während einer der selten vorkommenden und durch Winde aus den zentralen Landesteilen hervorgerufenen Hitzewellen wurde in Salala die Höchsttemperatur von 47,2 °C gemessen. Ab etwa Mitte Juni beeinflusst der südostasiatische Monsun (Charif) das Klima. Dessen Ausläufer stauen sich an den Küstenerhebungen Dhofars und regnen sich ab. Von Juli bis September regnet es an bis zu 22 Tagen pro Monat, meist als feiner Sprühregen, der von Nebelschwaden und tief hängenden Wolken begleitet wird. Dies führt zu Abkühlung und die Lufttemperatur pendelt sich bei konstanten 25 °C ein. Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht gibt es fast nicht mehr, die Meerestemperatur bleibt hoch und die Luftfeuchtigkeit erreicht Werte von 80 bis 90 %. Für die arabische Halbinsel einzigartig, ergrünt nach Einsetzen der Monsunregenfälle die Landschaft. Omaner aus anderen Landesteilen sowie Touristen aus anderen Golfstaaten besuchen zu dieser Zeit die Region, um den für sie unbekannten Regenreichtum und das üppige Grün zu erleben.

Flora und Fauna

In der Inneren Wüste wechseln sich Halbwüsten mit Trockengräsern, Schirmakazien, Drachenbäumen und Dornsträuchern und vegetationslose Vollwüsten ab.

In den Karabergen überwiegen Trockensträucher, darunter der Weihrauchbaum, aus dem Weihrauch gewonnen wird. Dieses stammt seit der Antike zu einem großen Teil aus Oman. Wo es klimatisch möglich ist, kultivieren die Menschen Dattelpalmen.

Die feuchten Gebirgshänge werden von Wäldern und Gesträuch mit Akazien, Maulbeerfeigen und Jasmin bedeckt. In Höhen über 1000 m finden sich Wacholder, Ölbäume, Nacktfrucht, Zedern und Euphorbien, an letzterer findet sich gelegentlich als Besonderheit die als Wurzelparasit lebende Pflanze Hydnora abyssinica aus der Ordnung der Pfefferartigen.

Die kleinen Klippschliefer (Procavia capensis), erinnern zwar vom Aussehen her an Meerschweinchen, sind aber tatsächlich mit Elefanten und Seekühen verwandt, wie DNS-Untersuchungen bestätigten. Die Pflanzenfresser verfügen über Nagezähne und leben auch in trockenen, von Wüsten und Savannen geprägten Gebieten des Oman.Tiere. Warum Klippschliefer, Elefant und Seekuh verwandt sind. Geolino, abgerufen am 20. Februar 2022.Lexikon der Biologie. Schliefer. Spektrum der Wissenschaft, abgerufen am 20. Februar 2022. Die kleinen Tiere dienen zahlreichen Raubtieren als Beute, wie z. B. dem endemischen Omankauz (Strix butleri), der Sandkatze (Felis margarita) und zahlreichen Schlangenarten, die sich auch in den trockenen Gebieten wohl fühlen, wie Sandrasselottern der Gattung Echis, Sandvipern, Puffottern und Kobras.

Unter den wildlebenden Tieren kommen im Dhofar-Gebirge noch wenige Exemplare des Persischen Leoparden (Panthera pardus nimr) vor. 2013 wurde der Bestand in den Bergen im Süden Omans auf 50 bis 100 Tiere geschätzt. Die Raubkatze ist nicht nur durch Habitatsverlust, sondern auch durch illegale Angriffe der Hirten bedroht, die ihre Ziegen, Kühe und Kamele schützen wollen.Leopardensterben im Nahen Osten. taz, 12. August 2013. Die Weltnaturschutzorganisation IUCN stuft den Persischen Leoparden in die Gefährdungskategorie vom Aussterben bedroht (CR = Critically Endangered) ein. Offiziell gab es 2021 noch etwa 200 frei lebende Exemplare, wobei in Oman, mit rund 50 Tieren, die größte Einzelpopulation lebte.Born to be wild: A daring vision of the Arabian leopard’s future The Independent, abgerufen am 20. Februar 2022.

Der Arabische Tahr ist eine scheue Halbziegenart, die ebenfalls im Hadschar-Gebirge beheimatet ist und in Oman bereits seit 1976 unter Schutz steht. Laut IUCN ist die Art dennoch stark in ihrem Bestand gefährdet, sowohl durch Wilderei als auch durch Überweidung.Refining conservation strategies using distribution modelling: a case study of the Endangered Arabian tahr Arabitragus jayakari (englisch) Cambridge University Press, abgerufen am 20. Februar 2022.