Das St. Petersburg International Economic Forum (SPIEF), im deutschsprachigen Raum auch bekannt als Sankt Petersburger Wirtschaftsforum, ist ein Jahrestreffen von Akteuren aus der Wirtschaft verschiedener Länder, das von der russischen Regierung und der Roscongress Foundation veranstaltet wird. Die teilnehmenden Politiker, Ökonomen, Vorstandsvorsitzenden großer bis mittelgroßer nationaler und internationaler Unternehmen und weitere Wirtschaftsfachleute kommen auf Einladung in Sankt Petersburg zusammen.
Geschichte Das 1997 gegründete Forum steht seit 2005 unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Russischen Föderation. Jährlicher Teilnehmer von deutscher Seite war der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Auch deutsche Politiker und Manager von DAX-Unternehmen waren wiederkehrende Besucher.
In seinen besten Jahren wurden am Forum bei über hundert Einzelveranstaltungen Beratungen über weltwirtschaftsbezogene Themen diskutiert, nebst Beziehungspflege und dem Beschließen von Verträgen und Abkommen.
miniatur|Eingangsplakat für das Forum 2022
Das Sankt Petersburger Wirtschaftsforum 2017, das mit einem Veranstaltungsbudget von 32 Millionen Euro organisiert wurde und auf dem die Themen Digitalisierung, Klimawandel und Mobilität im Blickpunkt standen, wurde von 5000 Teilnehmern besucht. Prominente Gäste waren der indische Premierminister Narendra Modi und der österreichische Bundeskanzler Christian Kern. Im Jahr 2018 waren unter anderem Chinas Vizepräsident Wang Qishan, Japans Premierminister Shinzo Abe und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Gäste des Economic Forum.
Anfang März 2020 wurde bekanntgegeben, dass das für die Zeit vom 3. bis 6. Juni geplante Sankt Petersburger Wirtschaftsforum 2020 wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt.Russland sagt internationales Wirtschaftsforum ab, m.boersen-zeitung.de/dpa-meldung, 5. März 2020.
Während das Forum früher international hochrangig besucht wurde und als „Russisches Davos“ galt, hatte die 25-jährige Jubiläumsausgabe der Veranstaltung – beginnend nach dem russischen Überfall auf die Ukraine am 15. Juni 2022 – nur Gäste wie Denis Puschilin oder einen Taliban-Ökonomen.Putins Gefangene, Foreign Affairs, 15. Juli 2022 (englisch). Wladimir Putin nutzte die Eröffnungsrede der Veranstaltung unter dem Motto »Eine neue Welt – neue Möglichkeiten« für eine Generalabrechnung mit den westlichen Ländern, betreffend Russland war er voller Optimismus.Putin: Frontalattacken gegen den Westen orf.at, 17. Juni 2022, abgerufen am 17. Juni 2022.
Ziel des SPIEF 2024 war zu demonstrieren, dass sich Russland trotz Sanktionen widerstandsfähig zeige.
Präsident Putin sagte am SPIEF 2025: »Russen und Ukrainer sind ein Volk. In diesem Sinne gehört die ganze Ukraine uns.« Seine Zuhörer waren laut einem Kommentar eines langjährigen Berichterstatters »Pariastaaten, die russische Vetternwirtschaft und Vertreter der Querdenker«.https://www.themoscowtimes.com/2025/06/20/putins-davos-reduced-to-taliban-nepo-babies-and -pariah-states-a89472
Im Jahr 2026 nahmen erstmals seit Jahren wieder einige deutsche Unternehmensvertreter teil, darunter Thomas Bruch. An einer Veranstaltung zum Thema »Kultur als Brückenbauer in Krisenzeiten« nahmen nach Angaben der Organisatoren mehrere Deutsche teil, darunter der Dirigent Justus Frantz, der AfD-Vorsitzende und Landtagsabgeordnete aus Sachsen Jörg Urban, der Verleger Holger Friedrich sowie der Filmemacher und Journalist Hubert Seipel. Auch zwei AfD-Bundestagsabgeordnete nehmen teil, Markus Frohnmaier und Steffen Kotré. Insgesamt kamen in diesem Jahr Menschen aus mehr als 130 Ländern. Am Morgen des Tags des Beginns wurde Sankt Petersburg von ukrainischen Drohnen getroffen – u. a. ein Erdöl-Terminal geriet in Brand. Ein Kommentar der Moscow Times nannte das Treffen einen tragikomischen Event. Alexander Dugin und Konstantin Malofejew malten als Eröffnung den Teufel an die Wand falls der Krieg endet. Ausländer wurden zu "Delegationen" aufgebauscht wie auch das surreale Projekt des „Putin-Trump-Tunnels“ unter der Beringstraße.https://www.themoscowtimes.com/2025/10/24/heres-why-plans-for-a-tunnel-between-russia-and-alaska-are-insane-a90919 Laut Deutschlandfunk erinnerte das SPIEF an den Auftritt von Illusionisten in einem Zirkus mit einem Elefanten im Raum.https://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zu-putin-auf-dem-wirtschaftsforum-der-illusionist-von-st-petersburg-100.html
Weblinks
Website des Forums
Einzelnachweise
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