mini|Roman Schliesser (2013) „Adabei“ Roman Schliesser (* 7. Juni 1931 in Wien; † 7. Oktober 2015 ebenda) war ein österreichischer Gesellschaftsjournalist und Kolumnist.
Leben Schliesser wurde 1931 als Sohn eines Hilfsarbeiters in Wien-Floridsdorf geboren. Nachdem er kurze Zeit in Ostberlin gelebt hatte, lernte er, zurück in Wien, in der Lokalredaktion der Boulevardzeitung Express den Beruf des Reporters. Anfang der 1960er Jahre (nach anderer Quelle bereits 1957; Reyer 2012), noch beim Express, bekam er bald auch Zugang zu den Künstlern. Schliesser erfand sein Pseudonym und wurde mit seiner gleichnamigen Kolumne zum „Adabei“ (; Reyer 2012). 1966 wechselte er zur Kronen Zeitung, der größten Tageszeitung in Österreich, und war dort bis 1993 eine Säule der Berichterstattung.Adieu! „Adabei“-Legende Roman Schliesser verstorben. Kronen Zeitung, 7. Oktober 2015. Abgerufen am 31. Oktober 2015. Insgesamt 47 Jahre lang kommentierte er unter anderem auch Angelegenheiten des Kulturlebens. Wegen seiner gelegentlichen Scharfzüngigkeit war er vielgelesen wie vielfach gefürchtet. Nach seinem altersbedingten Rückzug aus der Krone wechselte er zur Tageszeitung Kurier und schrieb für die Kurier-freizeit eine Serie, in der er über sein berichtete.„Adabei“-Legende Roman Schliesser gestorben. In: wien.ORF.at, 7. Oktober 2015. Abgerufen am 31. Oktober 2015. Selbst beschrieb sich Schliesser mehrfach als „Menschenreporter“ (Reyer 2012; Bischofberger 2015). Als sein „Adabei“-Nachfolger bei der Krone übernahm Michael Jeannée die Kolumne.
Eine Dissertation, eingereicht an der Hochschule für angewandte Kunst, setzte sich mit dem Phänomen des „Adabei“ auseinander (Schenker, Wien 1988). Demnach seien in der Adabei-Kolumne die von ihm meistgenannten Prominenten – in dieser Reihenfolge – Franz Antel, Curd und Udo Jürgens, Bruno Kreisky, Helmut Zilk und Herbert von Karajan gewesen.Georg Markus in seinem Nachruf im Kurier, 7. Oktober 2015.
Neben seiner journalistischen Arbeit war Schliesser auch als Drehbuchautor tätig, so für den 1963 gedrehten österreichischen Kriminalfilm Die schwarze Kobra. 2006 veröffentlichte er eine bebilderte Biographie des österreichischen Filmproduzenten Karl Spiehs.
Im Alter von 75 Jahren zog sich „Adabei“ Schliesser gänzlich in das Privatleben zurück und resümierte: und erklärte dies mit . Im Jahr 2011 heiratete er in erster Ehe namens „Bonny“.Zitiert nach Conny Bischofberger: Roman Schliesser: Auf Du mit den Großen der Welt. „Adabei“-Legende tot. Nachruf in: Kronen Zeitung, 8. Oktober 2015. Abgerufen am 31. Oktober 2015.
Rezeption mini|Grabstätte auf dem Grinzinger Friedhof
Werke Die Supernase – Karl Spiehs und seine Filme. Ueberreuter, Wien 2006, ISBN 978-3-8000-7228-6.
Literatur
Gesellschaftskolumnist Adabei: Da Roman und seine Hawara. In: profil; Nr. 3, 1972, S. 56f Hans Dichand: Kronen Zeitung. Die Geschichte eines Erfolges. Wien 1977, S. 350. Peter Eppel, Heinrich Lotter: Dokumentation zur österreichischen Zeitgeschichte, 1955–1980. Wien 1982, S. 503. Monika Schenker: „ADABEI“. Die Kulturgeschichte einer Klatschspalte. Eine quantitative Analyse der Gesellschaftsspalte der „Neuen Kronenzeitung“ mit einem Schwerpunkt auf kultureller Ebene. Dissertation an der Hochschule für angewandte Kunst, Wien 1988. Cordula Reyer: Früher war alles reicher. Interview mit Roman Schliesser. In: Die Welt, Ausgabe 30, 22. Juli 2012, S. 16 (Artikel online). Georg Markus: „Adabei“ Roman Schliesser verstorben. Der legendäre Societyreporter starb im Alter von 84 Jahren. In: Kurier, 7. Oktober 2015 (Artikel online).
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