mini|hochkant=2|Netz der Römerstraßen ca. 125 n. Chr.: Die Liste der Römerstraßen bietet eine Übersicht über erhaltene Römerstraßen. Das Straßennetz des Imperium Romanum erreichte eine Gesamtlänge von bis zu 300.000 km. Digital Atlas der Straßen des Römischen Imperiums im internationalen Itiner-e Projekt der Universitäten Barcelona und Aarhaus abgerufen am 12. November 2025
Römerstraßen Neben den zeitgenössisch belegten Straßen folgen die Angaben vielfach der Tabula Peutingeriana, einer Straßenkarte des 12. Jahrhunderts, wohl eine Kopie einer karolingischen Karte nach einem spätrömischen Original.
Über die Alpen Diese Straßen verbinden über Österreich, die Schweiz und Slowenien Italien mit Ungarn und Deutschland:
Name Bauzeit und Erbauer Verlauf Bone en Bez Zwischen Glovelier und Saulcy im Kanton Jura in der Schweiz nachgewiesene Römerstraße aus dem 1. Jahrhundert Via Claudia Augusta 15 n. Chr. unter Nero Claudius Drusus Von Venetien über Verona, Bozen (Pons Drusi), Meran (Statio Maiensis), durch den Vinschgau, über den Reschenpass, Finstermünz und den Fernpass über Füssen (Foetes) nach Augsburg (Augusta Vindelicum) Via Claudia Augusta Altinate 47 n. Chr. Von Altino an der Adria, über Feltre und das Valsugana-Tal nach Trento Via Gemina Von Aquileia nach Aemona (an der Stelle des heutigen Ljubljana) Via Julia Augusta nach 16/15 v. Chr. Hauptroute nach Noricum: Von Aquileia nordwärts über Zúglio (Karnische Alpen, Iulium Carnicum) und den Plöckenpass bis ins Drautal, teilt sich bei Irschen (castrum Ursen) und führt über Aguntum (bei Lienz/Osttirol) und Innichen (Littamum) nach Veldidena (Wilten/Innsbruck) bzw. über Teurnia (bei Spittal an der Drau) nach Virunum (am Magdalensberg bei Klagenfurt); dort nach Enns (Lauriacum) oder nach Salzburg (Iuvavum); dort nach Augusta Vindelicum (Augsburg, Route wird Via Julia genannt) Via Raetia 15 v. Chr.Rupert Breitwieser, Andreas Lippert: Passwege der keltischen und römischen Zeit in den Ostalpen. In: Mitteilungen der Anthropologischen Gesellschaft in Wien, 129 (1999), S. 127. / 43 n. Chr. unter Claudius;Hans Kratzer: Riesiges Bauprojekt der Römer im Murnauer Moos entdeckt , Süddeutsche Zeitung vom 10. August 2018, abgerufen am 9. Mai 2019.Werner Zanier: Ausgrabung: Der römische Kaiser Claudius auf dem Holzweg? In: Akademie aktuell der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Nr. 65 (2/2018), Seiten 62–71 (PDF, 1,73 MB) befestigt um 200 n. Chr. unter Septimius Severus Von Verona über Bozen, Sterzing (Vipiteno), den Brenner und Matrei (Matreio) nach Wilten/Innsbruck (Veldidena) und über Zirl (Teriolis), den Seefelder Sattel, Mittenwald (Scarbia), Partenkirchen (Parthanum), Coreliacus und Epfach (Abodiacum) nach Augsburg (Augusta Vindelicum) Itinerarium Antonini 3. Jh. n. Chr. Die Karte zeigt einen Straßenzug durch Tinnetione (Tinizong im Oberhalbstein, Kanton Graubünden) und Murus (wohl Castelmur-Müraia, Gem. Bondo GR). Es muss sich um die Route über den Julier- bzw. den Septimerpass mit einerseits Karrenspuren und andererseits dem ausgegrabenen römischen Feldlager handeln.
Eine aufgrund eines bei Zirl vorgefundenen Meilensteins postulierte Via Decia ist nicht nachgewiesen und gilt durch den Fund gleichartiger, eindeutig der Via Raetia zuordenbarer Meilensteine als widerlegt.Gerald Grabherr: Zur sogenannten Via Decia. In: Bayerische Vorgeschichtsblätter 61, 1996, S. 229–244.Karlheinz Dietz, Martin Pietsch: Zwei neue römische Meilensteine aus Mittenwald, in: Mohr, Löwe, Raute 6 (1998), S. 41–57 (Online-Version).
Balkanhalbinsel Name Bauzeit und Erbauer Verlauf Via Egnatia 146 v. Chr. unter Gnaeus Egnatius Fortsetzung der Via Appia auf der östlichen Seite der Adria (Griechenland), von Apollonia und Durrës/Albanien über Elbasan nach Ohrid, Thessaloniki, Amphipolis und Alexandroupoli nach Konstantinopel am Bosporus Via Flavia 78 n. Chr. Von Aquileia, Triest, Pula, durch Istrien, über Fiume nach Dalmatien Via Istrum Eine Ost-West-Verbindung entlang der unteren Donau von Noviodunum ad Istrum, Toesmis, Ulmetum, Dorostorum, Transmarisca, Appiaria, Novae, Oescus, Variana, Ciabrus, Ratiaria, Cuppae, Viminatium, Demessus, Singidunum nach SirmiumPius Bonifatius Gams: Die drei ersten Jahrhunderte. In: Die Kirchengeschichte von Spanien. Band 1, Verlag G. J. Manz, 1862, S. 400 ff. Via Militaris Eine Nordwest-Südost-Verbindung zum Bosporus (Belgrad – Sofia – Plowdiw – Edirne – Istanbul / zur Römerzeit hießen die Städte Singidunum – Serdica – Philippopolis – Hadrianopolis – Konstantinopel) – ab 1600 auch als via Traiana bezeichnet, was die zweideutige Bezeichnung via militaris umgeht, mit der auch ganz allgemein eine Militärstraße bezeichnet wird Via Pontica Eine Nord-Süd-Verbindung entlang der westlichen Küste des Schwarzen Meeres (altgriechisch Pontos Euxeinos) bis zum Donaudelta von Byzantion aus über Apollonia, Deultum, Anchialo, Mesembria, Odessos, Byzone (Kawarna), Kallatis, Tomoi, Histria nach Noviodunum ad Istrum Via Traiana (Balkan) Eine Nord-Süd-Verbindung mitten durch die Balkanhalbinsel, verband die Oescus bzw. Novae an der Donau über Trojan, durch das Hemusgebirge, mit Philippopolis (Via Militaris) in Thrakien und durch das Rhodopen-Gebirge mit der Via Egnatia an der ÄgäisMichael Wendel: ZAKSSchriften. Band 6: Karasura III: Die Verkehrsanbindung in frühbyzantinischer Zeit (4.–8. Jh. n. Chr.), Langenweißbach 2005. Via ??? Nord-Süd-Verbindung mitten durch die Balkanhalbinsel von Anchialo, Aquae Calidae, Marcianopolis nach Dorostorum Via ??? Eine Ost-West-Verbindung von Anchialo und Pyrgos, über Aquae Calidae, Kabyle, Beroe nach Ranilum zur Via Militaris (siehe oben) Via ??? Eine Ost-West-Verbindung von Plowdiw über Pasardschik (wo sie von der Via Militatis abzweigte, dort steht mehr dazu), Kostenez, Samokow, Pautalia, Skopje und Priština nach Sarajevo
Britannien Name Bauzeit und Erbauer Verlauf Akeman Street Camlet Way In Ost-West Richtung zwischen Colchester (Camalodunum) in Essex und Silchester (Calleva Atrebatum) in Hampshire über St Albans (Verulamium) Dere Street Devil’s Highway 47 n. Chr. – 48 n. Chr. Von Londinium (London) über Ad Pontes (Staines-upon-Thames) nach Calleva Atrebatum (Silchester) Ermine Street Fen Causeway Fosse Way Peddars Way Sarn Helen Verband Abberconwy mit Carmarthen Stanegate Stane Street: Stane Street (Chichester) und Stane Street (St Albans) Römische Straße von Silchester nach Bath Verband Calleva Atrebatum bei Silchester mit Aquae Sulis (Bath) über Spinae (heute Speen) und Cunetio Watling Street
Deutschland Name Bauzeit und Erbauer Verlauf Via Claudia Augusta Fernstraße aus Oberitalien nach Augsburg „Via Julia“ Militärstraße von Augsburg nach Salzburg Via Raetia 15 v. Chr. / 43 n. Chr., befestigt 195–215 n. Chr. Fernstraße aus Oberitalien nach Augusta Vindelicum (Augsburg) über Brenner und Seefelder Sattel, Fundstücke bei Klais (Spurbreite 107 cm), Verlauf über Partenkirchen (Partanum) und Epfach (Abodiaco) nach Augsburg Allgäustraße Fernstraße aus Oberitalien nach Augsburg: Como, Chur, Bregenz, Kempten Römische Rheintalstraße Verlängerung der Fernstraße aus Italien über den San-Bernardino-Pass von Straßburg (Argentoratum) über Speyer (Noviomagus) und Worms (Borbetomagus) nach Mainz (Mogontiacum), weiter über Koblenz (Confluentes), Bonn (Castra Bonnensia), Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) und Xanten (Vetera) bis an die Nordsee Heerstraße von Brigantium (Bregenz) nach Iuvavum (Salzburg) über Cambodunum (Kempten); kreuzte bei Abodiacum (Epfach, Deutschland) die Via Claudia Augusta Ausoniusstraße Militärstraße von Bingen am Rhein nach Trier, die modern nach dem römischen Dichter Ausonius benannt wurde Kinzigtalstraße Teil der Militärstraße von Mogontiacum (Mainz) über Argentoratum (Straßburg) nach Augusta Vindelicum (Augsburg) Militärstraße von Mogontiacum (Mainz) über Cannstatt nach Augusta Vindelicum (Augsburg) Militärstraße von Mogontiacum (Mainz) über Hofheim nach Frankfurt-Heddernheim (Nida) und weiter über Okarben nach Friedberg in der Wetterau; diese Straße wurde im Mittelalter Pilgerweg zur Elisabethkirche in Marburg, deshalb erhielt sie die Bezeichnung Elisabethenstraße Saalburgstraße Von Nida nach der Saalburg Feldbergstraße Von Nida nach dem Feldbergkastell (Plasterweg, Haderweg über den Osthang des Altkönigs und den Fuchstanz) Römerstraße Neckar–Alb–Aare Vom Legionslager Vindonissa (Windisch bei Baden in der Schweiz) führte sie über Tenedo (Zurzach, Hochrhein), Iuliomagus (Schleitheim), Brigobanne, Arae Flaviae (Rottweil) und Sumelocenna (Rottenburg) nach Grinario (Köngen bei Stuttgart) Römerstraße von Ladenburg (Lopodunum) nach Osterburken Via Belgica Fernstraße von CCAA (Köln) nach Samarobriva (Amiens/Frankreich) Via Agrippa Fernstraße von Augusta Treverorum (Trier) nach CCAA (Köln) Donausüdstraße Um 48 n. Chr. Gebaut als Grenzsicherungsstraße vom Donauursprung südlich entlang der Donau zunächst bis Weltenburg und schließlich bis Konstantinopel; Abzweigungen in Tuttlingen nach Straßburg (Kinzigtalstrasse), in Günzburg nach Augsburg Römische Fernstraße Fernstraße von Augusta Treverorum (Trier) nach Argentoratum (Strasbourg) Römerstraße Trier–Neuss 22 bis 19 v. Chr. von Trier nach Neuss Eine aufgrund eines bei Zirl vorgefundenen Meilensteins postulierte Via Decia ist nicht nachgewiesen und gilt durch den Fund gleichartiger, eindeutig der Via Raetia zuordenbarer Meilensteine, als widerlegt.
Frankreich Name Bauzeit und Erbauer Verlauf Via Agrippa(Neuzeitlicher Name) 39–13 v. Chr. Marcus Vipsanius Agrippa Von Arles durch das Rhônetal über Orange und Valence nach Lyon (Lugdunum) und weiter über Amiens nach Boulogne-sur-Mer, entspricht etwa den heutigen Nationalstraßen RN 7 bzw. RN 1. Von Lyon alternativ über Metz nach Trier (und Köln) Via Aquitania Von Narbonne (abzweigend von der Via Domitia) über Toulouse und Bordeaux zum Atlantischen Ozean Via Corsica Von Mariana über Aleria, Praesidium, Portus Favonius nach Pallas (Ostküste, Korsika) Via Domitia 118 v. Chr. unter Gaius Domitius Ahenobarbus Fortsetzung der Via Augusta (von Spanien) am Col de Panissars, nahe dem heutigen Col del Portus (Pyrenäen), über Narbonne und Béziers nach Nimes (Nemausus), über den Pont du Gard, Beaucaire, Cavaillon, Apt, Sisteron, Gap, Embrun nach Briancon mit Anschluss zum Col de Montgenèvre (siehe auch die Via Fenollentis – Via Confluentana – Via Vallespiri) Via Julia Augusta 13 v. Chr. unter Augustus Fortführung der Via Aurelia und Via Postumia von Vado Ligure (Vada Sabatia) entlang der ligurischen Küste über Albenga (Albigaunum) und Ventimiglia (Albintimilium) und durch die Seealpen nach Westen bis Arles (Arelate) in Gallien (Anschluss an die Via Domitia) (heute Provence)
Iberische Halbinsel Die Festlegung des Verlaufs der römischen Straßen beruht einerseits auf schriftlichen Quellen wie dem Itinerar des Antoninus, einem Reiseführer aus dem 4. Jahrhundert, andererseits auf der archäologischen Hinterlassenschaft, erhaltenen Straßenabschnitten, Meilensteinen, Brücken und den Ortschaften an den Straßen. Die wichtigste Nord-Süd-Verbindung in Portugal war die über 361 km führende Straße von Olisipo (Lissabon) nach Bracara Augusta (Braga), der eine Südachse in die Algarve, nach Lacobriga (Lagos) entsprach. An Kreuzungspunkten schlossen die in das Innere der Iberischen Halbinsel führenden Straßen an. Diese folgten zumeist den Flussläufen. Die Straßen werden nach ihrer Breite in Hauptstraßen, ca. fünf Meter breit, und Nebenstraßen, drei bis vier Meter breit geschieden. Es sind lediglich Abschnitte erhalten, da in der Regel nur an Steigungen bzw. Gefällstrecken gepflastert wurde. Dies erschwert das Aufspüren der antiken Straßen im Gelände. Der für die Erschließung des Landes wichtige Straßenbau dürfte in flavischer Zeit, als die Erzminen (Aljustrel, Tresminas) auf dem Höhepunkt der Produktion waren, im Wesentlichen abgeschlossen gewesen sein. Damit einher ging der Ausbau von Häfen (Ilha do Pessegueiro).