Kōfu (, -shi, von Kōshū-Fuchū, d. h. dt. „Verwaltungssitz von Kōshū“) ist eine Großstadt und der Verwaltungssitz der Präfektur Yamanashi auf Honshū, der Hauptinsel von Japan. Kōfu liegt etwa in der Mitte zwischen Nagoya und Tokio im Landesinneren. Derzeit leben rund 200.000 Einwohner in der Stadt. Im Jahr 2000 erhielt die Stadt Kōfu als tokureishi („Ausnahmestadt“) einen politischen Großstadtstatus mit ausgeweiteter Selbstverwaltung, 2019 wurde sie zur „Kernstadt“ aufgewertet.

Die Stadt hat drei lokal ansässige Fernsehkanäle und drei lokale Radiosender. Es gibt drei natürliche heiße Quellen und viele Berge, Flüsse und Wasserfälle im Norden. Auf dem ganzen Stadtgebiet verteilt stehen die 108 spirituellen Orte von Kai, siehe Kai Hyakuhachi Reijō, hauptsächlich Tempel und Schreine.

Geografie Kōfu liegt relativ zentral in der Präfektur, in der Mitte des Kōfu-Beckens (), in der Nähe des Chiyoda-Sees und des Arakawa.

Geschichte In der kaiserlichen Verwaltung des Altertums wurde die Gegend Teil des Kreises Yamanashi der Provinz Kai (Kai no kuni, sinojapanischer Kurzname Kōshū).

Im Mittelalter wurde Kōfu als Burgstadt (Jōkamachi) zuerst vom Takeda-Klan (Takeda Shingen), nach dem Verfall des Takeda-Klans vom Oda-Klan (Oda Nobunaga) und nach dem Oda-Klan vom Asano-Klan (Daimyō von Toyotomi Hideyoshi) beherrscht. – In der Edo-Zeit war die Burg Kōfu Fürstensitz des -han (Fürstentum/Großlehen) Kōfu, das von Tokugawa-Nebenlinien und zeitweise den Yanagisawa beherrscht wurde. 1724 erlosch das Fürstentum ganz und kam unter direkte Kontrolle des Tokugawa-Shogunats.

Im Boshin-Krieg 1868 fiel die Burg Kōfu kampflos, östlich der Burgstadt besiegten in der Schlacht von Kōshū-Katsunuma (auf dem Gebiet der heutigen Stadt Kōshū) die Restaurationstruppen Reste der schon zu Beginn des Krieges im Westen entscheidend geschlagenen und zu ihren letzten loyalen Fürstentümern in Nordjapan zurückweichenden Shōgunatsarmee. Nach der Restauration entstand als Nachfolger der Shōgunatsvogteien in Kai die Präfektur (-ken) Kōfu, die später in Yamanashi umbenannt wurde. Der Landkreis wurde bei der Reaktivierung der Kreise als Verwaltungseinheit 1878 in West- (Nishi-) und Ost- (Higashi-) geteilt. Die Stadt Kōfu entstand schließlich bei der Einführung kreisfreier Städte (-shi) nach preußischem Modell 1889 aus Teilen des bisherigen Kreises West-Yamanashi. Im 20. Jahrhundert wurden ganz West-Yamanashi und Teile weiterer Landkreise nach Kōfu eingemeindet. Zuletzt erweiterten 2006 die Stadt Nakamichi und ein Teil des Dorfes Kami-Kuishiki das Stadtgebiet im Süden.Stadt Kōfu: Geschichte (japanisch)

Im Rahmen des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadt am 6. Juli 1945 durch die United States Army Air Forces (USAAF) 2 Stunden lang bombardiert, wobei 970 t Napalmbomben abgeworfen wurden. Der Angriff zerstörte rund 79 % des Stadtgebietes und forderte 1127 Tote.Yamanashi-ken kotogakko kyoiku kenkyukai chireki-ka, kominka-bukai (Hrsg.): Kōfu no sengo. In: Yamanashi-ken no rekishi sampo. Yamakawa Shuppan, 2007, ISBN 978-4-634-24619-5, S. 117. (siehe Luftangriffe auf Japan)

Wirtschaft und Verkehr Industrie Die wichtigsten Industriezweige sind die Glasindustrie, Edelsteinschleifereien sowie die Stempelindustrie. Bis in die Shōwa-Zeit war die Aufzucht von Seidenraupen, die Herstellung von Rohseide und damit verbunden die Seidenweberei von Bedeutung.

Tourismus mini|Takeda-Schrein

Durch die günstige Lage in der Nähe von Wälder- und Berglandschaften, wie der Schlucht Shōsen-kyō (), Seen und heißen Quellen (Onsen, z. B. der Yumura-Onsen ()) ist Kofu ein beliebtes Urlaubsziel.

Zu den religiösen Touristenattraktionen gehören Tempel des Rinzai-shū-Buddhismus, wie die Kōfu Gozan (Tōkō-ji, Nōjō-ji, Chōzen-ji, Enkō-in und Hōsen-ji), der Zenkō-ji und der Erin-ji; sowie Shintō-Schreine wie der Takeda-Schrein oder Yamanashi-ken-Gokoku-Schrein.

In Kōfu findet sich zudem die restaurierte Burg Kōfu, sowie das Kunstmuseum Yamanashi () und das Wissenschaftsmuseum Yamanashi. Zu Ehren Takeda Shingens errichteten die Bürger die Takeda-Shingen-Statue.

Bahn und Bus mini|Bahnhof Kōfu In Kōfu liegen insgesamt sechs Bahnhöfe, wobei der wichtigste der Bahnhof Kōfu ist. Er liegt an der Chūō-Hauptlinie der Bahngesellschaft JR East und bietet unter anderem Schnellzugverbindungen nach Tokio und Matsumoto. Hier zweigt auch die Minobu-Linie von JR Central ab, die nach Fuji führt.

Von 1898 bis 1928 bestand die Straßenbahn Kōfu, eine Pferdebahn. An ihre Stelle trat die Yamanashi-Kōtsū-Bahnlinie, eine von 1930 bis 1962 bestehende Überlandstraßenbahn. Seither wird der öffentliche Nahverkehr von Bussen der Gesellschaft Yamanashi Kōtsū durchgeführt.

Straße Chūō-Autobahn

Höhere Bildungseinrichtungen Universität Yamanashi (Nationale Universität für diese Präfektur) Universität der Präfektur Yamanashi (Universität der Präfektur) Gakuin Hochschule (in Sportwissenschaften überregional bekannte private Hochschule) Eiwa Hochschule (in Sprachwissenschaften überregional bekannte private Hochschule) Gakuin Untergraduiertenkolleg (für Erstabsolventen der Gakuin Hochschule, organisatorisch getrennt)

Sport Kōfu ist die Heimat des Fußballvereins Ventforet Kofu aus der J. League, dessen Spiele im Kose Sports Stadion ausgetragen werden.

Söhne und Töchter der Stadt

Kusakabe Kimbei (1841–1932), Photograph Muraoka Hanako (1893–1968), Schriftstellerin Hōdai Yamazaki (1914–1985), Schriftsteller Masumura Yasuzō (1924–1986), Filmregisseur Mori Shin’ichi (* 1947), Enka-Sänger Sakihito Ozawa (* 1954), Politiker Naoko Takeuchi (* 1967), Mangaka Iwaike Kazuhito (* 1968), Musiker, Gitarrist und Songschreiber HYDE, VAMPS, Oblivion Dust Hidetoshi Nakata (* 1977), Fußballspieler Kazushige Kirihata (* 1987), Fußballspieler Naito Ehara (* 1993), Schwimmer Naoto Kidoku (* 1994), Fußballspieler Iwana Kobayashi (* 1996), Fußballspieler Shūsuke Ōta (* 1996), Fußballspieler Yōichi Naganuma (* 1997), Fußballspieler Miki Inoue (* 2001), Fußballspieler Sōta Kawasaki (* 2001), Fußballspieler Taiju Ichinose (* 2002), Fußballspieler Yamato Naitō (* 2004), Fußballspieler

Angrenzende Städte und Dörfer Kai Yamanashi Fuefuki Hokuto Chūō Shōwa Kawakami Minobu

Partnerstädte mini|Rathaus In Japan Yamatokōriyama, Präfektur Nara, Japan seit dem 22. Januar 1992 Im Ausland Des Moines, Iowa, USA seit dem 16. August 1958 Lodi, Kalifornien, USA seit dem 11. April 1961 Pau, Nouvelle-Aquitaine, Frankreich seit dem 18. August 1975 Chengdu, Sichuan, V.R. China seit dem 27. September 1984 Cheongju, Chungcheongbuk-do, Südkorea seit dem 26. September 2002

Literatur S. Noma (Hrsg.): Kōfu. In: Japan. An Illustrated Encyclopedia. Kodansha, 1993. ISBN 4-06-205938-X, S. 805.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Präfektur Yamanashi Kategorie:Japanische Präfekturhauptstadt