Möckern ist eine Stadt im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.

Geografie Lage Die Stadt liegt im Westfläming. Die Landeshauptstadt Magdeburg liegt ca. 20 Kilometer in westlicher Richtung entfernt, die Kreisstadt Burg grenzt im Norden an das Gemeindegebiet. Durch die Stadt fließt der Elbe-Nebenfluss Ehle, und im Osten erstreckt sich ein etwa 50 km² großes Kiefernwaldgebiet. Die höchste Erhebung ist mit der Jerusalemberg auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow. Möckern steht auf Platz vier in der Liste der flächengrößten Gemeinden Deutschlands nach Berlin, Hamburg und Gardelegen und hat mit gut 525 km² etwa ein Fünftel der Fläche des Saarlands.

Gemeindegliederung Möckern ist eine Einheitsgemeinde und besteht aus 50 Ortsteilen, die auf 27 Ortschaften aufgeteilt sind. Die Zusammenfassung der Ortsteile zu Ortschaften erfolgte nach den früheren Gemeindestrukturen.Aufteilung in Ortschaften Hinzu kommen die in nachfolgender Tabelle außerdem aufgeführten Siedlungen und Wüstungen, die zum jeweils vorgenannten Ortsteil gehören. Ortschaft Ortsteil Siedlungender Ortsteile WüstungenBüdenBüdenDörnitzDörnitzKupferhammerAltengrabowGloineKlitscheThümermarkDrewitzDrewitzFriedensauFriedensauWustenGrabowGrabowAm FennGrillePolzuhnHainichteGrünthalKähnertForsthaus KähnertZiegelsdorfHobeckGöbelHobeckKleppsZiegelei KleppsHohenziatzHohenziatzLüttgenziatzKrüssauBrandensteinKrüssauKüselKüselStadt LoburgBomsdorfEckebuschHeidesegenLoburgDiesingshofGrödenGüssenPadegrimKüpelRottenauMöckernitzWahlZumitzLübarsGlienickeKlein LübarsLübarsRiesdorf Ortschaft Ortsteil Siedlungender Ortsteile WüstungenMagdeburgerforthMagdeburgerforthStadt MöckernLütnitzMöckernGrätzer HofGesowBredewitzLochowKallowLüheRoskowPabsdorfKahmeReesdorfReesdorfBuschhäuserWaldhofRietzelRietzelRosianRosianIsterbiesSchweinitzSchweinitzSchweinitzer HüttenStegelitzStegelitzRadersdorfZugbergStresowStresowTheeßenRäckendorfNyblitzSpühlkrugTheeßenBirkenbuschPortezWaldsiedlungTryppehnaTryppehnaDegenitzParschwinkelWallwitzWallwitzWörmlitzWörmlitzSchröpsSwinowWüstenjerichowWüstenjerichowWaldrogäsenZeddenickZeddenickGinowPamelitzZeppernickBrietzkeDalchauKalitzWendgräbenZeppernickZiepelKampfLandhausZiepelDudendorf Bis zum Inkrafttreten eines Staatsvertrags über die Änderung der gemeinsamen Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg im Oktober 2024 lagen fünf kleine Enklaven, die zu den brandenburgischen Gemeinden Buckautal und Ziesar im Landkreis Potsdam-Mittelmark gehörten, im Stadtgebiet Möckerns, und umgekehrt gab es eine Exklave, die zu Möckern gehörte, in Ziesars Stadtgebiet.

Klima Am 27. Juni 2026 wurde in Drewitz im Rahmen einer Hitzewelle mit 41,8 °C die bis dahin höchste je in Deutschland erreichte Lufttemperatur gemessen.

Geschichte Die Slawen nannten den Ort, aus dem sich später Möckern entwickelte, „Mokrianici“ – feuchter Ort –, denn die Ehle bildete zu dieser Zeit hier ein ausgedehntes Sumpfgebiet. Es wird vermutet, dass die Siedlung schon zum Ende des 9. Jahrhunderts unter deutschem Einfluss stand; sicher ist, dass sie Mitte des 10. Jahrhunderts ein deutscher Burgward war. Als solche wurde sie mit einer Urkunde von König Otto I. aus dem Jahre 948 zur Zehntleistung an das Magdeburger Moritzkloster verpflichtet. Diese Urkunde gilt als Ersterwähnung des Ortes. Zu dieser Zeit wurde auch anstelle der alten slawischen Anlage eine Burg errichtet, deren Bergfried noch heute Teil des Möckeraner Schlosses ist. Sie diente als Vorposten dem Schutz Magdeburgs und sicherte zugleich die wichtigen Straßen nach Brandenburg und Zerbst. 955 soll Otto I. nach seinem Sieg über die Ungarn am 10. August des Jahres (Tag des Heiligen Laurentius) die Pfarrkirche gestiftet haben, die seither den Namen des Heiligen trägt. Im 11. Jahrhundert erhielt Möckern eine Stadtbefestigung (seit dem 12. Jahrhundert aus Feldsteinen), die mit drei Toren ausgestattet wurde. Es ist nachgewiesen, dass Möckern bereits im Jahre 1373 das Stadtrecht besaß.

Die Herrschaftsfolge in Möckern war über mehrere Jahrhunderte hindurch vielfältig und kompliziert. Im 12. Jahrhundert übten die Brandenburger Markgrafen die Herrschaftsrechte aus, doch Markgraf Otto II. überließ sie 1196 dem Erzbistum Magdeburg. Spätestens im 14. Jahrhundert gelangte Möckern in den Besitz des Stifts Quedlinburg, das die Grafen von Arnstein mit der Stadt als Rittergut belehnten. 1376 gab das Stift seine Rechte wieder an Brandenburg ab. Danach wurde Möckern mehrfach verpfändet, u. a. an die Familie von Alvensleben oder das Erzbistum Magdeburg. Nach mehreren Prozessen verzichtete der brandenburgische Kurfürst 1472 zugunsten des Erzbistums auf seine Lehnshoheit. Das Lehen ging an die Grafen von Lindow-Ruppin, die es bis zu ihrem Aussterben 1524 besaßen. 1710 ging der Besitz an Christian Wilhelm von Münchhausen über, 1742 an die Freiherren vom Hagen, deren Patrimonialrechte 1849 aufgehoben und die 1945 durch die Bodenreform enteignet wurden.

mini|hochkant|Schloss Möckern Infolge der Besetzung durch den Herzog Franz Karl von Lauenburg während des Dreißigjährigen Krieges im Jahre 1626 und durch einen Großbrand 1688 wurden schwere Schäden in der Stadt angerichtet. Seit 1680 gehörte die Stadt zum brandenburg-preußischen Herzogtum Magdeburg und lag im damaligen Jerichower Kreis. 1700 errichtete man ein neues Rathaus. Im Jahre 1715 ließ sich von Münchhausen als Ersatz für die alte Burg ein neues Schloss bauen, das auf Veranlassung seines Nachfolgers Graf Wilhelm vom Hagen 1840 nach dessen Vorstellungen umgebaut wurde.

Am 5. April 1813 fanden südlich von Möckern schwere Gefechte zwischen den verbündeten preußisch-russischen Truppen und der französischen Armee statt, die mit einer Niederlage für die Franzosen endeten und den erfolgreichen Auftakt des Befreiungskrieges gegen Napoléon bildete. Das Ereignis ist als das Gefecht bei Möckern in die Geschichte eingegangen.

Nach dem endgültigen Sieg Preußens ordnete das Königreich seine Kreisverwaltung neu. So kam Möckern 1816 in den neu gebildeten Kreis Jerichow I mit der Kreisstadt Burg. Hatte der Ort bisher einen Charakter als Ackerbürgerstadt mit Brauereien und Krammärkten, so wandelte sich die Infrastruktur durch die 1892 eröffnete Bahnstrecke Magdeburg–Loburg mit der Ansiedelung von Sägewerken, einer Dampfmühle und einer Stärkefabrik merklich. Ebenfalls 1892 wurde mit Unterstützung der Feuersozietät eine militärisch organisierte Feuerwehr errichtet. 1895 wurde das bisherige Rathaus durch einen dreigeschossigen Neubau im Renaissancestil ersetzt. Am Ende des 19. Jahrhunderts hatte Möckern über 1700 Einwohner.

Der relative Wohlstand der Stadt wurde auch durch die private Bautätigkeit sichtbar, die bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann und bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs andauerte. In dieser Zeit entstanden im Westteil eine Reihe neuer Straßenzüge, die zum Teil mit Häusern im Jugendstil bebaut wurden. Am 5. Mai 1945 wurde Möckern von der Roten Armee besetzt. Daraufhin nahmen sich 42 Einwohner das Leben.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Grafen vom Hagen durch die von der sowjetischen Besatzungsmacht angeordneten Bodenreform enteignet und verloren dadurch auch ihr Möckeraner Schloss. Hier wurde eine Filiale des Staatsarchivs Magdeburg untergebracht. Mit der DDR-Gebietsreform von 1952 kam Möckern zunächst in den Kreis Loburg, am 20. Juni 1957 in den Kreis Burg im Bezirk Magdeburg. In den 1960er Jahren wurde der Geflügelmastbetrieb Kombinat Industrielle Mast (KIM) eingerichtet, der sich zu den größten seiner Art in der DDR entwickelte. Dieser firmierte ab den 1980er Jahren als Kombinatsbetrieb VEB Broiler- und Frischeierproduktion Möckern des Kombinats Industrielle Tierproduktion. Im Jahre 1964 lebten 2904 Menschen in Möckern.

Von 1990 bis 1994 lag Möckern weiterhin im Landkreis Burg, jetzt des Landes Sachsen-Anhalt. Seit der Kreisreform 1994 gehört die Gemeinde zum Landkreis Jerichower Land.

Seit 1991 war Möckern Sitz einer Verwaltungsgemeinschaft, anfangs Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Möckern, dann ab dem 1. Januar 2005 der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Fläming und seit dem 1. Juli 2007 der Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming, die zum 1. September 2010 aufgelöst wurde, aber zum 31. August 2011 durch die Ausgliederung des Ortes Schopsdorf aus der Stadt Möckern – diesmal mit zwei Gemeinden – wiedererrichtet wurde. Ab 2005 wurde im Stadtteil Lochow auf dem Gelände eines fünf Hektar großen ehemaligen Militär-Grundstücks eine Außenstelle der Maßregelvollzugsanstalt Uchtspringe mit 80 Plätzen trotz massiver Proteste der Bevölkerung eingerichtet.

Das KIM wurde nach der deutschen Wiedervereinigung vom Wiesenhof-Konzern übernommen, der damit 400 Arbeitsplätze für die Stadt sicherte. Als ein weiterer wichtiger Arbeitgeber stellt eine Firma Laminatfußböden her, die in ganz Europa verkauft werden. Arbeitsplätze schuf auch die alte Gutsherrenfamilie Graf vom Hagen, die 1991 in ihre frühere Heimat zurückkehren und ihr ehemaliges Gut zurückkaufen konnte. Im Schloss, das weiterhin im kommunalen Besitz blieb, wurde nach dem Auszug des Staatsarchivs 1998 die Grundschule von Möckern untergebracht.

In der Tongrube Möckern wurden von Juni 2005 bis Mai 2006 etwa 170.000 Tonnen Abfall illegal entsorgt. Erst nach fünf Jahren Prozessdauer und 136 Verhandlungstagen verurteilte das Landgericht Stendal sechs Angeklagte zu Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren ohne Bewährung und elf Monaten mit Bewährung.Revision nach illegaler Müllentsorgung in Möckern sueddeutsche.de vom 14. Mai 2020, abgerufen am 26. März 2023 Die Entsorgung des Mülls kostete 10,3 Millionen Euro, da die Betreiberfirma insolvent ging.Land kommt nach Müllskandal für Millionenkosten auf n-tv.de vom 15. März 2023, abgerufen am 26. März 2023

Eingemeindungen

Eingemeindet wurden 1950 Lühe, 2002 vier GemeindenStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002, 2003 Büden und ZiepelStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003, 2004 HohenziatzStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004, 2007 ZeppernickStBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2007, 2008 TheeßenStBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2008, 2009 elf GemeindenStBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009StBA: Gebietsänderungen vom 2. Januar bis 31. Dezember 2009 und 2010 sieben GemeindenStBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2010. Die Stadtfläche vergrößerte sich dadurch von 246,28 km² auf 530,19 km². Am 31. August 2011 hob das Verwaltungsgericht Dessau die Eingemeindung von Schopsdorf wegen formaler Fehler wieder auf.

Bevölkerung Jahr Einwohner 1990 3.158 2005 6.736 2010 14.269 2015 12.980 2020 12.935 Jahr Einwohner 2021 12.778 2022 12.707 2023 12.684 2024 12.591 2025 12.437

Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen-Anhalt), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Der starke Anstieg der Einwohnerzahl zwischen 2005 und 2010 ist auf Eingemeindungen zurückzuführen.

Politik mini|hochkant|Rathaus von 1895 mit Stele der Stadtgöttin Stadtrat Der Stadtrat von Möckern besteht aus 28 Mitgliedern und dem Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,9 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 42,8 % 12 46,8 % 13 Wählergemeinschaft Fläming 27,3 % 8 26,9 % 8 FDP 7,9 % 2 7,1 % 2 Die Linke 8,2 % 2 6,2 % 2 AfD – – 5,1 % 1 Freie Wählergemeinschaft Friedensau 04 (FWF 04) 4,8 % 2 4,9 % 1 SPD 4,2 % 1 2,0 % 1 Einzelbewerberin Johanna-Izabel Wengersky – – 0,7 % – Bündnis 90/Die Grünen 4,4 % 1 0,4 % – Freie Wählergemeinschaft Endert JL 0,3 % – – – Insgesamt 100 % 28 100 % 28

Die Ortsteile vertreten ihre Interessen durch ihre Ortschaftsräte und jeweils durch ihren Ortsbürgermeister.

Bürgermeister 1990–2008: Udo Rönnecke (CDU) 2008–2022: Frank von Holly (CDU)