Cochem ([], früher auch Kochem) an der Mosel ist mit knapp unter 5000 Einwohnern die kleinste Kreisstadt Deutschlands und der größte Ort des Landkreises Cochem-Zell in Rheinland-Pfalz. Die Landesplanung weist die Kleinstadt, die seit dem 7. Juni 2009 zur Verbandsgemeinde Cochem gehört, als Mittelzentrum aus.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Geographie mini|Cochemer Krampen Die Geographie Cochems wird wesentlich von seiner Lage im engen und gewundenen Tal der Untermosel bestimmt. Etwa 24 Kilometer oberhalb der Stadt, bei Bremm, beginnt ein windungsreicher Flussabschnitt, der Cochemer Krampen, so genannt, weil er aus der Vogelperspektive einem Krampen (mnd. für Klammer) gleicht. Das Stadtzentrum liegt etwa 85 Meter über dem Meeresspiegel, die umliegenden Höhen von Eifel und Hunsrück steigen auf fast 300 Meter an. Der höchste Punkt Cochems ist der Pinner Kreuzberg mit 299 Metern. Die Landschaft ist zudem geprägt durch einige tief eingeschnittene Seitentäler der Mosel, die vom Kraklebach, vom Ebernacher Bach, vom Sehlerbach, vom Falzbach, vom Märtscheltbach und vom Endertbach gebildet werden, die hier in den Fluss münden.

Lage Das Stadtzentrum und der flussaufwärts liegende Stadtteil Sehl befinden sich am linken, der Stadtteil Cond am rechten Moselufer. Im Stadtteil Brauheck, auf der Eifelhöhe an der Bundesstraße 259, etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt gelegen, befinden sich das Gewerbegebiet der Stadt, die Kaserne des Fliegerhorstes Büchel und ein Neubaugebiet. Dazu kommen die Wohnplätze Forsterhof, Ströherhof, Kremerhof, Lescherhof, Schafstallerhof, Scharburgerhof, und Schuwerackerhof.

Die Nachbargemeinden Cochems sind Greimersburg, Klotten, Valwig, Ernst, Ellenz-Poltersdorf, Ediger-Eller, Dohr, Faid und Büchel.

Hochwasser

Die Mosel führt im Winter und Frühjahr an manchen Tagen Hochwasser. Bedingt durch die enge Tallage, wurden früher die Uferpromenade und die angrenzenden Straßen mit ihren ebenerdigen Geschäften und Restaurants regelmäßig überschwemmt, mitunter mehrfach in einem Winterhalbjahr. Die letzten größeren Hochwasser ereigneten sich im Dezember 1993, im Januar 1995 und im Januar 2003.

Die meisten Bewohner der betroffenen Areale versuchen, sich auf diese Ereignisse vorzubereiten und die Schäden durch zweckmäßige Materialwahl beim Innenausbau (z. B. wasserresistente Wand- und Bodenbeläge sowie entsprechende Türen und Fenster) zu begrenzen. Auch Regale, Kücheneinrichtungen oder sonstiges Inventar wird oft so gestaltet, dass sie sich möglichst leicht in höhergelegene Etagen bringen lassen. Um die vom Wasser eingeschlossenen Häuser für Fußgänger zugänglich zu machen, werden in der Innenstadt bei Bedarf Stege aus Fertigteilen errichtet.

Geschichte mini|links|Cochem, 1897 mini|Cochem mit der Reichsburg im Hintergrund (2017) mini|Einweihung der Skagerrak-Brücke am 23. Januar 1927 Cochem war schon zu Zeiten der Kelten und Römer besiedelt. Im Jahr 866 wird es erstmals als Cuchuma bzw. villa Cuchuma in einer Urkunde erwähnt. Weitere Namen: Cuhckeme, Chuckeme 893, Cochemo 1051, Chuchumo 1056, Kuchema 1130, Cuchemo 1136, Cocheme 1144, dann Cuchme, bis ins 18. Jahrhundert Cochheim / Cocheim. Cochem war Reichsgut, wurde 1294 unter König Adolf von Nassau an das Erzbistum Trier verpfändet und blieb bis zur französischen Besetzung 1794 kurtrierisches Territorium. 1332 erhielt Cochem die Stadtrechte, bald darauf wurden die heute noch vorhandenen Stadtbefestigungen erbaut. Zwischen 1423 und 1425 wütete eine Pestepidemie in der Stadt. 1623 veranlasste Kurfürst Lothar von Metternich die Gründung eines Kapuziner-Konvents und den Bau eines Klosters. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt belagert, aber nicht erobert. 1689 brannten Truppen Ludwigs XIV. zunächst die Winneburg nieder und eroberten danach Stadt und Burg Cochem. Der Wiederaufbau verlief schleppend. 1794 besetzten französische Revolutionstruppen Cochem, 1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet und kam mit der Region zur preußischen Rheinprovinz. Jacob Frederic Louis Ravené kaufte 1866 die Ruine der ehemaligen Reichsburg und begann mit dem Wiederaufbau. Erst nach der Errichtung der Moselbrücke in Cochem im Jahr 1927 wurden die beiden Fischerorte Cond und Sehl im Zuge einer Verwaltungsreform 1932 eingemeindet. Am 23. Januar 1927 wurde die erste Moselbrücke, die Skagerrak-Brücke, eingeweiht. Im Zweiten Weltkrieg zerstörten Bomben große Teile der Cochemer Altstadt und auch die Moselbrücke. Nach dem Krieg wurde die Brücke wieder aufgebaut und am 29. September 1949 eingeweiht. Seit 1946 ist die Stadt Teil des damals neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

Die zweite Cochemer Moselbrücke (auch Nordbrücke genannt) wurde in der Zeit von 1990 bis 1993 gebaut und am 3. September 1993 eingeweiht.

Im Jahr 2011 wurde bei Umbauten der Deutschen Bahn eine 500 kg schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden und entschärft. Eine weitere, kleinere Bombe in der Nähe war schon vor Jahren entdeckt worden, wurde aber seinerzeit einbetoniert und verbleibt an ihrem Platz, weil sie als ungefährlich eingeschätzt wird und der Aufwand einer möglichen Bergung hoch wäre.

Konfessionsstatistik Im Dezember 2009 hatten 65,0 % der Einwohner die katholische und 14,2 % die evangelische Konfession. 20,8 % hatten keine oder eine sonstige Konfessionszugehörigkeit.Stadt Cochem Gemeindestatistik. Ende November 2025 hatten 40,0 % der Einwohner die katholische und 10,5 % die evangelische Konfession. 49,5 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Religionszugehörigkeit (nur HAW). In: Gemeindestatistik – Verbandsgemeinde Bodenheim. Auf Ewois.de (PDF; 11,8 kB), abgerufen am 19. Dezember 2025. Beide Konfessionen verzeichneten demnach im beobachteten Zeitraum sehr beträchtliche Mitgliederverluste.

Einwohnerstatistik Einwohnerstatistik nach Stadtteilen: Innenstadt: 2.016 Stadtteil Cond: 1.532 Stadtteil Sehl: 1.015 Stadtteil Brauheck: 1.036 Gesamt: 5.599 (Stand: 31. Dezember 2017)Die Cochemer Stadtteile

Politik Stadtrat Der Cochemer Stadtrat besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU Grüne CBG FWG Gesamt 2024 6 9 1 3 3 22 Sitze 2019 6 9 3 2 2 22 Sitze 2014 6 9 2 3 2 22 Sitze 2009 6 9 2 3 2 22 Sitze 2004 6 10 1 3 2 22 Sitze 1999 6 11 1 2 2 22 Sitze 1994 7 10 3 2 – 22 Sitze 1989 6 10 2 3 – 21 Sitze 1984 7 9 – 5 – 21 Sitze 1979 7 11 – 3 – 21 Sitze 1974 5 10 – 6 – 21 Sitze CBG = Cochemer Bürger-Gemeinschaft e. V. FWG = Freie Wählergruppe Cochem-Brauheck e. V.

Bürgermeister Bürgermeister Amtszeit Johann Kayser Bürgermeister von 1611 bis 1653 Stephanus Schmeckler Bürgermeister Peter Franz Bürgermeister 1684 Johann Kirzer min. von 1688 bis 1689 Johann Adam Sydrach Consul 1696 Johannes Albertus Finger Consul 1698 Wilhelm Contzen Consul 1703 Johann Gerlach Hölzenbein 1707 Anton Zenzen Bürgermeister von Sehl 1714 Johann Canaris Bürgermeister von Cochem 1714 Nikolaus Maas vor 1733 Richard Hammes 1733 Philipp Christoffel Wirtz 1748 Franz Anton Wirtz 1759 Paul Kraft 1761 Johann Lambert Joseph Pliester Consul 1761, Bürgermeister 1762 Johann Albert Hammes 1763–1764 Theodor Neus, Stadtconsul 1764 Bürgermeister 1765 Franz Joseph Birck 1766 Johann Albert Driesch 1766–1768 Lorenz Kirchem 1769–1770 Johann Josef Höltzel Prae-Consul 1771 Johan Friderichs 1771 Albert Raab 1772–1781 Johann Albert Driesch 1783–1788 Arnold Joseph Finger Maire 1794 Peter Franz Oster 9. Februar 1805–1816 Joseph Franz Keiffenheim 1816–1848 Bürger-Meisterei-Verwalter Naeher 1848 Hermann Corell 1850–1873 Hermann Joseph Breuer 1873–1885 Clemens Conrads 1885–1897 Hubert Lützenkirchen 1897–1919 (Ehrenbürger der Stadt Cochem) Wilhelm Schmitz 1919–1923 Karl Stier 1925–1934 Aloys Elsen 1934–1945 Jakob Rudolf Pauly 1945–1949 Ferdinand Hillebrand 1949–1957 Willy Massoth 1957–1969 (erster hauptamtlicher Bürgermeister) Anno Vey 1969–1975 Horst Hoffmann 1975–1995 Herbert Hilken 1995–2011 Wolfgang Lambertz 2011–2018 Walter Schmitz seit 2018

Walter Schmitz wurde 2018 Nachfolger von Wolfgang Lambertz, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Cochem geworden war.Bürgermeister und Beigeordnete auf der Seite der Verbandsgemeinde Cochem Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde Schmitz bei einer Wahlbeteiligung von 51,4 % mit einem Stimmenanteil von 73,1 % (1403 von 1919 gültigen Stimmen) ohne Gegenkandidat für weitere fünf Jahre in seinem Amt bestätigt.

Wappen

Wappenbegründung: „In der vornehmeren Schildhälfte befindet sich das kurtrierische Kreuz, während die beiden Schlüssel in der anderen Hälfte auf den hl. Petrus, den Patron des Trierer Erzstiftes, verweisen. Sie verstärken die Aussage des Kreuzes, so dass in dem Cochemer Stadtsiegel die Herrschaft der Trierer Erzbischöfe über ihre Stadt überdeutlich artikuliert wird.“Toni Diederichs: Rheinische Städtesiegel. Verlag Neusser Druckerei und Verlag GmbH, Neuss, 1984; Herausgeber: Rheinischer Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz e. V., Köln.Nach Auskunft des Stadtarchivs Cochem vom 11.4.2023 ist auch ein Zusammenhang mit der Verleihung der Stadtrechte (1332), symbolisiert durch die Stadtschlüssel, denkbar. Demnach ist die (in älteren Darstellungen weiße/silberne) Hand die des Erzbischofs von Trier.

Städtepartnerschaften Avallon (Frankreich), seit 1966 Malmedy (Belgien), seit 1975 Moritzburg (Deutschland), seit 1991 Yizhou (Volksrepublik China), seit 2017

Patenschaften Taktisches Luftwaffengeschwader 33, TaktLwG 33 (alte Bez. JaBoG 33), Cochem ist Garnisonsstadt für dieses Geschwader der Luftwaffe. Patenschaft zum Tender Mosel, einem Versorgungsschiff des Unterstützungsgeschwaders der Klasse 404.

Verbandsgemeinde Cochem Nachdem die Räte beider Kommunen am 23. Oktober 2008 einem „freiwilligen Zusammenschluss“ zugestimmt hatten, wurde am 7. Juni 2009 die bis dahin verbandsfreie Stadt Cochem in die Verbandsgemeinde Cochem-Land als verbandsangehörige Gemeinde eingegliedert. Hierzu erließ die Landesregierung am 18. Februar 2009 ein entsprechendes Gesetz, das unter anderem die Übertragung von Vermögensteilen von der Stadt an die Verbandsgemeinde regelte.Landesgesetz zum freiwilligen Zusammenschluss der verbandsfreien Stadt Cochem und der Verbandsgemeinde Cochem-Land vom 18. Februar 2009 Die Verbandsgemeinde erhielt gleichzeitig den Namen Verbandsgemeinde Cochem.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Enderttor, ein altes Stadttor Balduinstor, ehemals ein Teil der Stadtmauer, von der noch weitere Teile erhalten sind Pinnerkreuz (Aussichtspunkt über Cochem und die Reichsburg) Sesselbahn zum Pinnerkreuz Pfarrkirche St. Martin Evangelische Kirche Historische Fachwerkhäuser in der Altstadt Moselpromenade Historische Senfmühle Pegelhaus für den Wasserpegel der Mosel Bundesbankbunker Cochem (wurde unter Denkmalschutz gestellt)Cochem: Bundesbank-Bunker ist nun Denkmal Ehemaliges Kapuzinerkloster, seit 1998 Kulturzentrum Kaiser-Wilhelm-Tunnel Martinstor in Cochem, ehemals Verwendung als Maut- oder Zolltor

Reichsburg Cochem mini|Reichsburg Cochem (2012)

Die Reichsburg Cochem wurde im Jahr 1130 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 1151 wurde sie von König Konrad III. besetzt und zur Reichsburg erklärt. Im Jahr 1688 besetzten Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. die Burg im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges und zerstörten sie 1689. Lange Zeit blieb die Burganlage Ruine, ehe sie 1868 von dem Berliner Kaufmann Louis Fréderic Jacques Ravené für 300 Taler gekauft und im neugotischen Stil wieder aufgebaut wurde. Seit 1978 ist sie im Besitz der Stadt Cochem und steht heute unter der Verwaltung der Reichsburg GmbH.

Burgruine Winneburg mini|Winneburg, von der Wilhelmshöhe aus gesehen