mini|Jan Axel Blomberg, 2024 Jan Axel Blomberg (* 2. August 1969 in Trysil, Norwegen), besser bekannt unter dem Pseudonym Hellhammer, ist ein norwegischer Schlagzeuger, der besonders durch sein Engagement bei Mayhem bekannt wurde. Er spielt in diversen norwegischen Metal-Bands.
Biografie mini|links|Arcturus live 2005 Jan Axel Blomberg begeisterte sich schon in jungen Jahren für das Schlagzeugspiel. Er brachte sich das Instrument anfangs selbst bei, indem er die Musik, die er hörte, nachspielte. Seine frühen Einflüsse waren neben gängigen Heavy-Metal-Bands wie Iron Maiden auch Popgrößen wie Duran Duran und Depeche Mode. In den 1980ern entdeckte Blomberg dann die ersten Black-Metal-Bands wie Venom und Celtic Frost. Eine weitere Komponente, die seinen Schlagzeugstil prägen sollte, war der Jazz. Sein Schlagzeuglehrer brachte ihm das Schlagzeugspiel auf einem alten Jazz-Drumkit bei. Blombergs Schlagzeugspiel gilt als virtuos, mit einer „Taktfrequenz, die jedem Maschinengewehr zum Rohrkrepierer verhelfen würde“,Robert Müller: Mayhem. Wolf’s Lair Abyss. In: Metal Hammer. Dezember 1997, S. 84. wurde aber in einem Konzertbericht als „oft sehr maschinell und künstlich“ klingend beschrieben; er spiele zwar „alles live, nur werden viele der Töne durch ein Effektgerät gejagt, das die Klänge teilweise synthetisch erscheinen lässt“.Michael Schäfer: Mayhem + Aeternus + Red Harvest + Griffin. In: Metal Hammer. November 2000, S. 142.
Blomberg spielte in mehreren lokalen Bands und hatte auch einige Live-Auftritte, bevor er 1988 Kjetil Manheim bei Mayhem ersetzte. Zu dieser Zeit legte er sich das Pseudonym Hellhammer zu, das auf der Schweizer Band gleichen Namens beruhte. 1991 gründete er die Band Arcturus.
Mit Mayhem veröffentlichte er das Livealbum Live in Leipzig und Beiträge zum Sampler Projections of a Stained Mind. Nach der Ermordung des Gitarristen Øystein „Euronymous“ Aarseth war Blomberg die treibende Kraft hinter der Veröffentlichung des ersten regulären Albums De Mysteriis Dom Sathanas. Um das Album veröffentlichen zu können, versprach er Euronymous’ Eltern, die ursprünglich von Euronymous’ Mörder Varg Vikernes eingespielten Bassspuren neu aufnehmen zu lassen. Auf der veröffentlichten Version sind diese Bassspuren allerdings noch zu hören. Schon am Grab von Euronymous beschloss Blomberg, zusammen mit Jørn Stubberud (Necrobutcher) die Band fortzuführen; dabei fiel allerdings der satanistische Hintergrund der Band weg. Blomberg wies darauf hin, dass kein Mitglied der neuen Besetzung Satanist sei; er sagte 1994 in einem Interview, er fühle sich nicht zur Dunkelheit hingezogen, sondern interessiere sich ausschließlich wegen der Musik für Black Metal und daneben auch für zahlreiche andere Musikrichtungen.Det Svarte Alvor. 1994.
1995 begleitete Blomberg die Band Immortal auf ihrer Europa-Tournee und trat auch in ihrem Musikvideo Grim and Frostbitten Kingdoms (1995 auf der Videokassette Masters of Nebulah Frost) auf. Arcturus’ Debütalbum Aspera hiems symfonia erschien 1996. Mit dieser Band veröffentlichte er 1997 ein weiteres Album. 1997 schloss er sich der Band Covenant an, die sich später aus rechtlichen Gründen in The Kovenant umbenennen musste. Blomberg gewann mit dieser Band 1998 für Nexus Polaris und 1999 für Animatronic den Spellemannprisen, das norwegische Pendant zum Grammy Award. Im Jahr 2000 erschien das zweite Mayhem-Album Grand Declaration of War. Im gleichen Jahr spielte er auch für Winds ein Minialbum ein, 2001 spielte er auf ihrem Debütalbum. Mit Mayhem gewann er für das vierte Bandalbum Ordo Ad Chao im Jahre 2007 erneut den Spellemannprisen in der Kategorie Metal.
Neben den Hauptbands Mayhem, Arcturus und The Kovenant ist Blomberg noch in weiteren Projekten wie Age of Silence und Mezzerschmitt involviert und spielte auf diversen Alben bekannter Bands wie Dimmu Borgir, Shining und Troll, oder begleitete sie auf Touren.
Kritik brachte ihm aus der Black-Metal-Szene ein Engagement bei der christlichen Unblack-Metal-Band Antestor ein, mit denen er die EP Det Tapte Liv und das Album The Forsaken aufnahm.
Außerdem ist Blomberg für mehrere in den 1990er-Jahren geäußerte rassistische Interviewaussagen bekannt.„Ich möchte es mal so ausdrücken, wir mögen hier keine Schwarzen. Black Metal ist etwas für Weiße. […] Ich bin ziemlich überzeugt, daß es Unterschiede zwischen den Rassen gibt, wie alles andere auch. Ich denke, daß wie bei den Tieren manche Rassen eher… weißt du, so wie eine Katze intelligenter als ein Vogel oder eine Kuh ist, oder sogar als ein Hund, und ich meine, auf die rassen trifft das auch zu.“ Interview in: Michael Moynhian, Didrik Søderlind: Lords of Chaos: Der blutige Aufstieg aus dem Untergrund. Prophecy Publishing, 2002, ISBN 3-936878-00-5, S. 373.„Ich habe viele Wünsche, zum Beispiel daß Norwegen wieder ein ausländerfreies Land wird. […] Norwegen soll wieder von nur einer Rasse bewohnt werden. Die Vermischung verschiedener Rassen erzeugt lediglich Probleme.“ Interview in: 2004 äußerte er, ihm sei egal, welche Hautfarbe die Hörer seiner Musik haben,Akim: Hellhammer - interview (29.09.2004). in einem 2007 geführten Interview allerdings bestätigte er, noch immer hinter seiner früheren Aussage zu stehen, dass Black Metal nur für Weiße sei.thegrimoire.com: (englisch)
2005 beteiligte sich Blomberg an der Dokumentation Metal – A Headbanger’s Journey. 2009 unterstützte er Nicolas Cages Sohn Arcane als Session-Schlagzeuger auf dem Debütalbum Inceptum seiner Band Eyes of Noctum.
In der Dokumentation Until the Light Takes Us fiel Blomberg durch homophobe Aussagen auf - den Mord an einem Homosexuellen durch Bård „Faust“ Eithun kommentierte er mit: "[...] [W]hen I was told that Faust killed that fucking faggot back in Lillehammer, I was quite surprised because [...] I didn’t think he had the guts to do such a thing. [...] I really honor him for that."
Diskografie mit Mayhem 1991: Carnage (und bei der CD-Version The Freezing Moon) auf Projections of a Stained Mind 1993: Live in Leipzig 1994: De Mysteriis Dom Sathanas 1995: Pagan Fears auf Nordic Metal – A Tribute to Euronymous 1996: Visual Aggression auf In Memory of Celtic Frost 1997: Wolf’s Lair Abyss (EP) 1997: Ancient Skin/Necrolust (Single) 1998: Live in Bischofswerda (VHS) 1998: De Mysteriis Dom Sathanas (Proberaum-Aufnahme) auf A Tribute to Hell - Satanic Rites 1999: Necrolust/Total Warfare (Split mit Zyklon-B) 2000: Grand Declaration of War 2001: European Legions (Best-of) 2001: U.S. Legions (Best-of) 2001: European Legions: Live in Marseille 2000 (VHS) 2002: Jihad/Freezing Moon (Split mit The Meads of Asphodel) 2002: The Studio Experience (Box) 2003: Cursed in Eternity und Freezing Moon (alternative Mixe) auf The Beast of Attila 2004: Chimera 2004: Anno Vempyr auf Apocalypse 2007: Ordo Ad Chao 2008: Life Eternal (EP) 2008: Pure Fucking Mayhem (Dokumentation) 2014: Psywar (Single) 2014: Esoteric Warfare 2019: Daemon 2021: Atavistic Black Disorder/Kommando (EP)
mit Arcturus siehe Arcturus#Diskografie
mit The Kovenant 1998: Nexus Polaris 1999: Animatronic 2003: SETI
mit Thorns 1998: Thorns Vs. Emperor (Split-CD) 2001: Thorns
mit Troll 2000: The Last Predators 2001: Universal
mit Jorn 2001: Worldchanger 2007: The Gathering
mit Mezzerschmitt siehe Mezzerschmitt#Diskografie
mit Shining 2002: Angst, Självdestruktivitetens Emissari 2005: The Eerie Cold
mit Winds 2002: Reflections of the I 2007: Prominence and Demise 2004: The Imaginary Direction of Time
mit Age of Silence 2004: Acceleration
mit Antestor 2004: Det Tapte Liv 2004: The Forsaken
mit Dimmu Borgir 2005: Stormblåst 2005 2007: In Sorte Diaboli
mit Carnivora 2006: Re-Incarnal
mit Umoral 2007: Umoral
mit Eyes of Noctum 2007: Inceptum
mit Dynasty of Darkness 2014: Empire of Pain
Weblinks
axispercussion.com:
Anmerkungen und Einzelnachweise
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