mini|hochkant|Bärendenkmal (Inschrift) mini|hochkant|Bärendenkmal (2018) Das Bärendenkmal (auch Bärenstein genannt) im Harz ist ein Gedenkstein auf dem Ramberg im Landkreis Harz in Sachsen-Anhalt. Es erinnert an den letzten in Anhalt erlegten Bären im Herbst des Jahres 1696.

Lage Das Bärendenkmal befindet sich im Unterharz, im Naturpark Harz/Sachsen-Anhalt, innerhalb des Gebietes von Quedlinburg–Gernrode–Sternhaus, zwischen dem zu Thale gehörenden Ortsteil Friedrichsbrunn und dem zu Harzgerode gehörenden Ortsteil Mägdesprung. Nördlich oberhalb des Krebsbaches steht der Bärenstein im Mischwald des Rambergmassivs zwischen dem Bremer Teich und der Viktorshöhe am Rande der bewaldeten Wanderstrecke namens Bärenweg (auch Bärweg genannt) auf etwa 472 Metern über NHN.

Gestaltung Errichtet wurde das Kleindenkmal vor dem Jahre 1897Hans Hoffmann: Der Harz. Leipzig 1899, S. 322. am damaligen Fürstenweg, es wurde anfangs als Bärstein bezeichnet.Meyers Reisebücher. Der Harz. 14. Auflage, Leipzig und Wien 1897, S. 221. Der trapezoide, unverwitterte Monolith oder Solitär steht auf geschichteten Feldsteinen. Es handelt sich um einen granitenen Findling, an dem eine KupfertafelChristian Amling: Der Harz. Ein gar finsterer Forst, unwegsam und unbegangen; Wald, Lebewesen und Jagd, 1. Auflage, Hamburg 2012, S. 100–101. – mittlerweile teils grünspanpatiniert – mit folgender reliefierter Inschrift angebracht wurde:

Geschichte Der Harz war über Jahrhunderte als Reichsbannforst ausgewiesen; damit war das Gebiet zum rechtlichen Nutzungsbezirk des römisch-deutschen Kaisers erklärt. Er selbst verfügte in seinem Krongut über Fischfang, Jagd und Rodung.

Im Rechtswerk des Sachsenspiegels, der zur Mitte des 13. Jahrhunderts entstand, wurden wilde Tiere geschützt, nicht jedoch Bären, Füchse und Wölfe.Sachsenspiegel. Landrecht, das zweite Buch des Landrechtes, Teil 61, Absatz 2 (Ldr. II, 61/2). Bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts waren in den Harzwäldern Braunbären aber weiterhin beheimatet (so wurden im gräflichen Forst von Wernigerode 1526 noch drei Bären eingefangen).

Mit dem Aufkommen und der Entwicklung der Feuerwaffen verschob sich das lebensräumliche Gleichgewicht, und die Harzer Bewohner begannen, oft unter Auslobung von Abschussgeldern, die großen Raubtiere auszurotten. Daher ließ der braunschweigische Herzog Heinrich Julius Ende des 16. Jahrhunderts zu Bejagungszwecken Braunbären noch einmal auswildern. In der Folge verschwanden sie trotzdem aus den Mischwäldern des Harzes, zusammen mit Luchs und Wolf. Der letzte Bär in Anhalt Das Bärendenkmal kennzeichnet annähernd die Stelle im früheren Forstort Bärbuche, an der zu Ende des 17. Jahrhunderts in den fürstlich-anhaltischen Forsten/Wirtschaftswäldern des Harzes (im kurzzeitigen Kleinststaat des Fürstentums Anhalt-Bernburg-Harzgerode) der letzte Braunbär durch den Forstlehrling Kersten erlegt worden sein soll.Karl Schulze: Bedeutung der Namen der auf dem anhaltischen Harze [...] In: Mitteilungen des Vereins für Anhaltische Geschichte und Altertumskunde. Dessau 1884, S. 91.Zeitschrift des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde, 20. Jahrgang, Wernigerode 1887, S. 173. Einer anderen Überlieferung nach soll Fürst Viktor I. Amadeus von Anhalt-Bernburg (1634–1718) während einer Parforcejagd im November 1696 den letzten Bären Anhalts zur Strecke gebracht haben.

Der letzte Bär im Harz Der letzte Großbär (Europäischer Braunbär) im gesamten Harzland soll etwa neunzig Jahre später nahe der Stadt Wernigerode erlegt worden sein: Der Fuhrknecht Buchtekirch soll ihn zwischen 1786 und 1788 niedergestreckt und dafür von Graf Christian Friedrich zu Stolberg-Wernigerode eine Belohnung von zwei Reichsthalern erhalten haben.

Der Bär im Wappen Als Begründer des Fürstentums Anhalt und der Mark Brandenburg gilt Albrecht der Bär. Der schwarze Bär ist seitdem das Wappentier des hochadeligen Hauses derer von Askanien (Anhaltiner), aller anhaltischen Staaten und des heutigen ostdeutschen Bundeslandes Sachsen-Anhalt.

Stempelstelle Das Bärendenkmal ist als Stempelstelle 184 in die Harzer Wandernadel einbezogen. Der Stempelkasten befindet sich gegenüber des Gedenksteines am Forstweg. Als Ausgangspunkt für die ausgeschilderte Wanderung zum Bärendenkmal ohne nennenswerte Anstiege eignet sich das an der Landesstraße L 243 von Mägdesprung nach Gernrode gelegene Sternhaus.

Literatur Wilhelm Hochgreve: Vom letzten Großraubwild im Harz. In: Unser Niedersachsen vom 24. November 1926, S. 1. Bärenjagden im Harz. Der letzte Bär wurde 1705 erlegt. In: Mitteldeutsche Nationalzeitung vom 25. Januar 1936, S. 8. Der letzte Bär des Harzes. In: Hannoverscher Kurier vom 6. Juli 1938, S. 13. Hercynia. Neue Folge. Für die Sektionen Biowissenschaften, Geographie, Pflanzenproduktion (mit Abbildung und abweichender Jahreszahl 1686). Band 25, herausgegeben im Auftrage der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Akademische Verlagsgesellschaft Geest & Portig, Leipzig 1988, S. 49. Volker Ebersbach: Bärenzeit. In: Geschichte der Stadt Bernburg in zwei Bänden. Band 1, Anhaltische Verlagsgesellschaft, Dessau 1998, S. 28, ISBN 3-910192-65-3.

Weblinks Matthias Blazek: „Puck“, der letzte Wolf in Niedersachsen, wurde 1872 bei Bergen erlegt (Göttinger Tageblatt vom 5. Januar 2014)

Einzelnachweise Harzer Wandernadel: Stempelstelle 184 / Bärendenkmal.

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