mini|Kylie Minogue (2018)rahmenlos|100px|klasse=skin-invert-image Kylie Ann Minogue [], AO, OBE (* 28. Mai 1968 in Melbourne, Australien) ist eine australisch-britische Popsängerin und Schauspielerin. Seit dem Beginn ihrer Karriere 1986 avancierte sie vom singenden Soap-Star zu einer internationalen Pop-Ikone. Mit Hits wie I Should Be So Lucky, The Loco-Motion, Kids, Can’t Get You Out of My Head und All the Lovers schaffte sie weltweit den Sprung auf die vordersten Plätze der Hitparaden. In Großbritannien ist sie mit 35 Top-10-Singles die zweiterfolgreichste Sängerin in der Geschichte der Charts nach Madonna. Weltweit verkauften sich bislang 70 Millionen ihrer Tonträger. Sie wurde unter anderem mit zwei Grammys und mehreren BRIT Awards ausgezeichnet.
Leben Familie Kylie Minogue ist das erste von drei Kindern. Ihr Vater Ron – ein Australier in fünfter Generation – war als Buchhalter tätig. Ihre Mutter Carol – die aus Wales eingewandert war – arbeitete bis zu Kylies Geburt als Balletttänzerin. Minogue besitzt neben der australischen auch die britische Staatsbürgerschaft.
Minogues Bruder Brendan (* 1970) ist heute Kameramann beim australischen Fernsehen. Ihre jüngere Schwester Danielle (* 1971) – genannt Dannii – ist ebenfalls Sängerin und Schauspielerin.
Minogue war von 1989 bis 1991 mit dem australischen INXS-Sänger Michael Hutchence in einer Beziehung. Gerüchten zufolge inspirierten ihre damals blond gefärbten Haare Hutchence zum INXS-Titel Suicide Blonde. Von 2002 bis 2007 war sie mit dem französischen Filmschauspieler Olivier Martinez liiert. Im November 2015 wurde ihre Beziehung mit dem 19 Jahre jüngeren britischen Schauspieler Joshua Sasse bekannt, den sie während ihrer Gastrolle in der Serie Galavant kennengelernt hatte. Im Februar 2016 gaben die beiden ihre Verlobung über eine Anzeige im Daily Telegraph bekannt. Im Oktober 2016 kündigten die Verlobten an, in Australien so lange nicht zu heiraten, wie das Land die gleichgeschlechtliche Ehe nicht anerkenne. Im Februar 2017 trennte sich das Paar.
Anfänge Sowohl Kylie als auch Dannii Minogue traten bereits als Kinder in australischen Fernsehsendungen auf. Kylie Minogue spielte ihre erste Rolle im Alter von elf Jahren in der Fernsehserie Die Sullivans. Später folgten die Serien Skyways und The Henderson Kids. Mit der Rolle der Charlene Mitchell in der Seifenoper Nachbarn (Neighbours) gelang ihr 1986 der große Durchbruch. Kylie Minogues Popularität in Australien wuchs durch die Serie enorm, aber auch Neighbours selbst profitierte von der positiven Ausstrahlung der neuen Darstellerin. Denn erst mit der Storyline über die romantische Liebesbeziehung zwischen Charlene und Scott, der von Jason Donovan verkörperten Figur, erzielte die schon einmal abgesetzte Seifenoper höhere Einschaltquoten und wurde ab 1987 auch in Großbritannien ausgestrahlt. Minogue und Donovan waren zu diesem Zeitpunkt auch privat ein Paar. Minogue erhielt für ihre Darstellung in den Jahren 1987 bis 1989 insgesamt sechs Logie Awards, den jährlich vergebenen Preis des australischen Fernsehens – darunter 1988 den Gold Logie in der Kategorie Beliebteste Person im australischen Fernsehen.
Bereits Mitte 1987 sang Minogue im Rahmen eines Fußballbenefizspiels – bei dem sie zusammen mit anderen Darstellern von Neighbours auftrat – den Little-Eva-Hit The Loco-Motion. Daraufhin erhielt sie vom australischen Musiklabel Mushroom einen Plattenvertrag. Ihre Coverversion wurde als Locomotion im selben Jahr veröffentlicht und schaffte den Sprung auf Platz 1 der australischen Charts. Der Song blieb dort sieben Wochen und verkaufte sich so gut, dass er nicht nur zur erfolgreichsten Single des Jahres, sondern des gesamten Jahrzehnts wurde.
Internationaler Durchbruch (1988–1989) Aufgrund des großen Erfolgs in Australien wurde die damals 19-jährige Minogue vom englischen Produzententeam Stock Aitken Waterman (kurz SAW) und dessen hauseigener Plattenfirma PWL (Pete Waterman Ltd.) unter Vertrag genommen. Ihre erste internationale Singleveröffentlichung I Should Be So Lucky wurde Anfang 1988 ebenso ein weltweiter Hit wie das von SAW noch einmal neu abgemischte The Loco–Motion. Das erfolgreiche Produzententrio, das fließbandartig Hits produzierte und sich folgerichtig als „Hit Factory“ (dt. „Hit-Fabrik“) bezeichnete, verhalf Minogue dann im selben Jahr mit Got to Be Certain und Je ne sais pas pourquoi zu weiteren Charthits. Auch ihr erstes Album, einfach Kylie betitelt, war sehr erfolgreich und verkaufte sich weltweit über sieben Millionen Mal – in Großbritannien war es das meistverkaufte Album des Jahres 1988.
Besonders erfolgreich war Minogue in den späten 1980er-Jahren auch in Japan. Dort spielte sie mit ihrer Disco in Dreams-Tour in den größten Arenen des Landes. Ihre nur auf dem japanischen Markt erschienene Single Turn It into Love (Ende 1988) hielt sich ganze zehn Wochen auf Platz 1 der Hitparade. In den USA wurde hingegen The Loco–Motion zu ihrem größten Erfolg und schaffte es bis auf Platz 3 der Billboard-Charts. Auch in der DDR erschien bei Amiga eine EP mit vier ihrer größten Hits.
Minogue – von der Musikkritik spöttisch als „Singing Budgie“ (dt. „singender Wellensittich“) bezeichnet – genoss die Sympathie der zumeist jugendlichen Plattenkäufer und konnte einen Charterfolg nach dem anderen verbuchen. Ihre Veröffentlichungen verkauften sich hervorragend, sodass sie zum erfolgreichsten Musikact wurde, den Stock Aitken Waterman je produzierten. Um sich ganz ihrer Musikkarriere zu widmen, verließ Minogue die Serie Neighbours im Juli 1988. Allerdings nahm sie kurz darauf mit ihrem ehemaligen Serienkollegen Jason Donovan – der nun ebenfalls eine Popkarriere anstrebte – das Duett Especially for You auf. Mit dieser weltweit erfolgreichen Single erreichte die Kylie-Euphorie dann zum Jahreswechsel 1988/1989 ihren vorläufigen Höhepunkt.
Das Interesse an Minogues Veröffentlichungen ließ in Europa, den USA und auch in ihrer australischen Heimat im Verlauf des Jahres 1989 dann langsam nach. So wurde zwar Hand on Your Heart im Frühjahr 1989 – die erste Single aus ihrem zweiten Album Enjoy Yourself – noch ein großer Hit, aber schon Wouldn’t Change a Thing und Never Too Late schafften nur noch in Großbritannien den Sprung auf die vordersten Ränge der Charts. Mit Enjoy Yourself konnte sie dann auch nicht mehr an den Erfolg ihres Debüts anknüpfen – das Album verkaufte sich aber dennoch weltweit immerhin vier Millionen Mal.
Ihr Debüt als Filmschauspielerin gab Minogue 1989 in The Delinquents – einem Box-Office-Erfolg in Australien und Großbritannien. Der Film wurde mit dem von Minogue interpretierten Song Tears on My Pillow beworben, der es im Januar 1990 auf Platz eins der britischen Singlecharts schaffte. Dabei handelt es sich um eine Coverversion des Liedes von Little Anthony & the Imperials aus dem Jahre 1958.
Imagewechsel (1990–1992) Mit der Veröffentlichung von Better The Devil You Know im April 1990, der ersten Single aus ihrem dritten Album Rhythm of Love, versuchte Minogue ihr Image als „Mädchen von nebenan“ abzustreifen. So gab sie sich von nun an erwachsener und zeigte sich in Videos, auf Fotos und bei Konzerten auch von ihrer erotischen Seite. Minogue übernahm aber nicht nur komplett die Kontrolle über ihr Image, sondern bestand fortan auch darauf, eigene Stücke schreiben zu dürfen. Sie verschreckte aber mit ihren immer freizügiger werdenden Auftritten und der Abkehr vom Bubblegum-Pop zunehmend ihre Fans im Teenie-Alter. Ihre Liaison mit Michael Hutchence, dem Sänger der australischen Rockband INXS, tat ein Übriges, um von der englischen Klatschpresse den Stempel „Sex Kylie“ aufgedrückt zu bekommen. Allerdings wurde die schwule Club-Kultur durch Singles wie Step Back in Time, What Do I Have to Do und Shocked – die Reminiszenzen an Hi-NRG enthielten – auf Minogue aufmerksam und entdeckte die Sängerin als Ikone für sich. Zudem wurden ihre Songs und deren Remixe – dank eines zeitgemäßen Sounds, der nur noch vage an typische SAW-Produktionen erinnerte – erstmals auch in angesagten britischen Clubs gespielt – „Dance Kylie“ war geboren. Unter dem Pseudonym Angel K wurde dann vor allem Do You Dare im Dezember 1991 zu einem großen Clubhit.
Obwohl die Verkäufe ihrer Platten ab Anfang der 1990er Jahre stark zurückgingen, war Minogue mit Shocked im Mai 1991 die erste Künstlerin überhaupt, deren erste 13 Singles sich in den britischen Top 10 platzieren konnten. Diese Serie von Chart-Erfolgen wurde dann im August desselben Jahres mit Word Is Out unterbrochen, der ersten Single aus dem im Oktober 1991 erschienenen Album Let’s Get to It. Allerdings gelang Minogue mit ihrem vierten Studioalbum vor allem in musikalischer Hinsicht das bis dahin vielschichtigste Werk, und sie erhielt zum ersten Mal von britischen Musikzeitschriften wie dem NME und dem Melody Maker gute Kritiken.
Von den Käufern wurde das allerdings kaum honoriert, und so floppte das Album trotz der beiden Top-10-Singles If You Were with Me Now (im Duett mit dem US-Amerikaner Keith Washington) und Give Me Just a Little More Time sogar in Großbritannien. Auch in Australien, wo zumindest Word Is Out ein mäßiger Hit wurde, konnte das Album nur wenige Käufer ansprechen. Außerhalb dieser beiden ihrer wichtigsten Märkte verkaufte Minogue zu jener Zeit kaum noch Platten. Lediglich in Israel landeten alle ihre Singleveröffentlichungen, darunter auch Finer Feelings, weiterhin in den Top 10.
Im Herbst 1992 beendete Minogue ihre Zusammenarbeit mit der „Hit Factory“. Die letzte Veröffentlichung bei PWL war eine Greatest-Hits-Sammlung mit drei neuen Titeln, die es bis auf Platz eins der britischen Albumcharts schaffte. Die Singleauskopplungen What Kind of Fool (Heard All That Before) und Celebration – eine Coverversion des Kool-&-the-Gang-Klassikers – waren allerdings keine großen Hits.
Kreative Jahre (1993–1999) Nach der Trennung von ihrer alten Plattenfirma unterschrieb Minogue beim Independent-Dance-Label Deconstruction und brachte im August 1994 die Single Confide in Me heraus, die ein großer Erfolg in Australien und Großbritannien wurde. Einen Monat später folgte ihr Album Kylie Minogue, zu dem auch die Pet Shop Boys und M People Songs beisteuerten. Obwohl es sowohl in Großbritannien als auch in Australien mit Edelmetall ausgezeichnet wurde und höher platziert war als die letzten beiden SAW Alben, wurde es in der Presse als kommerzieller Rückschlag dargestellt, auch wenn sich Minogue in Musikerkreisen damit einen gewissen Respekt erarbeitete. Nebenbei spielte Minogue unter wenig Kritikerlob und mit mäßigem Erfolg in zwei Hollywoodfilmen. So war sie neben Jean-Claude Van Damme in dem 40 Millionen US-Dollar teuren Actionfilm Street Fighter – Die entscheidende Schlacht (1994) sowie in dem kaum beachteten Bud & Doyle – Total Bio (1995) an der Seite ihrer Kurzzeitaffäre Pauly Shore zu sehen.
Laut eigener Aussage trat ein Wendepunkt in ihrer Karriere ein, als sie 1995 mit Nick Cave das Duett Where the Wild Roses Grow aufnahm. Durch diese ungewöhnliche Zusammenarbeit wurde Minogue nun auch für Musikkritiker und -hörer annehmbar, die sie zuvor stets belächelt hatten. Der Song selbst erhielt vor allem in Australien zahlreiche Preise und wurde in vielen anderen Ländern Minogues größter Erfolg in den 1990er-Jahren überhaupt.