mini|Gesamtansicht der Altstadt mini|Logo von Besigheim Besigheim ist eine Kleinstadt im Landkreis Ludwigsburg etwa 25 km nördlich von Stuttgart und 15 km südlich von Heilbronn. Sie gehört zur Region Stuttgart (bis 1992 Region Mittlerer Neckar) und zur europäischen Metropolregion Stuttgart. Seit dem 18. Oktober 2005 ist Besigheim ein staatlich anerkannter Erholungsort.

Besigheim ist überregional vor allem durch seine mittelalterliche Altstadt mit zahlreichen Fachwerkhäusern bekannt.

Geographie Geographische Lage Besigheim liegt 13 Kilometer nördlich von Ludwigsburg am Zulauf der Enz (größter linker Nebenfluss) in den Neckar. Die Altstadt liegt auf dem lang gestreckten, steil abfallenden Mündungssporn und ist so auf drei Seiten von den beiden Flüssen umgeben.

Stadtgliederung

Besigheim besteht aus der Kernstadt Besigheim und dem bereits früher zu Besigheim gehörenden Weiler Husarenhof im Süden. Am 1. September 1971 wurde die frühere Gemeinde Ottmarsheim eingemeindet, deren Gebiet als Exklave nordöstlich von Besigheim liegt mit dem Dorf Ottmarsheim als einzigem Ort.Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 379–381.

Nachbargemeinden

Um das hier zentral betrachtete Gemeindegebiet von Besigheim liegen fast alle zum Landkreis Ludwigsburg gehörenden Nachbargemeinden: Gemmrigheim im Norden, Neckarwestheim auch mit seinem Ortsteil Liebenstein im Nordosten, die genannte Ottmarsheimer Exklave Besigheims und Hessigheim im Osten, Ingersheim im Südosten, Mundelsheim im Südosten und Süden, die Stadt Bietigheim-Bissingen im Süden und Südwesten, Löchgau im Westen und Walheim im Nordwesten. Nur Neckarwestheim gehört verwaltungstechnisch zum nördlich benachbarten Landkreis Heilbronn.

Flächenaufteilung

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Besigheim.

Raumplanung Besigheim bildet zusammen mit der Nachbarstadt Bietigheim-Bissingen ein Mittelzentrum innerhalb der Region Stuttgart, deren Oberzentrum Stuttgart ist. Zum Mittelbereich des Mittelzentrums Bietigheim-Bissingen/Besigheim gehören die Städte und Gemeinden im Norden des Landkreises Ludwigsburg: Bönnigheim, Erligheim, Freudental, Gemmrigheim, Hessigheim, Ingersheim, Kirchheim am Neckar, Löchgau, Mundelsheim, Sachsenheim, Tamm und Walheim.Landesentwicklungsplan 2002 Baden-Württemberg.

Die drei Städte Bönnigheim, Besigheim, und Bietigheim-Bissingen bilden in ihrer Außendarstellung ein gemeinsames 3B-Tourismusteam, das unter dem Kunstwort 3B-Land auch die Umgebung einbezieht.Tourismus-Angebote des 3B-Landes

Natur

Geschichte Mittelalter mini|Besigheim um 1643. Kupferstich von Matthäus Merian Erstmals urkundlich erwähnt wurde Besigheim im Jahre 1153 in einer Schenkungsurkunde, in der der Stauferkönig Friedrich I. Barbarossa die Schenkung der curtis Basincheim (Fronhof Besigheim) an den Markgrafen Hermann III. von Baden bezeugt.

Die Verleihung des Stadtrechts und der Ausbau der Stadtmauer mit Errichtung der Stadttürme wird auf um 1200 datiert. Der genaue Zeitpunkt der Verleihung des Stadtrechts war bereits im 16. Jahrhundert in Vergessenheit geraten, die Türme jedoch waren spätestens bis 1220 errichtet und mit dem Auftreten von herrschaftlich badischen Vögten ab 1231 und Schultheißen ab 1257 kann ein bereits bestehendes Stadtrecht vorausgesetzt werden. Der historische Siedlungskern liegt in der Unterstadt, die Oberstadt ist vermutlich beim Ausbau zur Stadt planmäßig angelegt worden. Als Herrensitze entstanden in der Oberstadt das Steinhaus und in der Unterstadt ein Schloss. Ein Rat der Stadt wurde erstmals im 15. Jahrhundert erwähnt.

Im Jahr 1463 wurde Besigheim von Baden an die Pfalzgrafen bei Rhein verpfändet, die die Stadt wiederum vorübergehend bis 1486 an Hans von Gemmingen unterverpfändeten. 1504 wurde die Stadt durch Herzog Ulrich von Württemberg im Rahmen des Vollzugs der kaiserlichen Acht gegen Pfalzgraf Ruprecht erobert, 1505 wurde Besigheim dann per Vertrag formell Ulrich zugesprochen.

Frühe Neuzeit mini|Marktplatz von Besigheim mit Rathaus 1520 fiel die Stadt an Habsburg, wie das gesamte Württemberg. Im Bauernkrieg wurde Besigheim 1525 von den aufständischen Bauern besetzt, ging 1529 wieder an Baden und 1595 durch Kauf endgültig an Württemberg.

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts kam es in Besigheim zu mehreren Pest-Epidemien, denen von 1606 bis 1633 rund 500 Einwohner zum Opfer fielen. Nach Beginn des Dreißigjährigen Krieges wurden 1621 Schanzen aufgeworfen, jedoch kam es vorerst zu keinen bedeutenden Kampfhandlungen, sondern lediglich zu Einquartierungen und Durchzügen. Erst 1634 brach der Krieg über die Stadt herein, die bis 1648 mehrmals besetzt und geplündert wurde. Die Pest forderte außerdem in den Jahren 1634 bis 1648 weitere rund 1700 Opfer. Mehrere zum Amt Besigheim zählende Dörfer waren völlig entvölkert.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Stadt zweimal 1688 und 1693 von französischen Truppen belagert, 1693 wurde dabei die untere Stadtburg mit Ausnahme des Turms zerstört. Auch im Spanischen Erbfolgekrieg (1700–1714) und im Österreichischen Erbfolgekrieg (1740–1748) kam es zu kriegerischen Handlungen in Besigheim und die Franzosen waren im Rahmen der napoleonischen Kriege zwischen 1793 und 1815 nochmals mehrfach in der Stadt.

19., 20. und 21. Jahrhundert Im 1806 gegründeten Königreich Württemberg blieb Besigheim Oberamts- und 1822 Amtsgerichtsstadt. 1848 erfolgte mit dem Bau der Nordbahn der Anschluss an das Streckennetz der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen. Zwischen 1901 und 1902 wurde Besigheim elektrifiziert. Bis 1934 war die Stadt der Verwaltungssitz des Oberamtes Besigheim und von 1934 bis 1938 des Kreises Besigheim. Der Kreis Besigheim wurde 1938 während der NS-Zeit in Württemberg unter den Landkreisen Ludwigsburg und Heilbronn aufgeteilt. Die alte Oberamtsstadt Besigheim selbst gelangte somit zum Landkreis Ludwigsburg.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, im Jahr 1945, wurden insgesamt acht Brücken gesprengt.

1945 wurde Besigheim Teil der Amerikanischen Besatzungszone und gehörte somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Baden, das 1952 im jetzigen Bundesland Baden-Württemberg aufging.

Bis 1988 sanierte man die Kirchstraße und bis 1991 stellte man die neue Umgehungsstraße B 27 mit Tunnel unter dem Altstadtkern fertig. 2007 sanierte man die Pfarrgasse und 2009 die Haupt- und Bügelestorstraße.besigheim.de Chronik Besigheims.

2009 wurde durch Nachforschungen anlässlich des Dresden-Besuchs von Barack Obama, dem damaligen US-Präsidenten, bekannt, dass Obama deutsche Wurzeln hat und sein 6. Urgroßvater, Johann Conrad Wölfflin, am 29. Januar 1729 in Besigheim geboren wurde. Wölfflin ist 1750 nach Amerika ausgewandert und hat dort seinen Nachnamen in Wolfley geändert.

Geschichte des Stadtteils Ottmarsheim

Religionen Laut der Volkszählung 2011 waren 44,2 % der Einwohner evangelisch, 21,7 % römisch-katholisch und 34,1 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe., Zensus 2011 Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken. Anfang 2020 (Stand 1. Januar) hatte Besigheim 12.835 Einwohner, 36,6 % (4.692) Protestanten, 19,6 % (2.518) Katholiken und 43,8 % (5.625) hatten entweder eine andere oder gar keine Religionszugehörigkeit.Media Frag den Staat Religionszugehörigkeit Statistik 2019, abgerufen am 2. September 2020Religionszugehörigkeit der Einwohner von Besigheim, auf fragdenstaat.de.

Besigheim hat heute eine evangelische Kirchengemeinde. Die Stadt ist zudem Sitz des Kirchenbezirks Besigheim der Evangelischen Landeskirche in Württemberg und beherbergt eine Landeskirchliche Gemeinschaft. Auch eine römisch-katholische, eine evangelisch-methodistische und eine neuapostolische Gemeinde sowie die Zeugen Jehovas sind im Ort vertreten.

Politik Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 mit einer Wahlbeteiligung von 66,3 % verteilen sich die 18 Mitglieder (± 0) des Gemeinderats folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: mini|Marktplatz mit Rathaus

Parteien und WählergemeinschaftenSitze 2024 Sitze 2019Sitze 2014CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 54 6SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 32 3FDP Freie Demokratische Partei 1 11 BMU Bündnis Mensch und Umwelt4 5 4FWVFreie Wähler Besigheim e. V. 43 4SIPStadtimpulse1 – – WIR WIR Besigheimer Bürger – 3 – Gesamt 18 18 18

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Bürgermeister Der Bürgermeister ist gemäß der baden-württembergischen Gemeindeordnung Vorsitzender des Gemeinderats und Leiter der Gemeindeverwaltung. Er ist hauptamtlicher Beamter auf Zeit und wird von den wahlberechtigten Besigheimer Bürgern direkt für eine Amtszeit von acht Jahren gewählt. 1930 änderte die württembergische Gemeindeordnung die Amtsbezeichnung Schultheiß in Bürgermeister.

Bürgermeister ist seit dem 1. April 2024 Florian Bargmann. Er wurde am 21. Januar 2024 mit 61,9 Prozent der Stimmen gewählt.

Die seit 1819 amtierenden Schultheißen bzw. Bürgermeister waren:Gustav Bächler, Stefan Benning, Thomas Schulz: Geschichte der Stadt Besigheim – Von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart. Besigheim 2003. 1819–1823: Johann Christian Irion 1823–1844: August Speidel 1845–1863: Hermann Hölder 1863–1895: Karl Hermann Jung 1896–1924: Adolf Köhler 1924–1934: Emil Hayer 1934–1945: Karl Fuchs 1945–1948: Gottlob Heim 1948–1971: Eberhard Frohnmayer 1971–1992: Werner Grau 1992–2024: Steffen Bühler (CDU) seit 2024: Florian Bargmann

Wappen und Flagge Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot eine zweitürmige silberne Burg mit neun Zinnen und Tor auf grünem Hügel.“ Die Besigheimer Stadtfarben sind Weiß-Rot.

Der Hügel stellt den Bergsporn zwischen Neckar und Enz dar, auf dem sich die Altstadt von Besigheim befindet. Die rote Farbe symbolisiert den Wein.

Städtepartnerschaften Ay in Frankreich, seit 1966; traditionell besuchen sehr viele Besigheimer die französische Partnerstadt während des Weinfestes „Fete Henry IV“ Newton Abbot in England, seit 1979 Bátaszék in Ungarn, seit 1992

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Weinbau in Steillage an der Enz

Weinbau Besigheim ist ein Weinbauort, dessen Lagen zur Großlage Schalkstein des Bereichs Württembergisch Unterland im Weinbaugebiet Württemberg gehören. Der bekannteste und größte Weinbaubetrieb ist die genossenschaftlich organisierte Felsengartenkellerei Besigheim mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen Euro und einem Absatz von mehr 6,6 Millionen Litern Wein und Sekt im Jahr 2015. Eine Reihe von Familienbetrieben betreiben den Weinbau in Eigenunternehmung. Besigheim liegt an der Württemberger Weinstraße, die durch alle württembergische Weinregionen an vielen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

mini|Ehemaliges Ziegelwerk

Ansässige Unternehmen Größere ansässige Unternehmen sind: CERATIZIT Besigheim GmbH, vormals KOMET GROUP, Werkzeughersteller Müller – Die lila Logistik, Spedition Şişecam Automotive, Zulieferer der Automobilindustrie (Das Unternehmen Richard Fritz wurde 2013 von Şişecam übernommen und 2021 zu Şişecam Automotive umfirmiert) Heinkel Process Technology, Zentrifugen Sun Chemical (bis 30. Juni 2021: BASF Pigment GmbH), Chemische Industrie Schweiker Gruppe, Hersteller von Fenstern und Türen im Stadtteil Ottmarsheim Das 1898 gegründete Ziegelwerk stellte 2002 die Produktion ein. 2019 wurde das Gelände an die Wohnbaufirma Layher verkauft und 2021 abgerissen.

Verkehr Die Bundesstraße 27 verläuft durch Besigheim. Seit 1991 wird der Durchgangsverkehr mit einem 178 m langen Tunnel unter der Altstadt hindurchgeleitet.GBI Gackstatter Beratende Ingenieure: Tunnel Besigheim, abgerufen am 25. Dezember 2012.