Charlotte Schwab (* 17. Dezember 1952 in Möhlin/Basel, Schweiz) ist eine Schweizer Schauspielerin.
Nach einer prägenden Theaterkarriere an Häusern wie dem Staatstheater Darmstadt, der Schaubühne Berlin und dem Hamburger Thalia Theater unter Regisseuren wie Claus Peymann und Peter Stein wurde sie ab den späten 1990er-Jahren einem breiten Publikum als Kripochefin Anna Engelhardt in der RTL-Actionserie Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei bekannt. Sie spielte Hauptrollen in Fernsehfilmen wie Die Konkurrentin (1997) sowie in Krimireihen wie Tatort (1996–2005), Das Duo (2002–2012) und Die Toten am Meer (seit 2020). Seit 1981 stand sie in über 100 Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera.
Leben Herkunft und Ausbildung Charlotte Schwab wuchs in Möhlin im Fricktal auf. Sie hat einen älteren Bruder und vier Schwestern. Nach der Scheidung der Eltern kam sie im Alter von zehn Jahren nach Basel, wo ihre Mutter als Garderobiere am Theater arbeitete. Die Mutter nahm sie zu Vorstellungen mit und weckte so ihr Interesse am Schauspiel. Nach Abschluss der Schule lernte Schwab bei der Basler Hauptpost zunächst Telefonistin, um ihre Familie finanziell unterstützen zu können. Schließlich gab sie ihrer Passion zum Schauspiel nach, und ließ sich am Konservatorium für Musik und Schauspiel in Bern ausbilden.
Theater 1974 erhielt Schwab ihr erstes festes Engagement in Trier. Danach stand sie mehr als zwanzig Jahre erfolgreich auf vielen Bühnen in der Schweiz und in Deutschland. Nach dem Staatstheater Darmstadt (1975) und dem Düsseldorfer Schauspielhaus (1976–1980) spielte sie in Bremen (1980), an der Schaubühne Berlin (1981), am Schauspielhaus Bochum, am Schauspielhaus Zürich und in den 1990er Jahren am Thalia-Theater Hamburg. Sie arbeitete mit renommierten Theaterregisseuren wie Jürgen Flimm, Claus Peymann, Peter Löscher, Sven-Eric Bechtolf und Katharina Thalbach zusammen.
2006 und 2007 gab Schwab die Shakespeare-Lesung Geliebter Bastard in Bochum und Zürich. 2007 las sie in Wien und Göttingen die Versdichtung Venus und Adonis. Seit der Spielzeit 2016/2017 gehört sie zum festen Ensemble des Bayerischen Staatsschauspiels. In der Spielzeit 2024/25 der Bad Hersfelder Festspiele spielte sie die Titelrolle des Shakespeare-Klassikers König Lear.
Film und Fernsehen Ihr Filmdebüt gab Schwab unter der Regie von Alexander J. Seiler in der Hauptrolle als Lehrerin Hanna Weber in dem Drama Zorn oder Männersache. Zwischen 1996 und 2005 übernahm sie mehrfach Gastrollen in der ARD-Krimireihe Tatort.
Einem breiten Publikum wurde sie schließlich als Kripochefin Anna Engelhardt in der RTL-Actionserie Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei bekannt, die sie von 1997 bis 2008 durchgehend spielte; im Jahr 2016 kehrte sie für einen Gastauftritt im Pilotfilm zur Frühjahrsstaffel 2016 zurück. 1997 übernahm sie in dem Fernsehfilm Die Konkurrentin an der Seite von Ann-Kathrin Kramer die Rolle der verheirateten Unternehmensberaterin und Mutter Katharina Nordberg, die sich in ihre junge Konkurrentin Maren Rieger verliebt. Mit Kramer war sie ab 2002 zudem in der ZDF-Krimireihe Das Duo zu sehen, wo sie als Lübecker Kriminalhauptkommissarin Marion Ahrens ermittelte. Von 2006 an spielte Lisa Martinek ihre Das-Duo-Partnerin. Von 2018 bis 2020 verkörperte sie an der Seite von Oona Devi Liebich die durchgehende Rolle der Monika Schindel in der ZDF-Fernsehserie Tonio & Julia.
Seit 2020 spielt Schwab in der ARD-Krimireihe Die Toten am Meer die sich im vorzeitigen Ruhestand befindliche und von Alkoholproblemen gezeichnete Kriminalhauptkommissarin Elisabeth Haller, die aufgrund ihrer fundierten psychologischen Menschenkenntnis und ihrer polizeilichen Vergangenheit zu einer eigenwilligen, aber unverzichtbaren Mentorin und Schlüsselzeugin für die junge Ermittlerin Ria Larsen wird. Von 2022 bis 2024 spielte sie die Rolle der Psychotherapeutin Malu in der ARD-Fernsehfilmreihe Toni, männlich, Hebamme.
Privates Charlotte Schwab war von 1979 bis 1986 mit dem Schauspieler Peter Simonischek verheiratet. Der Ehe entstammt der spätere Schauspieler Max Simonischek. In zweiter Ehe war sie mit dem Schauspieler und Regisseur Sven-Eric Bechtolf zusammen; aus dieser Ehe hat sie einen weiteren Sohn. Nachdem sie über viele Jahre in Hamburg gewohnt hat, lebt sie in München.
Filmografie Filme
Fernsehserien und -reihen
Theater (Auswahl)
Residenztheater München 2017: Die Troerinnen (als Hekuba). Von Jean-Paul Sartre nach Euripides. Inszenierung: Tina Lanik 2017: Insgeheim Lohengrin (als Friseurin Helga). Von Alvis Hermanis und Ensemble. Inszenierung: Alvis Hermanis 2018: Am Kältepol – Erzählungen aus dem Gulag (als Strafgefangene). Uraufführung nach Warlam Tichonowitsch Schalamow. Inszenierung: Timofei Alexandrowitsch Kuljabin 2019 Lulu (als Lulu). Von Frank Wedekind. Inszenierung: Bastian Kraft 2021: Erinnerung eines Mädchens (als Annie). Von Annie Ernaux. Inszenierung: Silvia Costa 2021: Gott (als Elisabeth Gärtner). Von Ferdinand von Schirach. Inszenierung: Max Färberböck
Bad Hersfelder Festspiele 2023: König Lear (als Lear). Nach William Shakespeare. Inszenierung: Tina Lanik
Auszeichnungen 1977: Schauspielerin des Jahres der Zeitschrift Theater heute für die Rolle der „Luise“ in Kabale und Liebe 1978: Schauspielerin des Jahres (Theater heute) für die Rolle der „Amalia“ in Die Räuber 1978: Kulturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 1978: Förderpreis für Literatur der Landeshauptstadt Düsseldorf 2019: Nominierung für den Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. für herausragende künstlerische Leistung 2020: Nominierung für den Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. für herausragende künstlerische Leistung 2022: Bayerische Staatsschauspielerin 2022: Kurt-Meisel-Preis der Freunde des Residenztheaters e. V. für herausragende künstlerische Leistung 2023: Großer Hersfeld-Preis
Literatur
Weblinks
Charlotte Schwab bei der Agentur Die Agenten Charlotte Schwab beim Bayerischen Staatsschauspiel
Einzelnachweise
Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Basel) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Frau