mini|VW Golf der ersten Generation von 1974 mini|VW Golf VIII von 2024 VW Golf ist eine Pkw-Modellreihe der Kompaktklasse von Volkswagen. Sie wird seit 1974 produziert, seit Dezember 2019 in der achten Generation. Mit über 37 Millionen Exemplaren ist der Golf eines der meistgebauten Autos der Welt.
Allgemeines mini|Golf-Montageband im Werk Wolfsburg (1978) Fahrzeugkonzept Der VW Golf ist eine drei- oder fünftürige Schrägheck- oder Kombilimousine (zwei bzw. vier Türen und eine am Dach angeschlagene Heckklappe). Die Fahrzeugabmessungen liegen deutlich über einem Kleinwagen, aber ebenso deutlich unterhalb klassischer Reisewagen der Pkw-Mittelklasse. Der Wagen bietet ausreichend Platz für vier Erwachsene mitsamt Gepäck, der Innenraum lässt sich je nach Bedarf durch Umklappen der Rückbank umgestalten. Alle VW Golf haben Frontantrieb oder zum Teil auch Allradantrieb und quer eingebaute, wassergekühlte Viertakt-Reihenmotoren, wodurch eine gute Raumausnutzung erreicht wird. Mit diesen Merkmalen begründete der Golf – neben einigen weniger erfolgreichen Modellen anderer Hersteller – ein seinerzeit neues Fahrzeugsegment, die sogenannte KompaktklasseVolkswagen-Chronik: Eine Idee macht Geschichte. Volkswagen, Öffentlichkeitsarbeit, Wolfsburg 1993, Drucknummer 375.802.194.00. oder auch nach ihm so benannte „Golfklasse“.
Entstehungsgeschichte Zur Zeit der Entwicklung war der Golf die „große Hoffnung“ für den VW-Konzern, der sich in einer Krise befand und hohe Verluste schrieb. Seit Ende der 1960er Jahre ging die Nachfrage nach dem Umsatz bringenden VW Käfer zurück, gleichzeitig fiel der Dollarkurs, wodurch der Export in die USA weniger Profit abwarf. Die Modellpalette aus veralteten Fahrzeugen mit luftgekühlten Heckmotoren wurde Anfang der 1970er Jahre mit großem Kraftaufwand erneuert. Das etwas moderner gestaltete Modell VW Typ 3 (VW 1500, später 1600) war 1973 vom Passat abgelöst worden. Der VW 412 und der K 70 verkauften sich nicht gut und waren teuer zu produzieren. Der 1967 entwickelte Prototyp EA 235 mit wassergekühltem Frontmotor blieb ein Einzelstück und hatte keine Auswirkungen auf die Modellpolitik. Auch ein alternatives Modell mit Käfer-Motor vorn und Frontantrieb, der EA 276 von 1969, wurde von der Konzernleitung abgelehnt. Immerhin hatte dieser Prototyp als erster eine Verbundlenkerachse. Diese Aufhängung wurde mit Scirocco und Golf in die Serienproduktion überführt, inzwischen ist sie bei kleineren Frontantriebsfahrzeugen die meistverwendete Achskonstruktion.
Anfang der 1970er Jahre wurde innerhalb kurzer Zeit ein neues Modellprogramm moderner Frontantriebs-Fahrzeuge mit Wasserkühlung entwickelt, das die bisherige Modellpalette ablöste und den VW-Konzern aus seiner Absatzkrise führte. Dabei bediente VW sich teilweise der Fahrzeugtechnik der einige Jahre zuvor erworbenen Auto Union GmbH (Audi), die solche Fahrzeuge schon seit 1931 im Programm hatte. Das erste dieser neuen Modelle war der mit dem Audi 80 fast baugleiche Mittelklassewagen Passat. Dann folgten die Eigenentwicklungen Scirocco und der erste Golf, der als Nachfolger des VW Käfer vorgesehen war. Die anderen Fahrzeuge sind der Kleinwagen Audi 50 und der ihm baugleiche Polo.
Ursprünglich war als Nachfolger des VW Käfer ein Fahrzeug mit dem VW-typischen Heckantrieb geplant. So entstand zunächst unter der Leitung von Ferdinand Piëch bei Porsche der EA 266 (EA bedeutet Entwicklungsauftrag) mit wassergekühltem Mittelmotor längs unter der Rückbank. Die Vorbereitungen zur Serienproduktion wurden jedoch nach einem Wechsel an der Konzernspitze vom neuen Vorstandsvorsitzenden Rudolf Leiding Ende 1971 gestoppt. Gründe waren zu hohe Produktionskosten und die ungünstige Lage des Motors unter der Rücksitzbank, die das Fahrzeug störanfällig und wenig wartungsfreundlich gemacht hätte.
Stattdessen wurde eine Entwicklungsstudie namens EA 337 aufgegriffen und zur Serienreife gebracht, die seinerzeit parallel zu den anderen Entwürfen begonnen worden war. Die Form dieses Wagens gestaltete der italienische Fahrzeugdesigner Giorgetto Giugiaro in seinem Unternehmen Italdesign. Er gab mit der charakteristischen Schrägheck-Karosserie das gestalterische Grundkonzept für alle weiteren Golf-Modelle vor. Giugiaro war auch für das Design des Scirocco und das Schrägheck des Passat verantwortlich.
Über die Namensherkunft des VW Golf gehen die Meinungen auseinander. Zunächst sollte der Golfstrom Namensgeber gewesen sein, dann aber auch die Ballsportart Golf, was durch einen Golfball als Schalthebelknauf bestätigt zu sein scheint. Zudem gibt es eine Version, der zufolge der VW Golf nach dem gleichnamigen Pferd eines VW-Mitarbeiters benannt sein soll.Namen unserer Autos. In: de.motor1. Abgerufen am 7. Juli 2022.
Statistik Auf dem Golf als Nachfolger des Käfers ruhten die Hoffnungen des VW-Konzerns. Aufgrund der Ölkrise war der sofortige Verkaufserfolg dennoch offenbar überraschend für die Konzernleitung. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich der Golf zu einem großen Verkaufserfolg, der bis heute anhält. So wurden seit Erscheinen des ersten Modells bisher (2025) über 37 Millionen Fahrzeuge in insgesamt acht aufeinanderfolgenden Baureihen produziert. Damit ist der Golf eines der meistgebauten Autos der Welt. Er rangiert weltweit an dritter Stelle hinter dem Toyota Corolla und der Ford F-Serie. Am 30. Mai 1994 lief der 15-millionste VW Golf vom Band, der von Ferdinand Piëch persönlich aus der Werkshalle gefahren wurde. Kurz darauf am 1. Juni 1994 wurden mehr Golf als Ford Modell T produziert. Als am 25. Juni 2002 Golf Nummer 21.517.415 vom Band lief, wurde der Rekord des VW Käfer gebrochen, der seit 17. Februar 1972 als das weltweit meistgebaute Auto galt.40 Jahre VW Golf: Generationen-Auto im Wandel
Der 29. März 1974 war Produktionsbeginn, als der erste Golf in Wolfsburg vom Band lief.Torben Hildebrandt: VW Golf wird 50 Jahre: Hintergründe und Kurioses zum Kultauto bei ndr.de vom 29. März 2024 Speziell in Deutschland war der Golf praktisch seit Produktionsbeginn zudem fast durchgehend das Fahrzeug mit der höchsten Zahl an Neuzulassungen, teilweise mit über 400.000 Fahrzeugen pro Jahr.seit 1975, unterbrochen nur durch das Jahr 1980, als die Mercedes-Benz Baureihe 123 knapp vorn lag Auch im Rest Europas ist er insgesamt der meistverkaufte Pkw, wenngleich er nicht in allen Ländern die Zulassungsstatistik anführt.siehe dazu Wirtschaftszahlen zum Automobil Innerhalb des VW-Konzerns wies der Golf 2012 mit rund 900.000 Einheiten jährlich die dritthöchsten Produktionszahlen auf, hinter dem Passat und dem Jetta.
Im Juni 2013 wurde in Wolfsburg der 30-millionste Golf produziert.
Ende März 2020 wurde verkündet, dass der Golf von der Spitze der meisten Neuzulassungen verdrängt worden ist. Er war bis dahin in Europa das meistverkaufte Auto und wurde nun vom Renault Clio abgelöst. Im Zuge der Corona-Pandemie und dem Stopp der VW-Produktion ist die Spitzenposition verloren gegangen. Im Februar haben die europäischen Behörden 24.914 Zulassungen des Renault Clio gezählt. Der Golf musste sich mit 24.735 Neuzulassungen von seinem bisherigen Spitzenplatz verabschieden. In der Schweiz war der Golf von 1975 bis 2016 ununterbrochen das meistverkaufte Auto, es folgte der Škoda Octavia, bevor dieser 2021 vom Tesla Model 3 und 2022 vom Tesla Model Y abgelöst wurde. Waren 2015 weltweit noch über eine Million Golf gebaut worden, reduzierte sich das Produktionsvolumen im Jahr 2024 auf etwas über 300.000 Modelle der Baureihe. Als Ursache werden verschiedene Gründe aufgeführt. Die Qualität des Golf VIII soll im Vergleich zum Golf VII nachgelassen haben. Weiter erhielten Golf-Ableger wie Cabrio oder Sportsvan keine Nachfolgemodelle. Darüber hinaus stiegen die Verkaufszahlen von SUV wie dem VW T-Roc deutlich an.
Lebenszyklen Die Lebenszyklen nahmen von Golf I bis Golf VI kontinuierlich ab und verkürzten sich von 9 Jahren auf 4,5 Jahre auf die Hälfte, mit dem Golf VII erhöhte sich der Lebenszyklus wieder auf 7,8 Jahre.
Modell Bauzeit Zyklus Stückzahl VW Golf I 1974 – 1983 9 Jahre 6,9 Mio. VW Golf II 1983 – 1992 9 Jahre 6,3 Mio. VW Golf III 09/1991 – 12/1997 6,2 Jahre 4,8 Mio. VW Golf IV 10/1997 – 05/2004 6,6 Jahre 4,9 Mio. VW Golf V 10/2003 – 11/2008 5,1 Jahre 3,4 Mio. VW Golf VI 10/2008 – 04/2013 4,5 Jahre 3,6 Mio. VW Golf VII 08/2012 – 05/2020 7,8 Jahre 6,3 Mio. VW Golf VIII seit 12/2019 seit 6 Jahren
Abmessungen und Leergewicht
Mit der Entwicklung der Modelle stiegen Abmessungen und Leergewicht stetig. Von VW Golf I bis VW Golf VIII ergeben sich folgende Zunahmen: Länge 58 cm, Breite 18 cm, Höhe 8 cm, Radstand 22 cm und Leergewicht 505 kg (entspricht einer Zunahme um 67 %).
Modell Länge Breite Höhe Radstand Leergewicht VW Golf I 3705 mm 1610 mm 1390–1410 mm 2400 mm 750–805 kg VW Golf II 3985–4040 mm 1665–1680 mm 1415 mm 2475 mm 845–1165 kg VW Golf III 4020 mm 1695–1710 mm 1405–1425 mm 2471–2474 mm 960–1380 kg VW Golf IV 4149–4397 mm 1735 mm 1439–1485 mm 2512–2517 mm 1050–1477 kg VW Golf V 4204–4206 mm 1759 mm 1470–1483 mm 2578 mm 1155–1590 kg VW Golf VI 4199–4534 mm 1779–1786 mm 1461–1504 mm 2578 mm 1217–1541 kg VW Golf VII 4255–4586 mm 1799 mm 1442–1515 mm 2637 mm 1205–1615 kg VW Golf VIII 4284–4644 mm 1789 mm 1466–1498 mm 2619–2678 mm 1255–1630 kg
Neupreise Im Folgenden sind die Listenpreise für die günstigsten Varianten der jeweiligen Baureihen aufgeschlüsselt.
Modell Listenpreis inflationsbereinigt VW Golf I 7.995 DM € VW Golf II 13.490 DM € VW Golf III 19.974 DM € VW Golf IV 25.700 DM € VW Golf V 15.220 € € VW Golf VI 16.500 € € VW Golf VII 16.975 € € VW Golf VIII 19.995 € €
Modellgeschichte Baureihen im Überblick Seit Mai 1974 wurde der Golf in nunmehr acht Generationen auf den Markt gebracht:
Andere Karosserievarianten: Jetta (seit 1979) Golf Variant (seit 1993) Golf Cabriolet (1979–2002, 2011–2016) Golf Plus (Typ 1KP) (2005–2014) / Golf Sportsvan (2014–2020)
Modellvarianten mini|VW Golf I GTI Mitte 1976 erschien der Golf GTI, der mit dem 81 kW (110 PS) starken Motor des Audi 80 GTE ausgerüstet war. Seine Leistung übertraf die anderer Kompaktwagen mit Frontantrieb und Heckklappe bei weitem und erreichte das Niveau des Ford Escort RS2000 und des Opel Kadett GT/E, die beide 25 % mehr Hubraum hatten. Die ersten Golf GTI verlangten nach hohen Drehzahlen. Im letzten Modelljahr 1983 der ersten Serie des Golf wurde der Hubraum des GTI von 1,6 l auf 1,8 l angehoben, was sich positiv auf Drehmoment und Drehzahlniveau auswirkte. Ab dem Golf III gab es noch stärkere Motoren als die der GTI-Modelle. Beim Golf III war der VR6 syncro mit 140 kW (190 PS) das Topmodell. Beim Golf IV sowie beim Golf V hatten die R32-Modelle mit 177 bzw. 184 kW (241 bzw. 250 PS) die stärksten Motoren. Auch vom Golf V gibt es ein GTI-Modell mit 147 kW (200 PS) oder 169 kW (230 PS).
Völlig neu war auch der Golf Diesel, der ebenfalls 1976 vorgestellt wurde. Anfang 1979 präsentierte VW den Golf als Cabriolet, das die Nachfolge des Anfang 1980 eingestellten Käfer-Cabrios antrat. Interessant ist dabei, dass der offene Golf ursprünglich als Stufenheckmodell angedacht war, lange vor dem Jetta.