Der Weißbauchtinamu (Nothura boraquira) ist eine Vogelart aus der Familie der Steißhühner (Tinamidae), die im östlichen Brasilien, dem östlichen Bolivien und dem nordöstlichen Paraguay verbreitet ist. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt. Die Art gilt als monotypisch.IOC World bird list Ratites: Ostriches to tinamous
Merkmale Der Weißbauchtinamu erreicht eine Körperlänge von ca. 26,0 bis 28,5 cm bei einem Gewicht von ca. 239 bis 337 g. Das Gefieder kann sehr variieren, manche Exemplare wirken deutlich matter bräunlich als andere. Die Federn des vorderen Oberkopfs und des Oberkopfs sind schwarz mit rotbraunen Rändern und einigen kurzen, weißlich-gelben Streifen an den Seiten. Der Nacken ist zimtbraun mit einigen Flecken, einer Reihe schwarzer zentrierter Federn mit weißlich gelben Seitenstreifen im mittleren Hinterhalsbereich. Die Oberseite ist stark mit beigen Binden, schwarzen wurmartigen Zeichnungen und breiteren Binden auf braunem bis zimtbraunem Grund gemustert, die seitlich von deutlichen weißlich beigen Streifen eingefasst und deren Federn rotbraun gesäumt sind. Die Oberflügeldecken weisen weniger Schwarz, dafür aber große Flecken oder wellenförmige Bänder auf. Die Schwungfedern und Handschwingendecken sind dunkelbraun mit hellen ockerfarbenen Bändern an den Außenfahnen. Der Bereich über dem Zügel bis zum Nacken ist zimtbraun, der Zügel und die Augenpartie meist matter und blasser, der untere und hintere Gesichtteil ist eine Mischung aus hellgelben, zimtbraunen und dunkelbraunen Flecken und kurzen Streifen, meist mit einem undeutlichen ungleichmäßigen Unterbartstrich, einem markanteren dunkel rotbraunen Fleck auf den Ohrdecken, der sich als Serie rotbrauner und schwarzer Flecken an den Halsseiten hinunterzieht. Das Kinn und die Kehle sind weißlich gelbbraun oder weiß, der Vorderhals und Brust graubraun mit schwarzen Streifen und gefleckten oder gestreiften gelblich weißen Stellen, die Brustseiten bis zu den Flanken cremefarben bis gelbbraun mit variabler schmaler dunkelbrauner Bänderung oder grober wurmartiger Zeichnung. Der Bauch ist weiß oder gelblich weiß. Die Iris ist blass gelblich, der Oberschnabel hornbraun bis dunkelgrau, Schneidekanten und Unterschnabel blass horngelb oder gräulich und die Beine leuchtend gelb. Die Geschlechter ähneln sich. Jungtiere ähneln ausgewachsenen Vögeln, doch sind die Flecken an der Brust etwas dunkler.José Cabot, u. a. (2020)
Lautäußerungen Der Gesang des Weißbauchtinamu besteht aus einem hohen langgezogenen Piiia-Ton, der am Ende abfällt und in Abständen von drei bis fünf Sekunden wiederholt wird. Ein tiefes, piepsendes Bit Bit Bit dient der Kommunikation innerhalb der Gruppe. Beim Abflug gibt er ein lautes Pswit von sich.
Fortpflanzung Die Nester des Weißbauchtinamu mit Eiern oder brütenden Altvögeln wurden mindestens im Dezember, März, Mai und Juni beobachtet. Von kleinen Küken wurde im Dezember und Januar berichtet. Ein Gelege besteht aus zwei bis sechs braunen bis schokoladenbraunen Eiern.
Verhalten und Ernährung Es ist nicht viel über das Verhalten und die Ernährung des Weißbauchtinamu bekannt. So ist nur bekannt, dass er in kleineren Gruppen zusammenlebt.
Verbreitung und Lebensraum mini|Verbreitungsgebiet des Weißbauchtinamu (grün) Der Weißbauchtinamu bevorzugt die tropischen Zonen. Hier kommt er in trockenen Weiden und Grasland mit Dornbuschgestrüpp und vereinzelten Bäumen vor. In Brasilien erstreckt sich sein Lebensraum sowohl über dichtere als auch offenere Gebiete der Caatinga sowie über weite Teile der Cerrado-Zone und einen Teil des Gran Chaco.
Migration Der Weißbauchtinamu gilt als Standvogel.
Etymologie und Forschungsgeschichte mini|Weißbauchtinamu illustriert von Spix Die Erstbeschreibung des Weißbauchtinamu erfolgte 1825 durch Johann Baptist von Spix unter dem wissenschaftlichen Namen Tinamus boraquira. Als Verbreitungsgebiet gab er in den felsigen Ebenen im Distrikt Diamantino an.Johann Baptist von Spix (1825), S. 63–64, Tafel 79. 1827 führte Johann Georg Wagler die für die Wissenschaft neue Gattung Nothura ein. Der Begriff stammt von und ab.Johann Georg Wagler (1827), S. 297. Der Artname boraquira stammt vom brasilianischen Namen Codorna buraqueira für eine Höhlengräber Wachtel ab.boraquira The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Nothura marmorata 1867George Robert Gray (1827), S. 104., Nothura schreineri , 1938Alípio de Miranda-Ribeiro (1938), S. 702 Tafel 2. und Nothura spixi , 1938Alípio de Miranda-Ribeiro (1938), S. 704. werden heute als Synonym zur Nominatform betrachtet. Schreineri ist Carl Schreiner (1841–1896) gewidmet, spixi Johann Baptist von Spix. Marmorata hat seinen Ursprung in .marmorata The Key to Scientific Names Edited by James A. Jobling Alfred Laubmann hatte für sein Werk Die Vögel von Paraguay einen Balg, gesammelt in Friedensruh durch Eugen Josef Robert Schuhmacher (1906–1973), zur Verfügung. Laubmann sah in Nothura boraquira die Art für das Land. In der Literatur betrachtete er den Gran Chaco 265 Kilometer westlich von Puerto Casado durch Pierce Brodkorb als Nachweis für das Land. Alle anderen Nachweise gingen auf Philip Lutley Sclater und Osbert Salvin zurück, die grob Paraguay, Brasilien und Argentinien als Verbreitungsgebiet angaben.Alfred Laubmann (1939), S. 119–120.
Literatur
Weblinks
Einzelbelege
Kategorie:Steißhühner