Der Kahlblättrige Frauenmantel (Alchemilla epipsila) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Frauenmantel (Alchemilla) innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Er wird als Zierpflanze genutzt.

Beschreibung mini|Neunlappige, gezähnte, oberseits kahle Laubblätter mini|Blüten mit eilanzettlichen, spitzen Kelchzipfeln mini|Blühende Gartenpflanze

Vegetative Merkmale Der Kahlblättrige Frauenmantel ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 25 bis 50 Zentimetern erreicht. Es werden kräftige Rhizome gebildet. Die aufrechten oder an der Basis bogenförmig aufsteigenden, geraden bis leicht gewundenen, festen Stängel sind im unteren Stängelabschnitt abstehend behaart, im oberen meist kahl.

Die grundständigen Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die flache Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 7 Zentimetern und einer Breite von 3 bis 10 Zentimetern im Umriss breit-nierenförmig und sieben- bis meist neunlappig, zu einem Fünftel bis einem Sechstel so tief wie der Blattradius. Die Blattoberseite ist kahl und die -unterseite mehr oder weniger dicht anliegend behaart. Der Blattrand ist stumpf oder scharf gezähnt. Die sehr kurz oder fast stumpf gelappten Stängelblätter unterscheiden sich in ihrer Größe kaum von den Grundblättern und sind kurz gestielt. Die sehr breiten Nebenblätter sind über dem Ansatz am Blattstiel etwas verwachsen.

Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Juni bis August. Der breite, spirrenförmige Blütenstand besitzt verkleinerte, reduzierte Laubblätter und lockere Büschel aus vielen gelben, vierzähligen Blüten. Der glockenförmige Blütenbecher ist etwa einen Millimeter lang, kahl und manchmal an der Basis etwas behaart. Der kahle Blütenstiel ist deutlich länger als der Blütenbecher. Die 2 bis 4 Millimeter breiten, eilanzettlichen, spitzen Kelchzipfel sind kahl und waagerecht spreizend.

Vorkommen Der Kahlblättrige Frauenmantel kommt nur im südlichen und östlichen Südkaukasus vor. Er besiedelt sonnige Plätze an steinigen Berghängen und Bachufern sowie feuchte Wiesen und Hochstaudenfluren in montanen und alpinen Höhenlagen.

Systematik Die Erstveröffentlichung von Alchemilla epipsila erfolgte im Jahr 1934 durch Alexander Alfonsovich Grossheim in Flora Kavkaza, Band 4, Seite 328, unter dem von Sergei Vasilievich Juzepczuk vergebenen Artnamen. Juzepczuk gilt daher als Autor der Erstbeschreibung. Das Artepithetonl epipsila setzt sich aus dem griechischen Präfix epi (ἐπί) mit der Bedeutung „auf“, „an“ oder „darüber“ und dem altgriechischen Wort psilós (ψῑλός) mit der Bedeutung „kahl“, „nackt“ oder „leer“ zusammen; er bezieht sich hier auf die kahle Blattoberseite.

Alchemilla epipsila wird wie Alchemilla mollis der Sektion Alchemilla sect. Erectae zugeordnet.

Verwendung Der Kahlblättrige Frauenmantel wird als Zierpflanze genutzt. Er eignet sich beispielsweise für Staudenrabatten, Kiesgärten, Wildblumenwiesen, Gehölzränder und Teichufer sowie als Unterpflanzung von Rosen. Er gedeiht an sonnigen bis halbschattigen Standorten und toleriert beliebige Gartenböden, solange diese etwas Feuchtigkeit enthalten und nicht zu kalkhaltig sind. Er gilt als winterhart bis −20 °C (Zone 6b).

Im Handel wird der Kahlblättrige Frauenmantel häufig unter den Trivialnamen „Kahler Frauenmantel“ oder „Zierlicher Frauenmantel“ angeboten. Diese Namen gehören jedoch zu zwei anderen Arten, siehe Kahler Frauenmantel (Alchemilla glabra) und Zierlicher Frauenmantel (Alchemilla micans).

Weblinks

Einzelnachweise S. Yuzepchuk: 137. A. epipsila Juz. in Grossh., Fl. Kavk. IV (1934) 328. In: B. K. Shishkin, S. V. Yuzepchuk (Hrsg.): Flora of the USSR. Begründet von Vladimir Leontyevich Komarov. Volume X: Rosaceae — Rosoideae, Prunoideae. herausgegeben von V. L. Komarov, übersetzt von R. Lavoott, Israel Program for Scientific Translations/Smithsonian Institution and the National Science Foundation, Jerusalem/Washington, D.C. 1971, S. 298, .

Alchemilla epipsila bei The Royal Horticultural Society.

Kategorie:Frauenmantel Kategorie:Zierpflanze