mini|Kirche Stürza mini|Rückansicht Die evangelische Dorfkirche Stürza ist eine im Kern gotische, barockisierte Saalkirche im Ortsteil Stürza von Dürrröhrsdorf-Dittersbach im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen. Sie gehört zur Kirchengemeinde Lohmen im Kirchgemeindeverbund Oberelbe-Pirna der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens.

Geschichte und Architektur Die Kirche Stürza ist ein erstmals 1398 erwähntes Bauwerk mit spätgotischem Chor und langgestrecktem Saal, das wohl auf das 17. Jahrhundert zurückgeht. Die Kirche wurde als verputzter Bruchsteinbau mit einem von Strebepfeilern umgebenen Chor mit Dreiachtelschluss und einfachen Maßwerkfenstern ausgeführt, die anderen Fenster sind mit Korbbogen geschlossen. Ein rundbogiges, schlicht profiliertes Sandsteinportal mit kursächsischem Wappen erschließt das Bauwerk an der Südseite. An der Westseite ist ein wuchtiger, quadratischer Turm angebaut, dessen obere Hälfte verschiefert ist; der Dachreiter ist auf die Jahre 1630/31 datiert.

Im Innern ist das Bauwerk flachgedeckt. Umlaufende Emporen umgeben den Raum, an der Ost-, Nord und Südseite zweigeschossig, im Westen eingeschossig. Die unteren Emporen sind mit schlichten Darstellungen von Szenen aus dem Alten Testament des 17. Jahrhunderts, die oberen wurden im 18. Jahrhundert floral und ornamental bemalt.

Ausstattung mini|hochkant|Innenansicht zur Orgel Mehrere Gemälde in klassizistischer Rahmung wurden zu einem klassizistischen Flügelaltar zusammengestellt. Die Predella zeigt eine Darstellung des Abendmahls, das Hauptfeld die Kreuzigung, in den Flügeln Szenen aus dem Leben Christi, geschaffen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Die farbig gefasste Kanzel aus Holz zeigt am Kanzelkorb zwischen geschnitzten und gedrehten Säulchen Bilder der Evangelisten aus der Mitte des 17. Jahrhunderts. Der reich geschnitzte Schalldeckel ist mit 1697 bezeichnet.

Die schlichte Sandsteintaufe ist ein Werk des 17. Jahrhunderts. Die klassizistische Patronatsloge an der Südseite aus dem 17. Jahrhundert war einst für die Rittergutsbesitzer aus Heeselicht bestimmt und ist mit P L 1933 bezeichnet.

Die Orgel mit klassizistischem Prospekt von Wilhelm Leberecht Herbrig aus dem Jahr 1847 enthält heute ein Werk der Firma Jehmlich aus dem Jahr 1933 mit zehn Registern auf zwei Manualen und Pedal, das im Jahr 1965 von Leopold Nitzschmann überarbeitet wurde.

Das Gotteshaus ist in seiner Anlage als Wehrkirche erkennbar und eine der bilderreichsten Kirchen Sachsens, die Innenraumausmalung zeigt Szenen des Alten Testamentes und des Buches Tobit. Die Malereien stammen aus der Zeit um 1500, Kanzel und Taufstein aus dem 17. Jahrhundert.https://www.kirche-lohmen.info/ueber-uns.html#stue

Geläut Das Geläut besteht aus drei Glocken: Die älteste Glocke aus Bronze stammt aus dem Jahr 1923 von Glockengießer Bruno Pietzel und hat den Schlagton des2 (unterer Durchmesser 720 mm, Gewicht 191 kg), die anderen sind Eisenhartgussglocken aus dem Jahr 1954, gegossen von Schilling & Lattermann mit Schlagton b1 (unterer Durchmesser 1100 mm, Gewicht 522 kg) bzw. mit Schlagton es2 (unterer Durchmesser 850 mm, Gewicht 201 kg).Rainer Thümmel: Glocken in Sachsen – Klang zwischen Himmel und Erde. Leipzig 2015, ISBN 978-3-374-02871-9, S. 362

Literatur Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen I. Regierungsbezirk Dresden. Deutscher Kunstverlag, München 1996, ISBN 3-422-03043-3, S. 821–822.

Weblinks

Website der Kirchengemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Kategorie:Kulturdenkmal in Dürrröhrsdorf-Dittersbach Kategorie:Kirche in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Kategorie:Saalkirche in Sachsen Kategorie:Gotische Kirche Kategorie:Gotisches Bauwerk in Sachsen Kategorie:Barockisierte Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Sachsen Kategorie:Kirchengebäude in Europa Kategorie:Geläut