Das Unglaubliche ist ein Schwank (ATU 1920, 1960). Er steht in Johann Wilhelm Wolfs Deutsche Hausmärchen an Stelle 47.
Inhalt Ein Edelmann fährt immer stolz mit vier Pferden aus. Einen Bauern ärgert das, er fährt mit dem Heuwagen und sechs Pferden hinterher. Der Edelmann verklagt ihn. Der Richter urteilt, der dürfe fahren, der eine Lüge erzählt, die der andere nicht glaubt. Der Edelmann beginnt, seine Leute hätten gestern Korn gedroschen, das habe er gesät und schon Brot davon. Der Bauer kontert, er habe gestern Eicheln gesät und heute aus dem Holz eine Leiter in den Himmel gebaut. Dort sei des Edelmanns Großvater Sauhirt. „Das ist gelogen“, schreit der Edelmann, und der Bauer darf fahren.
Herkunft Der Titel Das Unglaubliche ist bei Wolf nicht mit einem Sternchen (*) versehen, was laut seiner Vorrede anzeigt, dass er selbst den Text ausarbeitete.Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 8. Vgl. Grimms Der Dreschflegel vom Himmel.
Rezeption Paul Zaunert bringt im zweiten Band von Deutsche Märchen seit Grimm 1923 als Das Unglaubliche an Stelle 46 einen Schwank mit gleicher Pointe: Keiner kriegt die Prinzessin, als wem sie sagt: „Das ist gelogen.“ Sie führt einen Bauer durchs Schloss und bleibt höflich, als er von seinen riesigen Pferden, Ochsen und Kohl prahlt. Bis er von einem kleinen Zettelchen erzählt, laut dem ihr Vater von einem Lumpensammler stamme.Paul Zaunert: Deutsche Märchen seit Grimm. Band 2. Diederichs, Jena 1923, S. 153–155 (= Die Märchen der Weltliteratur Nr. 23).
Literatur Johann Wilhelm Wolf: Deutsche Hausmärchen. Contumax, Berlin 2017, ISBN 978-3-7437-2179-1, S. 260.
Weblinks
Gutenberg-DE: Wolfs Das Unglaubliche Das Unglaubliche gelesen (3:11) (LibriVox)
Einzelnachweise
Kategorie:Wolfs Märchen Kategorie:Schwank Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch)