Gisela Achterberg (* 16. Dezember 1941 in Bautzen; † 6. Februar 2025Traueranzeige im Tagesspiegel vom 7. März 2025, abgerufen am 8. März 2025) war eine deutsche Malerin, Grafikerin und Plastikerin. mini|Gisela Achterberg, 2024

Leben

Gisela Achterberg wuchs in der ostsächsischen Stadt Bautzen auf. Schon in der Jugend zeigte sich das Bedürfnis nach musischer Betätigung. Neben dem Gesang in mehreren Chören nahm sie auch Unterricht bei dem Bautzener Maler und Grafiker Gerhard Benzig. Nach dem Abitur an der Friedrich-Schiller-Schule folgte bis 1962 die Schneiderlehre im Bekleidungswerk Seifhennersdorf. Anschließend bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee, erhielt jedoch aus politischen Gründen keinen Zugang zum Studium. Ihr Studium der Textiltechnik an der Technischen Universität Dresden von 1968 bis 1972 endete mit dem Abschluss als Diplomingenieurökonom. 1969 lernte sie den Dirigenten und Chorleiter Dietrich Knothe kennen, später wurden die gemeinsamen Töchter geboren.

Mitte der 1970er Jahre etablierte das „Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen der DDR“ ein neues, dem landesweiten Bedarf entsprechendes Fachschulfernstudium zur Restaurierung von Kulturgut in den unterschiedlichen Materialgruppen am Museum für Deutsche Geschichte in Berlin. Ab 1978 arbeitete Gisela Achterberg dort als wissenschaftliche Oberassistentin mit der Option, die Ausbildung von Restauratoren in den Bereichen Metall und Textil aufzubauen. Sie erarbeitete Studientexte und schuf das Fundament für den praktischen Ausbildungsteil in den Restaurierungswerkstätten bedeutender Museen der DDR.

1982 bis 1984 absolvierte sie berufsbegleitend ein externes Studium der Kultur- und Kunstwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin bei Dietrich Mühlberg, Wolfgang Heise und Erwin Pracht. Nach dem politischen Umbruch und der Abwicklung des Museums für Deutsche Geschichte 1990/91 übernahm – auf Grund der persönlichen Initiative von Gisela Achterberg – die Fachhochschule für Wirtschaft und Technik (FHTW) den Studiengang Restaurierung und Konservierung/Grabungstechnik in das Studienprogramm. Dort lehrte sie bis 1999 freiberuflich das Fach „Künstlerische Grundlagen“. Achterberg lebte in Berlin.

mini|Transport von Rot 1993 Künstlerisches Werk Ihre künstlerischen Ambitionen und Fähigkeiten baute sie ab 1985 durch regelmäßige Studien in Malerei und Zeichnen bei Wulff Sailer, in Malerei und Grafik bei Dietrich Lusici und in angewandter Kunst bei Karl Hartwig aus. 1987 bis 1990 nahm sie an den Sommerakademien auf dem Kunsthof von Erika Stürmer-Alex in Lietzen teil, wobei das Arbeitsspektrum Malerei, Grafik, Collage und Plastik umfasste.

1990 wurde Gisela Achterberg in den Bundesverband Bildender Künstler (BBK) aufgenommen. Im gleichen Jahr gewährte ihr das Kulturamt Berlin-Köpenick ein Stipendium für die Teilnahme am Kunstcamp in Fignano, Italien, bei Volker Henze.

mini|Zeichnung 1997 1995 restaurierte sie für die Kirche „Heilige Dreifaltigkeit“ zu Berlin alle vierzehn Stationen des Kreuzwegs. In den Jahren 1994 bis 1998 leitete sie eine künstlerische Lernwerkstatt für Erzieherinnen, die vom Europäischen Sozialfonds gefördert wurde.

Mit den 1990er Jahren begann eine Schaffensphase, die von einer regen Ausstellungstätigkeit sowie von Ankäufen ihrer Werke im In- und Ausland begleitet war. Es entstanden zahlreiche Leinwandbilder, Skulpturen, Collagen, Zeichnungen, Gouachen, Installationen, Buchübermalungen, assoziative Objekte aus Materialfragmenten sowie Arbeiten in Gemeinschaftsprojekten.

mini|Kalenderübermalung 6. Woche 2015 Bevorzugte Arbeitsthemen waren sowohl bedeutsame persönliche Ereignisse als auch brisante gesellschaftliche Vorgänge, die mit Ernsthaftigkeit oder mit Humor bearbeitet wurden.

Werke von Gisela Achterberg befinden sich in der Kunstsammlung der Stiftung Kunstforum der Berliner Volksbank, in der Kunstsammlung der Bundesärztekammer, in der Christophoruskirche zu Berlin-Friedrichshagen, in der Kunstsammlung des Museums Bautzen sowie in Privatbesitz in Deutschland, Dänemark, Belgien, den Niederlanden und den USA.

Ausstellungskataloge (Auswahl) Kulturamt Berlin-Köpenick(Hrsg.): Kunsthaltung. Köpenicker Künstler. Berlin 1991, S. 1. Stadtmuseum Bautzen (Hrsg.): Gisela Achterberg. Bautzen 1992. Gisela Achterberg: Gouachen und Objekte. Berlin 1992. Kulturamt Berlin-Köpenick (Hrsg.): Gisela Achterberg, Zeichnungen und Gemälde. Berlin 1994. Gisela Achterberg/Christian Ewald: BUCHerHALTUNG. Künstlerbücher, Buchobjekte, Installation. Berlin 1994. Kulturamt Berlin-Köpenick (Hrsg.): Künstlergruppe CÖP. Berlin 1995, S. 1. Bezirksamt Berlin-Steglitz (Hrsg.): Wort bild buch objekt. Berlin 1997, S. 9. Gisela Achterberg: Zeichnungen und Gemälde. Berlin 1997. Künstlergruppe Riimfaxe (Hrsg.): Morgenbild. Odense 1998, S. 30. Kunstlievend Genootschap Pictura (Hrsg.): Galerie Pictura. Groningen 1998, S. 3. Künstlergruppe Riimfaxe (Hrsg.): Galerie Sulegaarden. Odense 1999, S. 3.

Literatur Gudrun Skulski: Begegnung mit der Künstlerin Gisela Achterberg. In: Neue Zeit, 29. Dezember 1984, Nr. 30, S. 8. Carmen Leber: Farbe als Klammer, die das Ganze zusammenhält. In: Sächsische Zeitung, 1. März 1993. Karin Pohlers, Peter Jurgeleit: Profile aus Berlin Hellersdorf Köpenick. München 1994, S. 11. N. N.: Abstrakte Beziehungen. In: Die Welt, 19. Mai 1995. U. C.: Werkstattbesuch bei Gisela Achterberg. In: Köpenicker Kalender, April 1997, S. 6, 7. Martin Weinhold: Künstler. Köpfe. Ateliers. Eine fotografische Portraitarbeit aus dem Berliner Südosten. Berlin 2004, S. 6, 7. Achterberg, Gisela. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 15 Jürgen Matschie: Künstler der Oberlausitz. Pulsnitz 2019, S. 24, 84, 85.

Einzelnachweise

Weblinks

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