Gimme Shelter ist ein 1970 erschienener dokumentarischer Musikfilm von Albert Maysles, David Maysles und Charlotte Zwerin, der die USA-Tour der Band The Rolling Stones im Jahr 1969 dokumentiert.
Inhalt Der Film von Zwerin und den Brüdern Maysles beschäftigt sich vor allem mit dem Vorfall, bei dem der 18-jährige Meredith Hunter am 6. Dezember 1969 beim Altamont Free Concert auf dem Altamont Speedway versuchte, mit einem gezogenen Revolver auf die Bühne zu gelangen, und dabei von einem Mitglied der Hells Angels, Alan Passaro, erstochen wurde. Passaro wurde daraufhin wegen Mordes angeklagt, aber freigesprochen, da die Tat als Notwehrhandlung gewertet wurde. Die Hells Angels waren von den Rolling Stones als Ordner und Schutztruppe für die Bühne engagiert worden, was sich neben der chaotischen Organisation mit der kurzfristigen Verlegung des Festivals an den dafür unterdimensionierten Speedway als Fehler erwies. Die Mitglieder des Motorrad- und Rockerclubs waren schon nach kurzer Zeit stark alkoholisiert oder standen unter anderen Drogen und prügelten dann wahllos auf Zuschauer ein, die ihren Harley-Davidson-Motorrädern zu nahe kamen, die sie als „Schutz-Palisade“ vor der Bühne platziert hatten. Sie pöbelten diverse Musiker an und schlugen sogar Marty Balin, dem Gitarristen und Sänger der als Vorgruppe aufgetretenen Jefferson Airplane, das Gesicht blutig. Aus dem Todesfall und dem organisatorischen Desaster bei diesem Auftritt zogen die Rolling Stones Konsequenzen. Die strengen Sicherheitsvorkehrungen, die sie kurz darauf bei ihren Konzerten einführten, gelten bis heute als vorbildlich.
Zu Anfang des Films ist ein Radio-Interview per Telefon mit Sonny Barger zu hören, einem bekannten Gründungsmitglied der Hells Angels, der die Ausschreitungen kommentiert und seine Clubkameraden verteidigt:
Entgegen vielen Berichten, unter anderem des Rolling-Stone-Magazins, hat Mick Jagger den Todesfall nicht mit kommentiert. Der Kommentar fiel nach einem vorhergegangenen Tumult während des Songs Sympathy for the Devil. Meredith Hunter starb direkt nach dem Ende des Songs Under My Thumb, wie im Dokumentarfilm Gimme Shelter zu sehen ist.
Der Film ist zum 40. Jahrestag des Konzerts als DVD veröffentlicht worden.
Lieder im Film The Rolling Stones Jumpin’ Jack Flash (I Can’t Get No) Satisfaction You Gotta Move Wild Horses (im Studio in Muscle Shoals) Brown Sugar Love in Vain Honky Tonk Women Street Fighting Man Sympathy for the Devil Under My Thumb Gimme Shelter (Live-Version)
Ike and Tina Turner I’ve Been Loving You Too Long (im Madison Square Garden)
Jefferson Airplane The Other Side of This Life (in Altamont)
Flying Burrito Brothers Six Days on the Road (in Altamont)
Kritiken
Literatur Dave Saunders: Direct Cinema: Observational Documentary and the Politics of the Sixties. Wallflower Press, London 2007. Marc Spitz: Jagger. Rebel, Rock Star, Ramble, Rogue. 2011 (Gewidmet Brendan Mullen). Deutsch: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. Aus dem Amerikanischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4, S. 18–20 und 160.
Weblinks
Offizielle Website bei Mayslesfilms.com Gimme Shelter: The true story bei Salon.com Kritik auf Screenshot-online.com
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 1970 Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Film über Musik Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:The Rolling Stones Kategorie:Hells Angels Kategorie:Rocker im Film