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Mitteleschenbach (fränkisch: MiddläschabaR. Schuh: Gunzenhausen, S. 80. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „mìdlęšɒbå“.) ist eine Gemeinde im Landkreis Ansbach in Mittelfranken und zählt zur Metropolregion Nürnberg.

Geografische Lage Mitteleschenbach liegt am Rande des Fränkischen Seenlandes. Durch den Ort fließt der Altbach, der bei Gersbach mit dem Bambach zum Erlbach zusammenfließt, einem rechten Zufluss der Fränkischen Rezat. Durch das Gemeindegebiet fließt auch der Bremenwiesbach, der bei der Kugelmühle als rechter Zufluss in den Erlbach mündet. Südlich von Mitteleschenbach erhebt sich das Spalter Hügelland.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat vier Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Bremenhof (Weiler) Gersbach (Dorf) Käshof (Einöde) Mitteleschenbach (Pfarrdorf)

Die Haselmühle und die Klappermühle sind keine amtlich benannten Gemeindeteile.

Die Gemarkung Mitteleschenbach ist deckungsgleich mit der Gemeinde Mitteleschenbach und hat eine Fläche von 10,503 km². Die Gemarkung ist in 2174 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 4831,01 m² haben.

Nachbargemeinden

Klima

In Mitteleschenbach beträgt die durchschnittliche Niederschlagsmenge im Jahr 717 mm.

Geschichte Gegründet wurde der Ort wohl im 11. Jahrhundert. Zu diesem Zeitpunkt gab es im Ort bereits eine Kirche, die St. Nikolaus und St. Sola geweiht war. Der Ort wurde als „Eskenbach“ im Jahre 1183/95 erstmals urkundlich erwähnt. Der Beleg von 1157/61 kann nicht sicher diesem Ort zugeordnet werden. Der Ortsname leitet sich von dem gleichnamigen Gewässernamen ab. Das Bestimmungswort ist die Esche. Seit 1287 ist die Form Mitteleschenbach bezeugt zur Unterscheidung von gleichnamigen, in der Nähe gelegenen Orten (Wolframs-Eschenbach (bis 1917 Obereschenbach) und Untereschenbach).W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 149.

Das Kloster Heilsbronn erwarb im Ort zu Beginn des 14. Jahrhunderts einige Güter. 1356 kam ein Pfenniggült hinzu, das Heinz Hofmann überschrieb, und 1370 noch zwei Äcker, die Konrad Flurheu schenkte. Im Ganzen hatte das Kloster dort vier Untertanen.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 443 f.

Laut dem Salbuch der Deutschordenskommende Nürnberg aus dem Jahr 1343 gehörten dem Stadtvogteiamt Eschenbach in Mitteleschenbach 3 Lehen und 1 Hofstatt.Staatsarchiv Nürnberg, Reichsstadt Nürnberg, Salbuch 134 (= Gerhard Pfeifer (Bearb.): Die ältesten Urbare der Deutschordenskommende Nürnberg, Neustadt/Aisch 1981, S. 55–78). Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 532.

Gemäß dem 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach von 1608 gab es in Mitteleschenbach 68 Mannschaften: 4 Anwesen unterstanden dem Verwalteramt Merkendorf, 47 Anwesen dem Kastenamt Spalt, 3 Anwesen dem Stadtvogteiamt Eschenbach, 1 Anwesen der Reichsstadt Nürnberg und 13 Anwesen den Herren von Lentersheim zu Neuenmuhr. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 14. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 731. Laut dem 16-Punkte-Bericht des heilsbronnischen Vogtamts Merkendorf aus dem Jahr 1616 wurden die vier Anwesen des Verwalteramtes Merkendorf als 1 Halbhof und 3 Güter näher qualifiziert.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 25, 18. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 742.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Mitteleschenbach mit der Klappermühle 86 Anwesen. Das Hochgericht übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Spalt. Grundherren waren das Kastenamt Spalt (57 Anwesen: 3 Höfe, 7 Halbhöfe, 25 Güter, 4 Halbgüter, 1 Wirtschaft, 1 Schmiede, 8 Häuser, 8 Halbhäuser), das Rittergut Altenmuhr der Herren von Lentersheim (16 Anwesen: 1 Hof, 1 Halbhof, 2 Güter, 7 Gütlein, 1 Wirtschaft, 1 Mühle, 3 Leerhäuser), das Fürstentum Ansbach (8 Anwesen; Verwalteramt Merkendorf: 2 Höfe, 1 Gut, 2 Gütlein, 2 Leerhäuser; Kastenamt Gunzenhausen: 1 Leerhaus), der Deutsche Orden (Stadtvogteiamt Eschenbach: 1 Halbhof, 1 Wirtschaft; Deutschordenskommende Nürnberg: 2 Halbhöfe), das Spital- und Katharinenklosteramt der Reichsstadt Nürnberg (1 Gut). Neben den Anwesen gab es noch herrschaftliche Gebäude (Forsthaus, Zehntscheuer), kirchliche Gebäude (Pfarrkirche, Pfarrhof) und kommunale Gebäude (Schulhaus, Hirtenhaus).

Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Windsbach. Es gab zu dieser Zeit 77 Untertansfamilien, von denen sechs ansbachisch waren.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 3, Sp. 622. 1803 wurde das Hochstift Eichstätt zugunsten Bayerns säkularisiert, Mitteleschenbach von Bayern noch im selben Jahr an das Fürstentum Ansbach abgetreten (Hauptlandesvergleich Bayern/Preußen) und gelangte mit diesem 1806 durch Tausch an Bayern zurück.

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1808 der Steuerdistrikt Mitteleschenbach gebildet, zu dem Bremenhof, Elpersdorf, Gersbach, Hölzleinsmühle, Käshof, Moosbach, Retzendorf und Wolfsau gehörten. Die Ruralgemeinde Mitteleschenbach entstand 1810.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Sie war deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt Mitteleschenbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden vier Ruralgemeinden gebildet: Ruralgemeinde Elpersdorf mit Kugelmühle; Ruralgemeinde Mitteleschenbach mit Bremenhof, Gersbach und Käshof; Ruralgemeinde Moosbach; Ruralgemeinde Retzendorf mit Hölzleinsmühle und Wolfsau. Von 1862 bis 1879 gehörte Mitteleschenbach zum Bezirksamt Heilsbronn, ab 1880 zum Bezirksamt Gunzenhausen (1939 in Landkreis Gunzenhausen umbenannt) und zum Rentamt Gunzenhausen (1919 in Finanzamt Gunzenhausen umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Heilsbronn, von 1880 bis 1973 war das Amtsgericht Gunzenhausen zuständig. Seit 1972 gehört Mitteleschenbach zum Landkreis Ansbach, ein Jahr später wurde es dem Amtsgericht Ansbach und dem Finanzamt Ansbach zugeordnet.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 1001.

128 Mitteleschenbacher Soldaten ließen im Zweiten Weltkrieg ihr Leben. Nach mehrtägigem Beschuss wurde der Ort am 22. April 1945 von amerikanischen Streitkräften besetzt.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1397 auf 1599 um 202 Einwohner bzw. um 14,5 %.

Gemeinde Mitteleschenbach Jahr 1818 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 1995 2005 2015Einwohner 590 583 730 793 833 808 832 885 919 869 859 899 851 881 903 854 918 946 1088 1070 1134 1300 1356 1524 1581 1568HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2015 als Wohngebäude. 116 123 157 164 161 164 165 199 241 357 480Quelle Für die Gemeinde Mitteleschenbach zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Bremenhof (S. 12), Gersbach (S. 29) und Käshof (S. 45). Im Gemeindeverzeichnis 1953 werden 643 Einwohner angegeben.

Ort Mitteleschenbach Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2022Einwohner 536 527 726 730 808 795 767 946 1045 1205 1282 1651Häuser 107 114 149 149 149 181 222 337 Quelle

Religionen Die Einwohner sind überwiegend katholisch. Die Bewohner römisch-katholischer Konfession sind nach St. Nikolaus gepfarrt, die Bewohner evangelisch-lutherischer Konfession nach St. Margareta in Windsbach (Gersbach, Mitteleschenbach) bzw. nach St. Andreas in Wassermungenau (Bremenhof, Käshof).

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat hat 13 Mitglieder einschließlich des Ersten Bürgermeisters. CSU SPD Gesamt 2002 9 4 13 Sitze 2008 8 5 13 Sitze 2014 7 5 12 Sitze 2020 7 5 12 Sitze

Bürgermeister Erster Bürgermeister war von 2001 bis 2020 Stefan Maul (CSU). Zu dessen Nachfolger wurde 2020 Stefan Bußinger (SPD/UW) gewählt.

Verwaltung Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Wolframs-Eschenbach.

Wappen und Flagge Wappen

Flagge Die Gemeinde hat eine gold-rote Gemeindeflagge.

Baudenkmäler

St. Nikolaus (röm.-kath.), Pfarrkirche St. Walburga (röm.-kath.), Friedhofskirche Zum Gekreuzigten Heiland (röm.-kath.), Kapelle in Gersbach St. Michael (Bremen- und Käshof) (ev.-luth.), Kapelle bei Bremen- und Käshof

Bodendenkmäler

Auf dem Gemeindegebiet gibt es zehn Bodendenkmäler.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Die Kreisstraße AN 59 führt nach Selgenstadt (2,2 km westlich) bzw. nach Winkelhaid (2,8 km östlich). Die AN 15/WUG 23 führt nach Gersbach (1,5 km nordöstlich) bzw. an Leidingendorf vorbei nach Haundorf (4,3 km südwestlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Speckheim (2 km nordwestlich).

Durch Mitteleschenbach verläuft der Wanderweg Stilla-Weg von Wolframs-Eschenbach nach Abenberg.

Bildung Es gibt folgende Bildungseinrichtungen: Grundschule Musikschule Rezat-Mönchswald Volkshochschule Wolframs-Eschenbach – Mitteleschenbach – Merkendorf

Literatur

Weblinks

Gemeinde Mitteleschenbach

Fußnoten

Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert Kategorie:Gemeindegründung 1810 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)

Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach