Ennepetal ist mit etwa 30.000 Einwohnern eine mittlere kreisangehörige Stadt, die zum nordrhein-westfälischen Ennepe-Ruhr-Kreis im südlichen Ruhrgebiet gehört. Ferner gehört Ennepetal zum Regierungsbezirk Arnsberg, liegt am namensgebenden Fluss Ennepe und trägt seit dem 24. Juli 2012 offiziell den Titel Stadt der Kluterthöhle.

Geografie Geografische Lage Die geographische Lage Ennepetals (Innenstadt) ist 7° 21' östliche Länge und 51° 18' nördliche Breite. Das Stadtgebiet umfasst eine Fläche von 57,43 km². Ennepetal liegt auf einer Höhe von bis . Mehr als 40 % des Stadtgebietes werden forstwirtschaftlich genutzt.Jürgen Taake: Unsere Nachbarn: Ennepetal. Schwelmer Heimatbrief, 1995, Nr. 72, 42 f.

Stadtgliederung mini|Stadtteil Milspe im Sommer 2007 mini|Stadtteil Voerde im Sommer 2007 Ennepetal ist in neun Ortsteile gegliedert. Die Einwohnerzahl der Ortsteile ist auf dem Stand von Mai 2020 (Bezirksgrößenstatistik)Einwohner Ennepetals nach Ortsteilen: Altenvoerde (3924) Bülbringen/Oberbauer (1338) Büttenberg (3890) Hasperbach (1252) Königsfeld (1098) Milspe (9884) Oelkinghausen (579) Rüggeberg (1504) Voerde (7528)

Nachbargemeinden Die direkten Nachbarstädte von Ennepetal sind im Nordosten die kreisfreie Stadt Hagen und – weiter im Uhrzeigersinn – die Städte Breckerfeld (Ennepe-Ruhr-Kreis), Radevormwald (Oberbergischer Kreis), Wuppertal (kreisfrei), Schwelm und Gevelsberg (beide Ennepe-Ruhr-Kreis).

Geschichte mini|Brunnen mit stadthistorischen Motiven in Voerde Die Stadt Ennepetal besteht seit dem 1. April 1949, als das Amt Milspe-Voerde aufgelöst wurde und sich die beiden selbstständigen Gemeinden Voerde und Milspe zusammenschlossen.Heimatbund Ennepetal: Ennepetal. Die lange Geschichte einer jungen Stadt. Ennepetal 1999, S. 164 ff.

Steinzeit bis Mittelalter Werkzeugfunde aus der Mittelsteinzeit belegen, dass bereits vor etwa 8000 bis 10.000 Jahren Menschen zumindest zeitweise auf dem Gebiet der heutigen Stadt Ennepetal gelebt haben.Heimatbund Ennepetal: Ennepetal. Die lange Geschichte einer jungen Stadt. Ennepetal 1999, S. 33. Eine dauerhafte Besiedlung dürfte aber erst vor etwas mehr als tausend Jahren begonnen haben. Erstmals erwähnt werden die Namen der Ortsteile Voerde (fordi) und Willringhausen (wilgerinchuson) im 11. Jahrhundert in einem Urbar des Klosters Werden.Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr. Bonn 1906, Nachdruck Düsseldorf 1978, S. 286 f.

Die früheste Eisenerzeugung ist durch Funde für das 11. bis 13. Jahrhundert belegt. Vermutet werden die Anfänge der Eisenerzeugung mit Hilfe von Rennöfen bereits im 9. bis 10. Jahrhundert.Manfred Sönnecken: Die mittelalterliche Rennfeuerverhüttung im märkischen Sauerland. Münster 1971, S. 60 f.

Im Jahre 1324 kam das Gebiet der heutigen Stadt Ennepetal zur Grafschaft Mark. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 sind für das heutige Gebiet der Stadt Ennepetal namentlich 112 Höfe angegeben.

Neuzeit mini|Entwicklung der Einwohnerzahl von 1975 bis 2006 Als bedeutsam für die wirtschaftliche Entwicklung des Ennepetals erwies sich, dass Clemens Bertram den Ahlhauser Hammer 1685 zu einem Rohstahlhammer umbaute.Walter Vollmer: Westfälische Städtebilder. Berichte und Betrachtungen. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1963, S. 182.

Das Amt Voerde entstand am 1. Oktober 1868, als die Gemeinde Voerde (mit den Ortsteilen Oberbauer, Unterbauer und Haspetal) aus dem Amt Enneperstraße ausschied. Am 1. April 1923 schlossen sich die Gemeinden Mühlinghausen, Oelkinghausen und Schweflinghausen zur Gemeinde Milspe zusammen. Das aus diesen drei Gemeinden bestehende Amt Ennepe wurde in Amt Milspe umbenannt. Wie alle preußischen Einzelgemeindeämter wurden die Ämter Milspe und Voerde am 1. November 1934 aufgehoben. Das Amt Milspe-Voerde wurde am 1. Juni 1937 aus den nunmehr amtsfreien Gemeinden Milspe und Voerde gebildet. Am 1. April 1949 gaben die beiden amtsangehörigen Gemeinden Milspe und Voerde ihre Selbstständigkeit auf und schlossen sich zur Stadt Ennepetal zusammen.

Politik Rat der Stadt Ennepetal mini|Rathaus Ennepetal, denkmalgeschützter Altbau, darin auch der ehemalige Sitzungssaal des Hauptausschusses Ergebnisse der Kommunalwahlen 2025 in Ennepetal Die Wahlen zum Rat der Stadt Ennepetal am 14. September 2025 führten zu folgender Sitzverteilung: CDU 10 Sitze, SPD 9 Sitze, AfD 7 Sitze, FDP 4 Sitze, Grüne 4 Sitze, Die Linke 2 Sitze, EWG 2 Sitze. Bei der Bürgermeisterwahl 2025 wurde Frau Imke Heymann mit 57,44 % der Stimmen wiedergewählt.

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2020 in Ennepetal Die Sitze im Stadtrat verteilen sich nach dem Ergebnis der Kommunalwahl 2020 folgendermaßen auf die einzelnen Parteien: +Ratswahl 13.09.2020 EnnepetalParteiStimmen % (2020) % (2014)+/−Sitze (2020)Sitze (2014)+/−SPD3.79231,5 %38,5 % - 7,0 %1116 - 5CDU3.55629,5 %26,3 % + 3,2 %1111±0Bündnis 90/Die Grünen2.25218,7 %9,8 % + 8,9 %74 + 3FDP1.0899,0 %6,1 % + 2,9 %32 + 1FWE7806,5 %8,8 % - 2,3 %24 - 2Die LINKE5724,8 %4,0 % + 0,8 %22±0Gültige Stimmen12.041Ungültige Stimmen248Stimmen Insgesamt12.2893639- 3Wahlberechtigte Insgesamt24.72649,7 %46,4 %+ 3,3 % +Bürgermeisterwahl* 13.09.2020 EnnepetalParteiKandidat*Stimmen % (2020)Heymann, Imke8.48770,3 %Kostas, Sotirios2.20218,2 %Born-Maijer, Cornelia1.38511,5 %Gültige Stimmen12.074Ungültige Stimmen221Stimmen Insgesamt12.295Wahlberechtigte Insgesamt24.72649,7 %

Bürgermeister mini|Rathaus Ennepetal, Verwaltungstrakt, Neubau aus den 1990er Jahren

Der erste Bürgermeister von Ennepetal war von 1949 bis 1952 Fritz Textor (FDP), auf ihn folgten Walter Sondermann (SPD, 1952–1970), Ewald Rettberg (SPD, 1970–1981), Harald Wolf (SPD, 1981–1984), Friedrich Döpp (CDU, 1984–1989), August Born (EWG/FWE, 1989–1994), Gerhard Dessel (SPD, 1994–1998), Michael Eckhardt (1998–2009) und Wilhelm Wiggenhagen (2009–2015).

Bürgermeisterin im Rathaus Ennepetal ist seit 2015 Imke Heymann, die bei ihrer Wahl von CDU, Grünen, FWE und FDP nominiert beziehungsweise unterstützt wurde.

Ab dem 2. Februar 2004 besaß Ennepetal ein Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa), welches kurze Zeit später seine Tätigkeit einstellte.

Städtepartnerschaft Ennepetal steht seit 1973 in offizieller Städtepartnerschaft mit der belgischen Stadt Vilvoorde, die 10 km nordöstlich von Brüssel liegt.

Wappen mini|hochkant=0.55|Wappen von Ennepetal Die Entstehung des Ennepetaler Stadtwappens fand statt in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptstaatsarchiv Münster als zuständiger, gutachtender Stelle in allen Fragen der Gestaltung von Wappen, Dienstsiegeln und Flaggen für den westfälischen Bereich. Diese Zusammenarbeit dauerte von 1949 bis 1952. Der Vorschlag für das Stadtwappen, ein Motiv aus der „Fuchsschwanzsage“ als Hinweis auf die Kluterthöhle, das größte Wahrzeichen Ennepetals, zu verwenden, oder die Einbeziehung des Siegels (Fisch und Stern) des Heyneke von Voerde, um 1423 bis 1450 Freigraf bzw. Femgraf des Femgerichtes von Volmarstein, fand ebenso keine Zustimmung der Ennepetaler Stadtvertreter wie die vom Hauptstaatsarchiv in Münster vorgeschlagene Einbeziehung einer oder mehrerer Sensen in das Stadtwappen als Hinweis auf die bedeutende Kleineisenindustrie an der Ennepe.

Allseitige Zustimmung fand schließlich ein Entwurf des Ennepetaler Stadtbaurats Mende. Seinem Vorschlag verdankt das Stadtwappen im Wesentlichen die heutige Form- und Farbgebung. Am 16. Juni 1953 erfolgte durch den Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen die Rechtsverleihung zur Führung des nachfolgend beschriebenen Wappens.

Wappenbeschreibung: Unter einem in zwei Reihen siebenmal von Silber und Rot geschachteten Schildhaupt in goldenem Feld steht senkrecht ein blauer Wellenpfahl, der von einem roten Sparren überdeckt wird. Wappenerklärung: Das Ennepetaler Stadtwappen vereint die Zeichnung des märkischen Schachbalkens – ein Hinweis auf die einstige Zugehörigkeit des Ennepetaler Stadtgebietes zur ehemaligen Grafschaft Mark, deren Wappen der Schachbalken war – mit dem blauen Wellenband der Ennepe, das zum Zeichen der Vereinigung der früher selbstständigen Ämter Milspe und Voerde mit einem roten Sparren überbrückt wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Haus Ennepetal und Kluterthöhle mini|Eingang der Kluterthöhle Kulturelles Zentrum von Ennepetal im Ortsteil Milspe ist das zwischen 1975 und 1978 errichtete „Haus Ennepetal“, in dessen Kongress- und Tagungsräumen regelmäßig unter anderem verschiedene Konzerte und Musicals aufgeführt werden. Daneben fand hier viele Jahre lang jedes Jahr am ersten November-Wochenende die „Internationale Ennepe-Ruhr Edelstein- und Mineralbörse“ statt.Homepage der Edelstein- und Mineralbörse Ennepetal

Über den Innenhof von „Haus Ennepetal“ gelangt man über eine überdachte Fußgängerbrücke zur Kluterthöhle, die mit rund 5,5 Kilometern Länge eine der längsten Schauhöhlen in Deutschland ist und als besonders interessante Sehenswürdigkeit für den Fremdenverkehr gilt. Aufgrund des gleichmäßig feuchtkühlen Klimas und einer konstanten Temperatur von +10 °C dient die Höhle zudem als „längstes Behandlungszimmer der Welt“ bei verschiedenen Atemwegserkrankungen wie Asthma, chronischer Bronchitis, Heuschnupfen und Keuchhusten mit über 140 Therapieplätzen auf sechs Stationen. Seit dem 4. November 1954 ist die Stadt daher auch mit der Bezeichnung „Ennepetal mit Klimahöhle“ als Mitglied des Deutschen Heilbäderverbandes e. V. anerkannt.Gesundheit / Kur, auf kluterthoehle.de, abgerufen am 26. Dezember 2022

Museen und Denkmäler Tag und Nacht geöffnet ist das einmalige Straßenindustriemuseum Ennepetal mit Exponaten, die im gesamten Stadtgebiet aufgestellt sind. Auf dem Hinnenberg im Stadtteil Voerde befindet sich die Volkssternwarte Ennepetal, die regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge anbietet.

In der Stadt befinden sich mehrere denkmalgeschützte Bauten. Dazu gehören zum Beispiel das Gut Ahlhausen, die evangelische Kirche Milspe, der alte Friedhof Rüggeberg, der Heimhardtsbau, der Kornkasten Rüggeberg und das Empfangsgebäude des Bahnhofs Ennepetal (Gevelsberg), eines der ältesten seiner Art in Nordrhein-Westfalen.

Naherholung Das waldreiche Stadtgebiet bietet in allen Ortsteilen Möglichkeiten zur Naherholung. Insbesondere das Hülsenbecker Tal südlich von Altenvoerde, die Wege um die Heilenbecketalsperre in der Nähe von Rüggeberg und das Spreeler Bachtal mit der Spreeler Mühle an der Stadtgrenze zu Radevormwald sind beliebte Ausflugsziele. Landschaftlich reizvolle Blicke ins Tal der Ennepe bietet die nahe Altenvoerde oberhalb eines Grauwacke-Felsabhangs gelegene Aussichtsplattform Hohenstein.

Musik Die Stadt Ennepetal betreibt seit 1978 eine eigene Musikschule, die u. a. an der Esbecker Straße über Unterrichtsräume und einen kleinen Konzertsaal verfügt.Die Musikschule der Stadt Ennepetal

Seit 1980 fand in Ennepetal Anfang Dezember die Christmas Rock Night – ein Nischenfestival für christliche Rockmusik statt.

Darüber hinaus findet seit 2021 jährlich das Ferik Festival im Klutertbad in Ennepetal statt. Das EDM-, House- und Techno-Festival entstand 2016 nach dem tödlichen Verkehrsunfall eines 17 Jahre alten Jungen aus der Nachbarstadt Schwelm und wird seither in seinem Gedenken und unter den beiden Mottos „Don’t Drink and Drive“ und „endless memories“ organisiert. 2021 fand unter Corona-Auflagen die Premiere in Ennepetal statt. Beim Festival 2022 kamen über 2000 Besucher, 2023 kamen 4500 Menschen, 2024 um die 6000 Besucher und bei der Ausgabe 2025 besuchten das Ferik etwa 8.000 Gäste. Die letztmalige Edition des Festivals fand im August 2026 statt und konnte erneut einen Besucherzuwachs verzeichnen, was das Ferik Festival zum größten und bedeutsamsten Musikfestival des Ennepe-Ruhr-Kreises macht.

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