mini|350px|Endergebnis der US-Gouverneurswahlen 2014: 350px|mini|Karte der Bundesstaaten und Territorien im Vorfeld der Wahl: Die Gouverneurswahlen in den Vereinigten Staaten fanden am 4. November 2014 in 36 der 50 Bundesstaaten statt. Gewählt wurden die jeweiligen Gouverneure, die als höchste Amtsträger die Regierungsgeschäfte in ihrem jeweiligen Staat leiten. Mit Ausnahme von New Hampshire und Vermont (2 Jahre) wurden alle Gouverneure für eine vierjährige Amtsperiode gewählt. Zur gleichen Zeit wurden im ganzen Land Kongresswahlen (Midterm-elections), Wahlen zu Parlamenten der Bundesstaaten, Volksabstimmungen und einige Kommunalwahlen abgehalten.
In den Bundesstaaten, wo Gouverneur und Vizegouverneur nicht gemeinsam auf einem ticket gewählt werden, fanden parallel auch Wahlen für dieses Amt sowie Wahlen für andere Exekutivämter statt (sofern diese Ämter nicht durch den Gouverneur selbst besetzt werden).
Neben Gouverneurswahlen in den 36 Staaten gab es auch drei Gouverneurswahlen in den amerikanischen Außengebieten Guam, den Nördlichen Marianen und den Amerikanischen Jungferninseln.
Kandidatennominierungen Die parteiinternen Vorwahlen zur Bestimmung der jeweiligen Kandidaten fanden je nach Bundesstaat zwischen März und September 2014 nach unterschiedlichen Verfahren statt. Die verschiedenen Daten und Wahlmodule sind mit den verschiedenen Wahlrechten der Staaten zu begründen. Jeder Bundesstaat hat sein eigenes Wahlrecht, wobei aber nicht alle Staaten tatsächlich verschiedene Rechtslagen haben. Bei der Hauptwahl am 4. November 2014 hat mit Ausnahme Georgias (Stichwahl am 2. Dezember, wenn bei der Hauptwahl kein Kandidat mehr als 50 % der Stimmen erreicht hat) der Kandidat mit den meisten Stimmen die Wahl für sich entschieden. In nahezu allen Staaten beginnt die neue Amtszeit im Januar 2015 und endet entsprechend im Januar 2019. Im November 2018 finden folglich in diesen Staaten die nächsten Wahlen statt.
Obwohl auch kleinere Parteien, wie die Libertarian Party, in manchen Staaten Kandidaten ins Rennen schicken und es parteilose Bewerber gibt, wurden erwartungsgemäß nur die Kandidaten der beiden großen Parteien, den Demokraten und Republikanern, gewählt. Zuvor stellten auch nur diese beiden Parteien Gouverneure. Einzige Ausnahme stellt der Staat Alaska dar, wo mit Bill Walker ein Parteiloser zum Gouverneur gewählt wurde, nachdem der Demokrat Byron Mallott seine Bewerbung zugunsten des Ex-Republikaners zurückzog und nun als dessen Vizegouverneur amtiert. Eine weitere Ausnahme bilden die Amerikanischen Jungferninseln und die Staaten, in denen ein unabhängiger Kandidat gewählt wurde, nachdem die Demokraten auf einen eigenen Bewerber verzichtet hatten.
Anders als es im Kongress erwartet wurde, sahen politische Beobachter im Vorfeld der Gouverneurswahlen die Demokraten eher im Vorteil. So stellten Politikwissenschaftler und Journalisten in den US-Medien fest, dass laut Umfragen im Jahr 2014 vergleichsweise viele Amtsinhaber beider Parteien, besonders zahlreich allerdings bei den Republikanern, von der Abwahl bedroht seien. In diesem Zusammenhang wurden vor allem die republikanischen Gouverneure Tom Corbett (Pennsylvania), Sam Brownback (Kansas), Nathan Deal (Georgia), Paul LePage (Maine), Sean Parnell (Alaska), Rick Scott (Florida) und Scott Walker (Wisconsin) genannt. Bei den Demokraten sahen politische Analytiker hingegen nur bei Pat Quinn (Illinois), Dan Malloy (Connecticut) und John Hickenlooper (Colorado) ein ernsthaftes Risiko, die Wiederwahl zu verlieren.The Washington Post: The top 12 governor’s races of 2014C-SPAN: Vulnerable Incumbent Governors (Video) Am Wahltag stellte sich allerdings heraus, dass auf republikanischer Seite nur die Amtsinhaber Tom Corbett aus Pennsylvania und Sean Parnell aus Alaska ihre Wiederwahl verpassten. Bei den Demokraten unterlag nur Pat Quinn, der Gouverneur von Illinois, seinem Herausforderer Bruce Rauner. Da es sich in Alaska um einen parteilosen Bewerber handelt, konnten die Demokraten nur mit dem Wahlsieg von Tom Wolf in Pennsylvania einen Bundesstaat hinzugewinnen. Neben ihrem Erfolg in Illinois über den Amtsinhaber konnten die Republikaner darüber hinaus die Bundesstaaten Arkansas, Maryland und Massachusetts hinzugewinnen, wo der amtierende Gouverneur der Demokraten entweder gesetzlich von einer weiteren Kandidatur ausgeschlossen war oder nicht erneut antrat.New York Times: Governor Election results
Gewinner nach Bundesstaat Alabama mini|Gewinner in Alabama nach Countys In Alabama kandidierte der amtierende republikanische Gouverneur Robert Bentley für eine zweite Amtszeit. Bei den Demokraten hat sich in Vorwahlen im Juni der ehemalige Kongressabgeordnete Parker Griffith, der zwischenzeitlich zu den Republikanern gewechselt war, gegen den Geschäftsmann Kevin Bass durchgesetzt. Amtsinhaber Bentley galt als Favorit und konnte sich mit 63,6 % klar durchsetzen.Gouverneurswahlen 2014 bei Ballotpedia (engl.)2014 governor races bei Politico (engl.) +Ergebnis in AlabamaParteiKandidatStimmenProzent RepublikanerRobert J. Bentley (Amtsinhaber)750.23163,56 % DemokratenParker Griffith427.78736,24 % Write-in-Kandidaten2.3950,20 %Gesamt1.180.413100,00 %
Alaska mini|Gewinner in Alaska nach Countys Gouverneur Sean Parnell, der im Juli 2009 zum Regierungschef von Alaska aufrückte und als Kandidat der Republikaner 2010 im Amt bestätigt wurde, trat zur Wiederwahl an. Die demokratischen Vorwahlen am 19. August 2014 konnte Byron Mallott für sich entscheiden. Allerdings erklärte Mallott am 1. September 2014 seinen Rücktritt von der Kandidatur der Demokraten und seine Unterstützung für die Kandidatur des Unabhängigen Bill Walker. In diesem unabhängigen „Unity-Ticket“ war Mallot nun Kandidat für das Amt des Vizegouverneurs. Die Wahl galt als offen. Parnell verlor am Ende seine Wiederwahl knapp.Walker, Mallott to join forces in governor's race (engl.) +Ergebnis in AlaskaParteiKandidatStimmenProzent UnabhängigerBill Walker134.65848,10 % RepublikanerSean Parnell (Amtsinhaber)128.43545,88 % Libertarian PartyCarolyn Clift8.9853,21 % Constitution PartyJ. R. Myers6.9870,32 % Write-in-Kandidaten893 0,20 %Gesamt279.958100,00 %
Arizona mini|Gewinner in Arizona nach Countys Die amtierende, den Republikanern angehörende, Gouverneurin Jan Brewer des Bundesstaates Arizona war verfassungsrechtlich von einer weiteren Bewerbung ausgeschlossen. Bei den Vorwahlen am 26. August 2014 wurde entschieden, wer um ihre Nachfolge kandidierte. Bei den Republikanern konnte sich State Treasurer Doug Ducey durchsetzen, die Demokraten nominierten den Unternehmer und Bürgerrechtsaktivisten Fred DuVal. Ducey führte zwar die Mehrzahl der Umfragen an, doch auch DuVal wurden ebenfalls Chancen auf einen Wahlsieg eingeräumt. Ducey siegte am Ende überraschend klar mit 53,4 % der Stimmen. +Ergebnis in ArizonaParteiKandidatStimmenProzent RepublikanerDoug Ducey805.06253,44 % DemokratenFred DuVal626.92141,62 % Libertarian PartyBarry Hess57.3373,81 % Americans ElectJohn Lewis Mealer15.4321,02 % Write-in-Kandidaten1.6640,11 %Gesamt1.506.416100,00 %
Arkansas mini|Gewinner in Arkansas nach Countys Mike Beebe, Gouverneur von Arkansas seit 2007, war von einer neuerlichen Kandidatur ausgeschlossen. Um die Nachfolge des Demokraten bemühten sich der frühere Kongressabgeordnete Mike Ross von den Demokraten und für die Republikaner Asa Hutchinson, der ebenfalls dem US-Repräsentantenhaus angehörte und bereits 2006 Kandidat seiner Partei für das Gouverneursamt in Arkansas war. Die Vorwahlen wurden am 20. April 2014 abgehalten. Hutchinson gewann die Wahl mit 55,4 % der Stimmen klar. +Ergebnis in ArkansasParteiKandidatStimmenProzent RepublikanerAsa Hutchinson470.42955,44 % DemokratenMike Ross352.11541,49 % Libertarian PartyFrank Gilbert16.3191,92 % Green PartyJosh Drake9.7291,15 %Gesamt848.592100,00 %
Colorado mini|Gewinner in Colorado nach Countys Gouverneur John Hickenlooper, Mitglied der Demokraten, kandidierte für eine zweite Amtszeit in Colorado. Bei den parteiinternen Vorwahlen am 24. Juni 2014 setzte er sich ohne Gegenkandidaten problemlos durch. Der ehemalige Kongressabgeordnete Bob Beauprez konnte unter den republikanischen Kandidaten knapp die meisten Stimmen erzielen. Beauprez setzte sich knapp gegen den früheren Kongressabgeordneten Tom Tancredo und den Secretary of State von Colorado, Scott Gessler, durch. Er war bereits 2006 Kandidat seiner Partei für das Gouverneursamt in Colorado. Der Wahlausgang wurde als weitgehend offen angesehen. Hickenlooper wurde mit 49,3 % der Stimmen wiedergewählt. +Ergebnis in ColoradoParteiKandidatStimmenProzent DemokratenJohn Hickenlooper (Amtsinhaber)1.006.43349,30 % RepublikanerBob Beauprez938.19545,95 % Libertarian PartyMatthew Hess39.5901,94 % Green PartyHarry Hempy27.3911,34 % UnabhängigerMike Dunafon24.0421,18 % UnabhängigerPaul Fiorino5.9230,29 % Write-in-Kandidaten310,00 %Gesamt2.041.605100,00 %
Connecticut mini|Gewinner in Connecticut nach Countys In Connecticut kam es zu einer Neuauflage der Wahl von 2010. Der amtierende Gouverneur der Demokraten, Dan Malloy, traf bei seiner Kandidatur für eine zweite Amtszeit erneut auf den früheren US-Botschafter in Irland Thomas C. Foley. Bei der Vorwahl am 12. August 2014 setzte sich Foley erneut bei den Republikanern durch. Malloy sicherte am Wahltag mit 50,7 % der Stimmen seine Wiederwahl. +Ergebnis in ConnecticutParteiKandidatStimmenProzent DemokratenDannel Malloy (Amtsinhaber)554.31450,73 % RepublikanerThomas C. Foley526.29548,16 % UnabhängigerJoe Visconti11.4561,05 % Write-in-Kandidaten7080,06 %Gesamt1.092.773100,00 %
Florida mini|Gewinner in Florida nach Countys Am 26. August 2014 fanden die parteiinternen Vorwahlen in Florida statt. Bei den Republikanern siegte erwartungsgemäß der amtierende Gouverneur Rick Scott. Es gab keine nennenswerte Opposition gegen ihn. Aus den Vorwahlen der Demokraten ging Charlie Crist siegreich hervor. Er schlug die ehemalige Staatssenatorin Nan Rich mit fast 75 Prozent der Stimmen. Crist war bereits von 2007 bis 2011 Gouverneur Floridas, verzichtete 2010 aber auf eine Wiederwahl, da er (vergeblich) für den US-Senat kandidierte. Während seiner ersten Amtsperiode gehörte er noch den Republikanern an, trat aber 2010 aus Protest gegen die Tea-Party-Bewegung aus. Seit 2012 war er Mitglied der Demokraten. Erwartet wurde ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Scott und Crist. Der Amtsinhaber siegte am Ende mit 48,1 % gegen 47,1 %. +Ergebnis in FloridaParteiKandidatStimmenProzent RepublikanerRick Scott (Amtsinhaber)2.865.34348,14 % DemokratenCharlie Crist2.801.19847,07 % Libertarian PartyAdrian Wyllie223.3563,75 % UnabhängigerGlenn Burkett41.3410,70 % UnabhängigerFarid Khavari20.1860,34 % Write-in-Kandidaten1370,00 %Gesamt5.951.571100,00 %
Georgia mini|Gewinner in Georgia nach Countys Der Republikaner Nathan Deal, seit 2011 Gouverneur von Georgia, kandidierte für eine zweite Amtszeit. Er wurde durch den demokratischen Staatssenator Jason Carter herausgefordert, der sich bei den Vorwahlen am 20. Mai 2014 durchsetzte. Jason Carter ist der Enkel des ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter, der selbst von 1971 bis 1975 Gouverneur dieses Bundesstaates war. Das Rennen wurde als offen angesehen, da beide Bewerber in den Umfragen etwa gleichauf lagen. Am Wahltag setzte sich Deal jedoch überraschend klar mit 52,7 % der Stimmen durch. Nur 44,9 % sprachen sich für Carter aus. +Ergebnis in GeorgiaParteiKandidatStimmenProzent RepublikanerNathan Deal (Amtsinhaber)1.345.23752,74 % DemokratenJason Carter1.144.79444,88 % Libertarian PartyAndrew Hunt60.1852,36 % Write-in-Kandidaten4320,02 %Gesamt2.550.648100,00 %
Hawaii mini|Gewinner in Hawaii nach Countys