Dolschanskoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage Doilschanskoje liegt im Nordosten der Oblast Kaliningrad an der Kommunalstraße 27K-111, die Lesnoje (Groß Lenkeningken/Großlenkenau) mit Nemanskoje (Trappönen/Trappen) verbindet. Die einstige Kreisstadt Neman (Ragnit) liegt 21 Kilometer in westlicher, die heutige Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) 14 Kilometer in südöstlicher Richtung. Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Geschichte Der früher mit Uthelen oder Budupönen bezeichnete Ort war ein Schatull-kölmisches Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 174. Später wurde der Ort Budupönen-Uthelen genannt. Im Jahr 1874 wurde die Landgemeinde Budupönen-Uthelen dem neu gebildeten Amtsbezirk Trappönen-Forst im Kreis Ragnit zugeordnet.Rolf Jehke: Amtsbezirk Trappen-Forst Im Jahr 1928 wurden der Gutsbezirk Mösen (s. u.) und die Landgemeinde Treibgirren (s. u.) an die Landgemeinde Budupönen-Uthelen angeschlossen. Im Jahr 1929 wurde die Försterei Hartigsberg () aus dem Gutsbezirk Trappönen-Forst an die Landgemeinde Budupönen-Uthelen angeschlossen. Im Jahr 1931 wurde die gesamte Landgemeinde Budupönen-Uthelen nach der Försterei in Hartigsberg umbenannt.

In Folge des Zweiten Weltkriegs kam Hartigsberg mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt der Ort die russische Bezeichnung Dolschanskoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Nemanski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Später (vor 1975) gelangte der Ort in den Timofejewski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Dolschanskoje zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 126 1871 184 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 194 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 230 1910Uli Schubert: auf gemeindeverzeichnis.de 210 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 280 Einschließlich Mösen und Treibgirren 1939 238 Einschließlich Klein Hartigsberg (Mösen) und Treiben (Treibgirren) 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-033 ~ 20 2002Allrussische Volkszählung von 2002 21 2010Allrussische Volkszählung von 2010 17 2021Allrussische Volkszählung von 2021 19

Mösen (Klein Hartigsberg)

Der Ort Möszen, auch mit Pakrepschen bezeichnet, war seit 1744 ein Vorwerk des Gutes Lenken.Geschichte des Gutes Lenken bei wiki.genealogy.net Im Jahr 1874 wurde der nun mit Mösen bezeichnete eigenständige Gutsbezirk dem neu gebildeten Amtsbezirk Trappönen-Dorf im Kreis Ragnit zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Trappen-Dorf Im Jahr 1928 wurde Mösen an die drei Kilometer südöstlich gelegene Landgemeinde Budupönen-Uthelen (s. o.) angeschlossen. Dort erhielt das Gut im Jahr 1938 den neuen Namen Klein-Hartigsberg.

Nach der Angliederung an die Sowjetunion gehörte der Ort laut dem amtlichen russisch-deutschen Ortsverzeichnis von 1976 zu Nemanskoje (Trappönen/Trappen).Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976 Auf einer Karte von etwa 1973 waren dort allerdings keine Gebäude mehr eingezeichnet.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 34 1871 27 1885 31 1905 24 1910 13 1925Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, Band 67, 1927 32

Treibgirren (Treiben)

Der früher mit Lenkeninkehlen oder Trepgirren bezeichnete Ort war im 18. Jahrhundert ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 86. Im Jahr 1874 wurde die Landgemeinde Treibgirren dem neu gebildeten Amtsbezirk Trappönen-Forst im Kreis Ragnit zugeordnet. 1928 wurde die einen Kilometer südlich gelegene Landgemeinde Treibgirren an die Landgemeinde Budupönen-Uthelen (s. o.) angeschlossen. 1938 wurde dieser Ortsteil in Treiben umbenannt.

Über eine Wiederbesiedlung des Ortes nach 1945 ist nichts bekannt. Der Ort ist verlassen.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 81 1871 86 1885 71 1905 55 1910 54

Kirche Die mehrheitlich evangelische Bevölkerung Budupönen-Uthelens resp. Hartigsbergs war vor 1945 in das Kirchspiel der Kirche Trappönen (der Ort hieß zwischen 1938 und 1945: Trappen, heute russisch: Nemanskoje) eingepfarrt. Sie war Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Dolschanskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1945 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Einzelnachweise

Weblinks Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hartigsberg

Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk