mini|hochkant|Stammwappen derer von Freundsberg mini|Schloss Freundsberg

Die Herren von Freundsberg (bisweilen aus Fronsberg, Frundsberg oder Fruntsberg geschrieben) stammen aus dem Tiroler Uradel und hatten ihren Stammsitz auf Schloss Freundsberg nahe Schwaz in Tirol.Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band XVI. Verlag J. A. Stargardt, Berlin 1995, Tafel 11. Sie sind 1122 urkundlich als Ministerialen der Grafen von Andechs, ab 1209 als Ministerialen im herzoglich-bayerischen Dienst und später auch als Dienstmannen der Tiroler Landesfürsten nachweisbar.

Ab 1312 verfügten sie über ein eigenes Landgericht und zählten lange zu den einflussreichsten Adelsfamilien in Tirol, verkauften jedoch ihre Stammburg 1467, erwarben zugleich die Herrschaft Mindelheim in Schwaben und verlagerten dorthin ihren Schwerpunkt, wo Georg von Frundsberg († 1528), der "Vater der Landsknechte", zum berühmtesten Mitglied der Familie wurde, die mit dessen Enkel, Georg von Frundsberg, Reichsfreiherr zu Mindelheim, 1586 in männlicher Linie erlosch.Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Neue Folge, Band XVI. Verlag J. A. Stargardt, Berlin 1995, Tafel 12.

Geschichte Ihren Stammsitz hatten die Freundsberg auf Schloss Freundsberg, das sie um 1150 oberhalb von Schwaz errichtet hatten. Die Burg war anfangs ein einfacher Wohnturm, wurde aber 1230 auf den romanischen Teilen der Anlage neu errichtet. 1319 wurde ein eigenes Landgericht Freundsberg mit dem Hauptort Schwaz errichtet, dessen Pfleger jahrhundertelang die Freundsberger waren. Die um Schwaz gelegenen Besitzungen lagen außerhalb der tirolischen bzw. der görz-tirolischen Einflusssphäre, auch das Landgericht war (ab 1312) von der tirolisch-landesfürstlichen Gewalt exemt.Oswald Trapp, 1982, S. 303 f. 1319 verkaufte Berthold von Freundsberg die bis dahin dem Geschlecht als freies Eigen gehörende Stammburg an König Heinrich von Böhmen und erhielt sie als landesfürstliches Lehen zurück. Im Jahre 1342 erfolgte durch Ludwig von Brandenburg eine neuerliche Belehnung der Freundsberger mit dieser Burg und dem dazugehörigen Gericht. Im Laufe der Zeit wurden die Herren von Freundsberg neben den Grafen von Rottenburg zum bedeutendsten Adelsgeschlecht im Unterinntal.

Die Freundsberger profitierten von der Randlage ihrer Besitzungen zum Hochstift Salzburg; so konnten sie sich in der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts im Zillertal auf Lichtenwert festsetzen und damit im Dienste Bayerns ein Gegengewicht zur Territorialpolitik des salzburgischen Erzbischofs Eberhard II. bilden. Die Burg Mehrnstein in der Nähe von Brixlegg oder Thierberg bei Kufstein dienten den Freundsbergern vorwiegend als Sitz von Urbarverwaltung und zur effizienteren Ausübung von Vogteirechten.

Die Stammburg Freundsberg wurde 1467 an Erzherzog Sigismund den Münzreichen verkauft, der die Burg zu einem Jagdschloss („Sigmundsruh“ bzw. „Siegmundsfried“) ausbauen ließ. Im Juli des gleichen Jahres hatten Barbara von Rechberg (Ehefrau des Ulrich), Ulrich von Frundsberg und dessen Bruder Hans die Herrschaft Mindelheim mit der Mindelburg in Schwaben erworben und nannten sich von da ab Fruntsberg. Barbaras und Ulrichs Nachkommen regierten bis 1586 die Herrschaft Mindelheim.

Besitzungen der Freundsberg in Tirol Die Burg Falkenstein im heutigen Ortsteil Fischbach am Inn der Gemeinde Flintsbach am Inn wurde 1287 dem Konrad von Freundsberg eines schiedsgerichtlichen Vergleichs zwischen Herzog Ludwig II. von Bayern und König Rudolf I. als Pfand übertragen. Die auf Burg Mehrstein sitzenden Ritter von Mehrstein zählten seit ihrer Erstnennung 1266 (de Maerensteine) zum engsten Kreis der ritterlichen Mannschaft der Freundsberger; daher kann angenommen werden, dass diese Burg von Anfang an im Besitz der Freundsberger stand. Diese Veste war vorwiegend als Sitz der herrschaftlichen Urbarverwaltung gedacht. Seit Mitte des 13. Jahrhunderts hatten die Freundsberger im gegenüberliegenden Gebiet von Kramsach systematisch Güter erworben, in der Absicht, diese als Grundausstattung ihrem in der Folge gegründeten Kloster Mariathal am Eingang des Brandenberger Tales zuzuführen. Herzog Ludwig VII. bereitete Mehrnstein ein Ende, da er spätestens im Jahre 1416 die Burg auf Bitten von Erzbischof Eberhard III. von Salzburg abbrechen ließ. Die Burg SchintelbergBurgruine Schindelburg (Schintelberg) auf Austria-Forum. stand im Eigentum der Ortenburger. Im Jahre 1240 verzichtete der Spanheimer Pfalzgraf Rapoto III. von Ortenburg zugunsten des Bischofs und der Kirche von Regensburg auf Schintelberg und erhielt sie als Lehen zurück. Nach dem Tod Rapotos III. († 1246) fiel Schintelberg wieder an das Hochstift Regensburg. Schintelberg wurde darauf von den Freundsbergern zuerst pfandweise und 1266 als Lehensbesitz erworben; 1379 wurde Schintelberg an die bayerischen Herzöge verkauft. Schintelberg war bereits Anfang des 15. Jahrhunderts verfallen und ist heute nur mehr eine Burgruine. Die Sonnenburg bei Innsbruck scheint bereits um 1280 im teilweisen Eigenbesitz der Herren von Freundsberg gewesen zu sein, die ja unter anderem auch tirolisch-görzische Dienstmannen waren. Die Sonnenburg diente als Urbarverwaltungssitz für die im Raume Innsbruck vorhandenen Güter der Freundsberger. Mit der Burghut ihres Anteiles beauftragten die Freundsberger offenbar Angehörige ihrer ritterlichen Burgmannschaft von Matzen. Schließlich verkaufte Bertold von Freundsberg 1321 seinen Anteil an der Sonnenburg an Graf Heinrich von Tirol-Görz. Lichtenwert Thierberg bei Kufstein Burg Friedberg bei Volders war vermutlich eine Andechser Gründung und vermutlich von Anfang an im freundsbergischen Besitz; der hier genannte dom. Sighardus dictus Kolbe de Frideberg (1268) stand seit Mitte des 13. Jahrhunderts in einem ritterlichen Dienstverhältnis zu den Freundsbergern, die damals als herzoglich-bayerische Ministerialen auftraten.Oswald Trapp, 1982, S. 248. Die Burg Matzen bei Brixlegg wurde erstmals 1278 urkundlich als Gründung der Freundsberg genannt und blieb bis 1468 im Besitz des Geschlechtes. Schloss Mariastein Schloss Tratzberg Der sogenannte Kärlingerturm (später auch mittlerer oder schwarzer Turm genannt) bei der Burg St. Petersberg wurde 1408 von Ulrich Kärlinger an die Freundsberger verkauft.Oswald Trapp; Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 336. 1407 wurde St. Petersberg, das zuvor dem Bischof von Brixen zugehörig war, von Herzog Friedrich IV. an die Gebrüder Hans und Ulrich Freundsberg verliehen. Trotz mehrerer Prozesse bei der Kurie rückten die Freundsberger das Schloss bis zum Tode des letzten Lehensträger, Georg von Freundsberg († 1586), nicht mehr heraus. Burg Arnholz war im 14. und 15. Jahrhundert im Besitz der Freundsberger. Burg Straßberg (Sterzing) in Tirol war ebenso wie St. Petersburg bei der Auseinandersetzung zwischen Herzog Friedrich IV. mit dem Bischof Ulrich von Brixen an die Freundsberger gekommen. Da diese nach 1467 nicht mehr in Tirol lebten, ließen sie Güterverwaltung von einem Pfleger vornehmen.Oswald Trapp; Magdalena Hörmann-Weingartner, 1986, S. 337. Grundbesitz (Weingärten) in Unterrain bei Eppan im Jahr 1490 (von Fruntsperg) Runkelstein bei Bozen

mini|Ulrich von Frundsberg als Stifter des Familienretabels mini|Georg und Caspar von Frundsberg

mini|Wappen „Von Frontsberg Truchses“ aus dem 16. Jahrhundert

Wappen Blasonierung: Das Stammwappen zeigt in Gold einen aus fünf (oder sechs) Erhebungen bestehenden schwarzen „Dreiberg“; auf dem bekrönten Helm mit schwarz-goldenen Helmdecken ein wachsender goldener Schwan mit schwarzem Schnabel und roter Zunge.Gustav Adelbert Seyler: J. Siebmachers grosses und allgemeines Wappenbuch, VI. Band, 1. Abteilung, 2. Teil; Abgestorbener Bayrischer Adel, 1906, S. 21.

Berühmte Familienmitglieder Die Frundsberg stellten fürstliche und Kaiserliche Räte, aber auch einen Bischof: Ulrich von Frundsberg, Bischof von Trient (1486–1493) Georg von Frundsberg (1473–1528) war ein Landsknechtsführer (Vater der Landsknechte) des Heiligen Römischen Reiches Kaspar von Frundsberg (1501–1536) war ebenfalls ein Landsknechtsführer

Stammliste der Freundsberg Quelle:Stammliste auf der Basis von Detlev Schwennicke (Hrsg.): Europäische Stammtafeln. Stammtafeln zur Geschichte der Europäischen Staaten. Neue Folge (Band XVI). J. A. Stargardt, Berlin 1995, Tafel 11.

Ulrich von Vriundesperg (urk. kurz vor 1141) Gebehart (urk. 1174–1178, 1180) Konrad (urk. 1180) Heinrich (urk. 1173–1182, 1182) Ulrich (urk. 1174–1178) Ulrich von Vriuntsperch (urk. 1180–1204) Gisela (urk. Um 1195, 1197–1199), Nonne zu Schäftlarn Luitgarde (urk. 1197–1199), Nonne im Kloster Schäftlarn Konrad (urk. 1210), Ministeriale von Herzog Ludwig I. von Bayern Meinhard (urk. 1233) Heinrich (urk. 1237, um 1270), 1237/1241 Ministeriale von Graf Albert III. von Tirol Hiltpold, um 1270 Hiltprand um 1270 Friedrich (urk. 1253) Elisabeth († 1263) ⚭ Friedrich von Rodank († nach 19. August 1297) Ulrich von Freundsberg, 1259 senior, 1248 Ministeriale von Herzog Otto II. von Bayern († 17. April 1263) ⚭ Luitgard (urk. 1267) drei Schwestern (urk. 1237) Konrad (urk. 1257/1294), 1267 Ministeriale von Herzog Ludwig II. von Bayern und 1259 von Graf Meinhard II. von Tirol, Gründung von Kloster Marienthal (Ordo Praedicatorum = Dominikaner) zusammen mit Friedrich Adelheid ⚭ (vor 29. Februar 1272) Gebhard der Jüngere von Felben († nach 28. Mai 1288) Irmgard, urk. 1292 Bertold, urk. 1318 und 1335–1339, Richter zu Hall, 1312/1343 ⚭ Gutta von Rottenburg, urk. 1335 Konrad, 1354 Tiroler Rat, 1371 Richter zu Neuhaus, urk. 1375 ⚭ Margareta von Hoheneck Ursula, 1382, 1408, ⚭ Joachim von Villanders Elisabeth, 1380, 1429, ⚭ vor 8. Januar 1380, Haug von Goldegg 1353, † 19. September 1400 zu Salzburg Gottschalk, urk. 1358, 1375, 1364 Domherr zu Brixen Elisabeth, urk. 1340, 1349, Nonne im Kloster St. Klara zu Brixen Margareta, urk. 1360, 1368 ⚭ Wilhelm von Gerenstein († 21. April 1360) Thomas, 1346 Ritter, 1327 Pfandherr zu Marquartstein (urk. 1292, 1350) ⚭ Katharina Haibling von Sistrans, Erbin von Liechtenwerd Hans zu Lichtenwerd, 1373 Pfleger zu Strassberg, 1356 Vetter von Peter von Matzen, 1361 als Sohn des Thomas erwähnt († nach 17. September 1383) ⚭ Ottilia von Mareit Ulrich, genannt von Matzen Georg zu Lichtenwerd, urk. 1365 († nach 17. September 1383), ⚭ Christina von Liebenberg, ⚭ Anna von Wolkenstein, testiert 20. Februar 1396 (Schwester des Oswald von Wolkenstein), ⚭ in 2. Ehe mit Georg II. von Fraunberg zum Haag, urk. 1388, 1422 Thomas († ertrunken im Inn) Stefan († 7. Oktober 1423), Domherr zu Salzburg Hildegard ⚭ Peter (Kaspar) von Freyberg, in 2. Ehe ⚭ mit Konrad von Rottenstein N. von Freundsberg, ⚭ Agnes von Walchen, Tochter des Ortlieb, in 2. Ehe ⚭ N. Leibnitzer, vor 1347 Peter von Freundsberg und von Matzen, 1356 Vetter des Johann von Freundsberg, urk. 1347, 1360, ⚭ Katharina von Volders, urk. 1347, 1369 Johann, 1343 immatrikuliert in Bologna († 3. März 1378 zu Brixen), 1343–1367 Domherr zu Passau, 1351 Pfarrer zu Telfes, 1353 Pfarrer zu Leermoos, 1356–1371 Pater zu Imst, 1359–1377 Domherr zu Brixen, 1371–1378 Pater zu Matrei am Brenner, 1377 Pfleger des Bistums Brixen Konrad, 1354 Tiroler Rat, 1371 Richter zu Neuhaus, urk. 1363, 1381, ⚭ Katharina Ursula, urk. 1382, 1408, ⚭ Joachim von Villanders Elisabeth, urk. 1380, 1429, ⚭ (vor 8. Januar 1380) Haug von Goldegg († 19. September 1400, begraben im Stift Sankt Peter (Salzburg)) Friedrich, 1267 Ministeriale von Herzog Ludwig II. von Bayern, 1281 von Bischof Friedrich von Freising und bischöflicher Truchsess (urk. 1249/1304; † kurz vor 25. Januar 1308), ⚭ Mathilde (urk. 1316) Mathilde († 18. Mai 1304 oder 21. November 1308), ⚭ (21. Mai 1280) Konrad von Goldegg 1251 (13. Juni 1299 oder 1. September 1303) Konrad, urk. 1385, 1308 Friedrich, urk. 1303, Vasall des Königs Heinrich von Böhmen, † nach 1343, ⚭ Magdalena, Schwester des Zacharias von Welsperg urk. 1326, 1330