German watercolors, drawings and prints: A midcentury review ist der Titel einer Wanderausstellung, die 1956 von der Bundesregierung in ausgewählten Städten der USA gezeigt wurde.

Vorbereitung und Umfang Initiator der Ausstellung war die Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes. Im Rahmen der Auswärtigen Kulturpolitik war die Tour von der Bundesrepublik Deutschland finanziert (sponsored by the Federal Republic of Germany) und durch die American Federation of Arts unter ihrem Direktor Thomas Messer vor Ort organisiert.

Die Ausstellung zeigte 112 Werke aus dem Zeitraum von 1905 bis 1955. Das Jahr 1905 war als der Beginn der expressionistischen Künstlergruppe Die Brücke gewählt. Tatsächlich stammte das älteste Stück, eine Vorstudie von Käthe Kollwitz zu ihrer Radierung Frau mit totem Kind, von 1903. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Werken des Expressionismus und zeigte Kunst, die von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst verleumdet und verfolgt worden war. Damit ordnet sich die Ausstellung ein in eine Entwicklung seit 1945, die mit der Münchner Ausstellung Der Blaue Reiter. München und die Kunst des 20. Jahrhunderts 1949 ihren ersten, viel beachteten Ausdruck gefunden hatte und die Julia Voss in der FAZ 2013 als „die Fortsetzung der Politik mit den Mitteln der Kunst“ charakterisiert hat: „Es war das Gründungsjahr der Bundesrepublik; die zuvor verfemte Moderne stieg von nun an zur Staatskunst auf“.Julia Voss: Raubkunst: Ablasshandel mit der Moderne. FAZ.net, 27. November 2013; abgerufen am 27. November 2013.

Der Anstoß zu dem Projekt kam Anfang der 1950er Jahre aus der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes und vom damaligen Karlsruher Museumsdirektor und Mitbegründer der documenta Kurt Martin.So die Acknowledgments im Katalog Die Auswahl war von Leonie Reygers, der Gründungsdirektorin des Museum am Ostwall zusammengestellt worden. Der Auswahl wurde ein hoher Maßstab in Werkqualität und allgemeinem Rang des Künstlers zugrunde gelegt.Anton Henze: Deutsche Kunst für Amerika. In: Das Kunstwerk, 1955, 9, 4, S. 54 f. Die Auswahl schuf mit ihrer Konzentration auf Werke auf Papier, auf Aquarelle und Graphiken, einen intimen Einblick, der sie, so Anton Henze in seiner Vorschau, „auch für den deutschen Betrachter zu einem Erlebnis“ und zu einem Gegenstück der (1955 erstmals veranstalteten) documenta werden ließ.

Die ausgestellten Werke waren Leihgaben, „zum größten Teil aus Privatsammlungen“. Die Leihgeber waren Museum am Ostwall, Dortmund Galerie Günther Franke, München Hildebrand Gurlitt, Düsseldorf C.A. Isermeyer, Hamburg Nachlass Hermann Blumenthal (Blumenthal legacy) Leopold-Hoesch-Museum, Düren Wallraf-Richartz-Museum (Sammlung Josef Haubrich), Köln L. Pretzell, Celle J. Schürer, Mülheim Kunstmuseen Krefeld Galerie Hella Nebelung, Düsseldorf Kunsthalle Bremen Galerie Alex Vömel, Düsseldorf Galerie Springer, Berlin Staatliche Graphische Sammlung, München Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg Ludwig Grote, Nürnberg Staatliche Kunstsammlung, Karlsruhe Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf Privatsammlung Köln Wolfgang Macke, Bonn Moderne Galerie Otto Stangl, München Städtisches Museum, Wuppertal Galerie Rudolf Hoffmann, Hamburg Hans Lühdorf, Düsseldorf Privatsammlung Witten Anton Henze, Greven Günter Peill, Düren Helene Rohlfs, Hiddesen Tut Schlemmer, Stuttgart Albert Schulze-Vellinghausen, Dorsten

Durchführung und Rezeption Die Ausstellung startete am 28. Mai 1956 New York, wo sie in der Grace Borgenicht Gallery in der 57th Street sowie in der Weyhe Gallery auf der Lexington Avenue gezeigt wurde.query.nytimes.com (PDF) New York Times, 27. Mai 1956; abgerufen am 22. November 2013. Im Oktober war sie im Busch-Reisinger Museum der Harvard University in Cambridge (Massachusetts).German Mid-Century Review At Busch Reisinger. In: Harvard Crimson, 16. Oktober 1956; abgerufen am 17. November 2013. In San Francisco wurde sie im De Young Museum ausgestellt. Der Kritiker der Harvard-Zeitung The Harvard Crimson, Lowell J. Rubin, begrüßte die Ausstellung als einen guten Einblick in die wechselvolle (fluorescent) Geschichte deutscher Kunst im 20. Jahrhundert. Er wies auf das seiner Meinung starke Qualitätsgefälle der frühen Werke und der nachfolgenden Generation hin: A more blatant contrast could hardly be conceived than that between German art between 1905–1935 and the later period from 1935–1955. There are examples of the photographic realism that was the order of the day during the Nazi regime so that this era appears as a large blank. But its dryness in the way of artistic ideas is shown by what came after. Contemporary German art seems to be well behind literature in recovering from the war. There is almost no evidence of the originality that influenced the whole of western art in the early part of the century. What we see are derivative paintings.

Katalog Der Katalog trug den Titel German watercolors, drawings and prints [1905-1955]. A midcentury review, with loans from German museums and galleries and from the collection Dr. H. Gurlitt. In ihrer Einleitung zum Katalog gibt Leonie Reygers kurze Einführungen zur Brücke, zum Blauen Reiter und zu den Bauhaus-Malern. Als Ziel der Ausstellung nennt sie, amerikanische Kunstliebhaber mit deutscher Kunst unseres Jahrhunderts vertraut zu machen, und, so hoffen wir, neue Freunde dafür in den USA zu finden....may acquaint American art lovers with German art of our century and, we hope, find new friends for it in USA. Damit waren Verkäufe zumindest nicht ausgeschlossen.

Der Katalog war mit 36 schwarz-weiß Abbildungen in guter Qualität für damalige Verhältnisse recht umfangreich illustriert. Hergestellt wurde er in der Druckerei Busche in Dortmund. Der Katalog ist alphabetisch nach Künstlern geordnet. Jeder Katalogeintrag nennt Titel und Jahr des Kunstwerks, Technik und Maße, Angaben ob signiert oder nicht, und den Leihgeber. Über den damaligen Leihgeber hinausgehende Angaben zur Provenienz werden nicht gemacht.

Liste der Leihgaben