Das Konzept des Rundtheaters, präsentiert vom Schweizer Bühnenbildner und Theaterbau-Visionär André Perrottet von Laban im September 1949, basiert auf der Idee eines zentralen, drehbaren Zuschauerraums, der von einer ringförmigen Bühne umgeben ist.

Diese Anordnung sollte nicht nur rasche Szenenwechsel erlauben, sondern auch die Schaffung beliebig vieler Bühnenausschnitte in verschiedenen Grössen. Sämtliche für eine Vorstellung benötigten Szenenbilder könnten im Voraus aufgebaut werden und würden dann sichtbar, wenn der Zuschauerraum (samt allfälligem Orchestergraben) entsprechend gedreht und auf den jeweils gewünschten Bühnenausschnitt eingestellt würde. Ebenfalls drehbar sollte die über dem Zuschauerraum angebrachte Gondel sein, die die Beleuchtungskörper und die sie bedienenden Personen trägt. Weitere Elemente des Theaters wären die an die Bühne anschliessenden Künstlergarderoben sowie das Foyer und der Kassenraum.

Das ganze Theatergebäude wäre zerlegbar, sodass es rasch abgebrochen und andernorts wieder aufgebaut werden kann. Die zur drehbaren Lagerung des Zuschauerraums verwendeten Rollen sowie die Träger der Bühne waren so konzipiert, dass sie gleichzeitig als Bestandteile der zum Transport des Theaters dienenden Wagen benutzbar wären. Auf etwa 12 Wagen liesse sich das ganze Theater gut transportieren und deshalb auch als Wandertheater eingesetzt werden.

Dank seiner modularen Bauweise hätte das Theater problemlos den Anforderungen der jeweiligen Aufführung (Schauspiel, Oper, Kammerspiel, Arena) angepasst werden können oder auch zu anderen Zwecken (Kongresse, Ausstellungen) umfunktioniert werden.

Das Konzept wurde jedoch nie umgesetzt, ein Prototyp wurde nicht gebaut.

Siehe auch Arenabühne

Einzelnachweise

Kategorie:Bühnenform